DENK-BLOG

Ich denke, also bin ich (René Descartes)

Die Welt um uns herum ist hochkompliziert geworden, für die aber auch wir Verantwortung tragen. Der Bedarf an differenzierten Antworten auf vorhandene Probleme ist riesig und politisch verordnete „Alternativlosigkeit“ demaskiert die Arroganz der Macht. Die Folge dieser Arroganz ist die Spaltung unserer Gesellschaft, ist der Verlust von Demokratie und Freiheit und die Zerstörung des Sozialstaats durch die weiter wachsende Verteilungsungerechtigkeit. Mein Weckruf hinein in das politische und gesellschaftliche „Schlaflabor Deutschland“ greift nach meinem Bürgerrecht, diese Welt mit zu gestalten und zu verändern. Nutzen wir die Restbestände von Freiheit, in Gedanken, Wort und Schrift eine „Gemeinschaft der Denker und umDenker“ zu bilden, die sich auf den Weg gemacht hat.

Mein umDenk-Blog berichtet, kritisiert, fordert, provoziert, analysiert, zürnt, tröstet und ruft dir zu:
„Mensch, wach auf!“

Alles, was Mann kann, das kann Frau viel besser …


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… aus dem Musical „Annie geht your gun“ (politisch bearbeitet)

Die Diskussion um die Frau, ihre finanzielle Gleichstellung, ihre Machtansprüche, eine Quotenregelung und die Forderung nach paritätischer Besetzung in Wirtschaft und Politik haben einen neuen Höhepunkt erreicht.

Die Sachsen-CDU führt auf ihrer Landesliste für die ersten 20 Plätze erstmals eine Quotenregelung ein. „Wir müssen es gemeinsam erreichen, dass mehr Frauen in Sachsen Politik gestalten.“ erklärt CDU-Generalsekretär Alexander Dierks. 

Natürlich ließ sich auch Angela Merkel nicht lumpen und forderte zum 100. Jahrestag des Frauenwahlrechts einen schnellen Aufstieg von Frauen in Führungspositionen. „Die Quoten waren wichtig, aber das Ziel muss Parität sein“, sagte Merkel, die wie ein ausgebildeter Drogenspürhund stets den Duft der Zeit wittert und dann die verbale Fährte aufnimmt. Merkel kritisierte auch den gesunkenen Anteil an Frauen unter den Bundestagsabgeordneten, der mit 30,9 Prozent so hoch sei wie im Parlament des Südsudan. Dabei könne niemand mehr behaupten, dass es nicht ausreichend geeignete Frauen für vorhandene Spitzenpositionen gebe.

Vorsicht, Vorsicht! Möchte man da selbst als Frau rufen. Ich halte die Quotenfrauen für eine Irrsinnserfindung. Sprüche wie „Frauen machen Kommunen stark“ oder „Starke Frauen, starkes Deutschland“ sind ein ebensolcher Mumpitz wie „Für ein Europa, in dem niemand untergeht“ oder „Europa stärken heißt Deutschland stärken“.

Schauen wir uns doch einmal die Frauen in politischen Führungspositionen an. Und nicht nur das. Blicken wir dabei auch auf ihren Ideenreichtum. Die wichtigste Frau, die auch ich einmal versehentlich wählte, hat weder Deutschland noch Europa Glück gebracht. Ihr verdanken wir nicht nur die Spaltung der deutschen Gesellschaft, sondern auch diejenige der Europäer, den Brexit, den Streit zwischen CDU/CSU und die vielen Wort- und Rechtsbrüche. Ursula von der Leyen, Andrea Nahles, Julia Klöckner aus der Regierungsriege können trotz Frausein nicht besser Punkten als ein Peter Altmaier, ein Horst Seehofer oder Andreas Scheuer. 

Was lehrt uns das? Der Penis spielt überhaupt keine Rolle bei der Besetzung einer gehobenen Position. Es spielt keine Rolle, ob ein Mann oder eine Frau Murks macht,  es ist allein wichtig, ob ein Mann oder eine Frau seinen/ihren Job gut macht. 

Einen besonderen Blick gönnen wir uns noch auf die Frauen, die mit ganz besonderen „(Un-)Fähigkeiten“ ausgestattet sind und der frechen Familie der Grünen angehören, die sich als „Retter der Welt“ zumindest in Deutschland einen Namen gemacht hat. Dank ihrer Wählerschaft und dem Erbe aus den 68ern müssen wir den Irrsinn einer Gendersprache und den von 65 sexuellen Identitäten, die schon unseren Kindern in der Schule vorgestellt werden, ertragen. Auch die Fragwürdigkeiten eines Klimawandels, das „Dieselgedöns“ mit anstehenden Fahrverboten unter der besonderen Regie der gründurchtränkten deutschen Umwelthilfe sowie eine Islam- und Flüchtlingspolitik unter dem Thema „Zu mir kommen – Amen“ hat man uns aufgebürdet.

Frauen in Grün, die für diesen Ideenreichtum mit verantwortlich sind, heißen Renate Künast, Claudia Roth, Katrin Göring-Eckardt, Katharina Schulte, Ska Keller. Tun wir aber nicht so, als könnten die Männer der Grünen mit mehr gesundem Menschenverstand dienen. Und was die Wähler betrifft, greifen wir auf die Erkenntnisse der Bundeszentrale für politische Bildung zurück. Danach sind diese  „.. weiblich, besitzen ein überdurchschnittliches Haushaltseinkommen, stammen aus dem Dienstleistungs- und Bildungsbereich“.  „… Ein überraschend hoher Anteil der Wähler versteht sich sogar als unpolitisch und präferiert die Partei vor allem aus Lifestyle-Gründen (etwa beim Kauf von Bio-Lebensmitteln)…“ 

Unter Arbeitern, Arbeitslosen und gering Qualifizierten konnte die Partei bisher nur wenig Unterstützung verbuchen. Am schwächsten bleibt ihr Zuspruch bei den Über-60-jährigen. 

In der Gruppierung grüner Frauen finden wir auch die Kanzlerin wieder. Frau Merkel hat sich als Links-Grüne nur das Kleidchen der CDU angezogen. Damit konnte sie den deutschen Michel täuschen und hat gleichzeitig linksgrüne Politik als CDU-Politik verkauft. Die Grünen schwimmen nun auf der Welle und die CDU versucht verzweifelt, den letzten dummen deutschen Michel vor den Karren(bauer) der sozialistischen CDU zu spannen. 

Aus all dem ergibt sich mein persönliches Fazit: Ob blond, ob braun, ich liebe keine Frau’n, die auf hohen Pferden sitzen und so über ihr eigenes Land galoppieren, dass dort, wo sie herritten, kein Gras mehr wächst. 

Wer sind denn in Deutschland die Übergeschnappten, Hirnlosen und Unzurechnungsfähigen? Es ist eine Frau, die unsere Nationalhymne gendern will. Es ist eine Frau, die berühmte Knabenchöre wegen Diskriminierung zukünftig auch mit Mädchen bestücken will. Es ist eine Frau, die mit STASI-Methoden und Sprachvergewaltigung schon in KITAs unterwegs ist. Es ist eine Frau, die in Berlin verkündet, dass sie möchte, dass Bürger ihr Auto abschaffen. Und es ist eine Frau, die das ausspricht, was längst in den Feministinnenköpfen Überzeugung geworden ist: Kinderkriegen sollen die anderen, die Blöden und Geldgierigen und Umweltzerstörer.

Die 38-jährige Lehrerin Verena Brunschweiger behauptet: „Die meisten Eltern haben aus ziemlich egoistischen Gründen Kinder. Laut einer Studie (University of British Columbia in Vancouver) spart ein nicht geborenes Kind jährlich 58,6 Tonnen CO2 ein – also Grund genug, kein Kind zu bekommen. Der Ressourcenverbrauch eines einzigen deutschen Kindes entspricht übrigens dem von 30 afrikanischen Kindern.“ Brunschweiger  fordert, dass jede Frau, die der Umwelt zuliebe kein Kind bekommt, mit 50 Jahren 50.000 Euro erhalten solle.

Welch bedauernswerte Person, die so herzlos über das größte Wunder des Lebens spricht, es ablehnt und die Menschen verurteilt, die ein solches Wunder erleben möchten, weil Liebe und Bindung in ihnen den Wunsch nach einem Kind hervorgebracht haben. Es ist eine herzlose Abrechnung mit dem Kinderkriegen, einem der natürlichsten Vorgänge des Lebens. Und absolut keine Hilfe für irgendeine Verständigung zwischen verschiedenen Lebensentwürfen. Stattdessen kreiert Brunschweiger neue Feindbilder und spielt die Kinderlosen gegen die Menschen mit Kindern aus.

Führen wir doch einmal Brunschweigers Gedankengang fort: Keine Kinder = in absehbarer Zeit keine Menschen mehr = Reduktion der von Menschen gemachten Umweltzerstörung. Bravo, Frau Brunschweiger! Endlich der Durchbruch für den globalen Umweltschutz!

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Herrschaftszeiten …


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… im wahrsten Sinne des Wortes

Die Zeitalter der Experten ist angebrochen. Nach dem demokratischen Zeitalter in der zweiten Hälfte des  20. Jahrhunderts folgte das Zeitalter der Gegen-Demokratie, das in das Zeitalter des Zorns mündete. Die Epoche des Überwachungs-Kapitalismus öffnet schon die Tore in das digitale Zeitalter der No-Gesellschaft. Nicht Herr X und Frau Y werden die Arbeitswelt bevölkern, sondern Robi, der Fahrer, Robi, der Chirurg, der Postbote und Lehrer.

Wohin man blickt, in welches Programm man schaut, welches Thema man betrachtet, welchem öffentlichen Medium man das Wort erteilt – Wissenschaftler, Experten, Fachleute, Alles-und Besserwisser, wohin man schaut.

Schalte den Fernseher ein – und die Aufklärung beginnt. Gestern erklärte dir der Terrorismusexperte die Welt, heute ist es der Islamexperte, morgen der Genderfachmann und übermorgen der Klimaexperte. Für den wissenschaftlichen Hintergrund sorgt dann schon die Presse, das Expertengremium oder eine groß angelegte Studie. Auch Statistiken dienen als eine beliebte Beweisführung, gerne solche, die der Experte vorher eigenhändig gefälscht hat. Sollte dann trotz aller „Wissenschaft“ der Skeptiker noch immer nicht überzeugt sein, helfen Traumdeuter und Psychoexperten weiter – so geschehen im Rahmen von Kriminalitätsstatistiken. Trotz täglicher Horror-, Gewalt- und Tötungsmeldungen ist ja die Kriminalitätsrate stark zurückgegangen – die Empfindung des Bürgers, dass das nicht so ist, entspringt einer „gefühlten Angst“. Dann entspringt der Rückgang der Demokratie in Deutschland wohl auch nur einer „gefühlten Erkenntnis“ und der Rückgang der Bildung nur einer „gefühlten Verblödung“.

Laut Expertenaussagen muss sich die Menschheit auf eine Heißzeit einstellen, ist das Schneechaos ein deutliches Zeichen des Klimawandels, Deutschland steht nach Expertenmeinung in diesem Jahr vor einer großen Pleitewelle, eine Studie kam zu dem Schluss, dass bis 2029 bis zu 390.000 Ingenieure in Deutschland fehlen. Und die Bertelsmann Stiftung, wichtiger scheinwissenschaftlicher Mainstream-Infiltrant, nennt eine Privat-Studie ihr eigen, die zu dem Schluss kommt, dass bis 2060 jährlich rund 146.000 Einwanderer aus Drittstaaten und etwa 114.000 Zuwanderer aus EU-Staaten benötigt werden, um den demografiebedingten Rückgang des Arbeitskräfte-Angebots auf ein „für die Wirtschaft verträgliches Maß“ zu begrenzen. Wer derartige Berechnungen anstellt und dafür auch gleich die konkrete Zahlen parat hat, muss schon „ein wahrer
Experte“ sein.

Hinein in die Zeit der Expertenkommissionen, der Scheinwissenschaften, verbunden mit den oft willkürlichen oder mainstreamhörigen Exekutivmächten und NGOs. Wieviel demokratische Absicht und Legitimation in diesen „Könner- bzw. Expertengremien“ stecken, muss hinterfragt werden. Ursula Weidenfeld fragt in ihrem Buch „Regierung ohne Volk“: „Haben die NGOs nicht wirklich schon eine Art Nebendemokratie errichtet? Zu Anhörungen über die Suche nach einem Atommüllendlager oder über Start-und Landerouten für Flughäfen werden Hunderte Experten eingeladen, warum aber werden nicht auch Hunderte Bürger gefragt?“

Während Weidenfeld nur auf eine „bessere“ repräsentative Demokratie setzt, wird meine Stimme immer der direkten Demokratie den Vorzug geben. Die in diesem Land fortgesetzten politischen und medialen Infiltrations- und Verblödungsmechanismen haben nämlich in der Schweiz keine Angriffsfläche. „Die direkte Demokratie macht die Schweizer Bürger zu den bestinformierten der Welt. Sie werden geschult durch die ständigen Abstimmungen über Initiativen und Referenden sowie die medialen oder privaten Debatten über die jeweils gerade anstehenden Fragen.“

Das ist aber in Deutschland nicht gewünscht. Unseren Mainstreamern schwebt da eher die Eliten-Demokratie des US-Politologen Jason Brennan vor, die er in seinem Buch „Gegen Demokratie“ protegiert. Brennan hält nichts davon, an der politischen Bildung der Menschen zu arbeiten. Der Autor setzt stattdessen auf ein anderes politisches System: Er nennt es epistokratisches System, das im Vergleich zur Demokratie nicht allen Bürgern automatisch denselben Anspruch auf das Wahlrecht zubilligt. Beispielsweise bildet der Staat ein kognitiv elitäres Beratungsorgan, der aus Experten mit entsprechenden Qualifikationserfordernissen besteht. Am liebsten wäre ihm eine Struktur, die das Wahlrecht nach geistiger Kompetenz vergibt. Zum Beispiel, indem man Stimmen unterschiedlich gewichtet. Bleibt die Frage, wonach denn wohl die Kompetenz der Wähler bemessen sein soll. Machen wir uns nichts vor. Der Wähler ist und bleibt Mittel zum Zweck. Ob repräsentative oder direkte Demokratie, ob Technokratie oder Epistokratie.

Die Epistokratie ist an den Interessen der Globalisierungselite und ihrer Wirtschaftsmacht ausgerichtet. Sie bedarf des Staates nur noch als Fassade, als Hülle, als Umsetzungshilfe des Machtanspruchs der Eliten gegenüber dem Volk. Die Organe des Staates zur Sicherung der Ordnung werden umfunktioniert zu Organen zwecks Machtausweitung der Eliten.

Die Welt dreht sich weiter und das doch immer in dieselbe Richtung. Wirtschaft und Kapital führen das Wort und den Markt – der Mensch wird für dumm verkauft und nach Strich und Faden manipuliert. „Ora et labora“ hieß es im Mittelalter. Das „labora“ ist geblieben, das „ora“ auch. Letzteres hat allerdings die kirchliche Bedeutung abgelegt. Aus „Bete und arbeite“ ist „Bete nach und arbeite“ geworden. Dabei geht es um das Nachbeten der Mehrheitsmeinung. Wer das Gebet beherrscht, hat nichts zu befürchten, nichts zu erkämpfen, nichts zu kritisieren. Dieser Mensch ist lenkbar, berechenbar und für das Führungsgremium der gewünschte „Demokrat“.

Menschenskind …
… werde endlich wach und steh auf!

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Wiederauferstehungsprogramm der SPD


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Ob Hubertus Heil seiner Partei das Heil bringt?

Wird Hubertus Heil der Heilsbringer der SPD? Die Partei „des kleinen Mannes“ hat auf dem GroKo-Weg zusammen mit Merkel und der CDU/CSU, der Partei  „des großen Mannes“ viele Stammwählerstimmen eingebüßt. Mir bekannte Menschen im Ruhrgebiet, die jahrzehntelang in der SPD waren, sind aus der Partei ausgetreten, von denen einige heute das Parteibuch der AfD in der Tasche tragen. 

Nun scheinen die Totgeglaubten wiederauferstanden zu sein. Sie haben sich die Erneuerung des Sozialstaates auf ihre Fahnen geschrieben. 

Bürgergeld statt Hartz IV, eine Kindergrundsicherung zum Schutz vor Kinderarmut und eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung. Das Arbeitslosengeld I soll länger ausgezahlt werden. Und wer jahrzehntelang auf Mindestlohnniveau angewiesen war, soll eine deutlich aufgestockte Grundrente bekommen. An Stelle des Hartz-IV-Konzepts soll ein sogenanntes Bürgergeld treten.

Geschenkpakete, geschnürt und verpackt von Arbeitsminister Hubertus Heil und der Parteivorsitzenden Andrea Nahles. “Jemand, der jahrzehntelang hart gearbeitet hat, hat das Recht, deutlich mehr zu bekommen als jemand, der nicht gearbeitet hat. Das ist eine Frage des Respekts vor Lebensleistung. Mein Ziel ist es, dass wir das aus Steuermitteln finanzieren.“ So Heils Worte. Der Financier, der für diese Pläne die Gelder locker machen muss, ist allerdings Finanzminister Olaf Scholz, der vor wenigen Tagen der Nation verkündete: „Die schöne Zeit, in der der Staat immer mehr Steuern einnimmt als erwartet, geht zu Ende. Die fetten Jahre sind vorbei.“ 

Zwei Tage später meldete er sogar einen Fehlbetrag, der bis 2023 ein 25 Milliarden-Loch aufweisen wird – und das, obwohl die GroKo und er aus einem Topf von 1,4 Billionen Euro schöpfen können. Scholz signalisierte, dass er die Finanzierung der Heil-Pläne für gesichert ansieht. Na dann … Warten wir‘s ab!

Ein Konflikt zwischen den Koalitionspartnern steht jedenfalls noch bevor. Arbeitsminister Heil verzichtet bei der Grundrente auf eine Bedürftigkeitsprüfung. Die steht allerdings ausdrücklich im Koalitionsvertrag. Und so haben sofort Merkel, dann Arbeitgeber und Brinkhaus die Pläne Heils  für eine Grundrente schon so gut wie abgelehnt. 

„Die Zukunft wird anders als das, was wir heute sehen“, sagte Olaf Scholz einmal, der auf seiner Wunschliste „Kanzler nach Merkel“ stehen hat. Der Mann, der wegen seiner visionslosen trockenen Leisetretersprache auch Scholzomat genannt wurde, wäre damit auf dem Kanzlersessel ein ebensolches (Un)Sprachgenie wie unsere Schwurbelexpertin Merkel.

Solange sich die ehemalige Arbeiterpartei mehr um die Beseitigung der AfD kümmert und zu diesem Zweck statt der Meinungsfreiheit lieber Zensur-, Diffamierungs- und Antidemokratiegebaren als Rettungsanker benutzt, wird sie ihre Wiedergeburt verpassen. Vieles von ihrer Programmatik ist noch immer sozial, weniges aber noch demokratisch.

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AKK und ihr Werkstattgespräch


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Ein bisschen TamTam und Tschingderassabum fürs Volk

Zu einem „A lle K önnen K lagen – Werkstattgespräch“ lud die neue CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ein, um in einem Experten-Stuhlkreis den Zukunftssatz der CDU formulieren zu lassen: „2015 darf sich in Deutschland nicht wiederholen!“ Um eine Wiederholung zu verhindern, könne man sich sogar als Ultima Ratio vorstellen, auch die Grenzen zu schließen. Zum Thema „Migration, Sicherheit und Integration“ blieb die Rechtsbrecherin und Chaosverursacherin Angela Merkel nicht nur zu Hause, sondern auch verbal unerwähnt. Zukünftig solle es nur noch ein einmaliges Asylverfahren geben – und „keine Möglichkeiten für Antragstellungen in mehreren Ländern“, heißt es da im Werkstattpapier. Damit verlangt die CDU etwas, was in der EU doch seit Jahren Rechtslage ist. „Wir wollen in und mit Schengen unsere Grenzen europakompatibel schützen“, formulierte Kramp-Karrenbauer und „Wir sind kein Rechtsstaat, der sich auf der Nase herumtanzen lässt.“

Mir haben die Vorschläge und Absichtserklärungen, die die 100 großartigen Experten hervorgezaubert haben, nur ein verständnisloses Lächeln entlockt. Mit „man müsste … man könnte … man sollte …“ geriet das Werkstattgespräch, das die Richtung „Mit Humanität und Härte“ vorgab, inhaltlich stark in die Nähe der AfD. Die Linke sowie die Grünen trauten ihren Augen und Ohren nicht und verurteilten das Gezeter über mehr Härte gegenüber kriminell gewordenen Flüchtlingen und über die Kriminalisierung von Flüchtlingshelfern. Die abtrünnig gewordenen CDU-Wähler und die an die AfD verloren gegangenen per Absichtserklärungen von Experten und per scheinbarer Einigung der Schwestern CDU und CSU wieder einzufangen, hat vielleicht den Aufwand gelohnt. Der eine oder andere „schwarze Sauerländer oder Friedrich Merz-Anhänger“ wird befriedet sein, der Absichtserkenner durchschaut das Spiel. Hier geht es um nichts anderes als darum, den enttäuschten und konservativen Flügel einer über Jahre deformierten CDU wieder ins Boot zu holen und mit PR-Streicheleinheiten zu besänftigen.

Wer sich die parlamentarische aktuelle Stunde mit ihren Rednern ansah, die die AfD nach dem Werkstattgespräch der CDU beantragt hatte, staunte nicht schlecht. Zum ersten Mal richtete sich der tiefgrünrosarote Zorn nicht primär gegen die AfD, sondern gegen die im Werkstattpapier formulierten blau schimmernden „Härtegrade“ gegenüber den geflüchteten Neubürgern.

Die Veranstaltung bewies schon, dass der CDU durch die von Merkel etablierte rechtsfragliche Flüchtlingspolitik etliche Werkzeuge abhanden gekommen waren, die bis heute nicht erneuert, deshalb auch nicht wieder angewendet wurden. Wer das gerade erschienene Buch des ehemaligen Innenministers de Maiziere liest, wer der aktuellen Rede des aus dem Amt hinauskomplimentierten Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen folgte und aus einem Beitrag aus der  WELT erfuhr, dass jeder zweite bis dritte Abgeschobene morgen wieder in Deutschland ist, wird das CDU-Werkstattgespräch unter anderen Gesichtspunkten betrachten als unter den beabsichtigten. Erstaunlich die Wende in der verbalen Positionierung einiger Politiker. Bisher trat man ans Mikrofon, um Merkel den Rücken zu stärken und auf ihre Flüchtlingspolitik stets mit einem dreimal kräftigen „Hoch“ zu reagieren. Plötzlich entschweben denselben Mündern Formulierungen, die man nie für möglich gehalten hättte und die jetzt den AKK-Formulierungsvorgaben folgen. Nun, die eigene Tasche und das eigene Wohlergehen eines jeden Politikers scheinen auch unter Kramp-Karrenbauer schon den Startschuss in die Zukunft gehört zu haben.

Wenn AKK glaubt, durch kurzes Anheben des Deckels, unter dem das gesellschaftliche Brodeln stattfindet, das Volk, die Wähler, die CDU-Abtrünnigen zu befrieden und für die baldigen Wahlen in den Ostländern Richtungspfeile für sich zu positionieren, dann kann das auch ins Gegenteil umschlagen. Jedenfalls wird sie mit ihrem kurzen Abschlussplädoyer keinen Ruck bei den Skeptikern erzeugt haben. In ihm heißt es: „In diesem Sinne – glaube ich – haben wir einen guten Schritt nach vorne getan, um in Zukunft in dem Spannungsfeld zwischen Migration, Sicherheit und Integration noch bessere Lehren aus den letzten Jahren ziehen zu können.“
So viel zur scheinbaren Richtungsänderung der CDU.

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Machtzentrum Bundesnachrichtendienst Berlin


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Großmacht- oder Großmaulallüren?

Berlin realisiert das, was die Skeptiker der deutschen Wiedervereinigung und die Kritiker deutscher EU-Politik befürchtet haben: Das Erstarken Deutschlands und das Sich-Erheben über andere. Schließlich wurde gerade wieder berichtet, dass die Exportzahlen und die damit verbuchten Gewinne so hoch sind wie nie. Deutschland ist nun einmal wirtschaftlich Klassenbester in der EU und so glaubten und glauben die Regierenden bis heute, sich das Recht des Besserwissens herausnehmen zu können und mit einem ausgeprägten Selbstbewusstsein als Moralapostel zu allen Themen und überall auftreten zu können.
Wieviel Porzellan damit in der EU, den USA und Russland zerbrochen wurde, beweisen die europäische Uneinigkeit, beispielhaft dafür der Brexit, und der Kommu-nikationsverlust mit den USA und Russland.
Haben sich nicht tatsächlich die Ängste Großbritanniens und Frankreichs teilweise bestätigt, dass das vereinte Deutschland wieder Großmachtallüren entwickeln könnte? Ich möchte die Ängste ein wenig zerstreuen. Schauen wir uns die Themen Migration, Klima, Bundeswehr, Energie, Bildung, Gesundheit, Wohnen, Infrastruktur, Lohn, Rente, Reichtum, Armut an, so reduzieren sich die befürchteten Großmachtallüren auf lästige deutsche Großmaulallüren in der EU, mit denen anderen klargemacht werden soll, wie Politik geht.

Die neue Zentrale des BND in Berlin (Bild: Andi Weiland, Lizenz Creative Commons CC BY-SA 4.0)

Sichtbar wird der tiefe Wunsch deutscher Machteliten nach Weltgröße und bundesdeutscher Wichtigkeit an der in Stein gemeißelten Darstellung des Bundesnachrichtendienstes. Da schreckt man selbst nicht davor zurück, es sich in Sachen Baukunst ausgerechnet auf den Stühlen der nationalsozialistischen Giganto-manie bequem zu machen. So eröffnete Angela Merkel vor einigen Tagen das gigantische und schreckliche Gebäude des BND in Berlin Mitte, „das auf einer Bruttogrundfläche von 260.000 Quadratmetern (gleich 36 Fußballfeldern) 4.000 Büros beherbergt. Es ist einer der größten öffentlichen Bauten Europas, angeblich der größte Deutschlands mit 14.000 Fenstern mit jeweils 75 Zentimeter Breite – drei pro Standardbüro.“ 1.200 Mitarbeiter des BND finden scheinbar den Umzug in das Mammutgebäude wenig attraktiv und verbleiben in Pullach (Bayern).

Prora Anlage auf Rügen

Der Berliner Gebäudekoloss steht in Konkurrenz zu dem in Prora auf Rügen, den Hitler als größtes Gebäude der Welt erst als „Bad der Zwanzigtausend“, dann als Lazarett für Kriegsversehrte geplant hatte.
Hier sollte das Menschenmaterial generalüberholt werden, damit es seine Produktivität bewahrte – erst in Friedens-, dann in Kriegszeiten. Auch die Ferienmaschine war dem großen Ziel untergeordnet. Alle Zimmer liegen zur Seeseite hin, pro Block macht das 1.118 Fenster. Bei den noch fünf vorhandenen Blocks macht das 5.590 Fenster bei einer Bruttogrundfläche von 68.000 m² und einem 475.000 m² großen Dünenareal.

Gebäude des BND in Berlin – Bild: Wikimedia Commons / euroluftbild.de/Grahn CC-BY-SA-3.0-DE

Wer auch immer Sprüche über den Größenwahn und die Bauwut im Nationalsozialismus klopft, darf sich jetzt an der Gigantomanie des deutschen Geheimdienstes abarbeiten. Nach allem, was diese Behörde bisher zuwege brachte, ausspionierte und in den Sand setzte, darf man schon heute auf die gigantische Arbeit der gigantischen 4.000 im gigantischen Gebäude gespannt sein. Immerhin konnte sich der BND den ersten Platz für das größte Gebäude Deutschlands und Europas sichern. Allein in Sachen Hässlichkeit konnte es gegenüber Hitlers Kolloss in Prora nicht punkten.
Macht nichts, meint Merkel. Das Kanzleramt hat dem BND schon einmal 400 Millionen Euro für zwei Satelliten bewilligt. Im Jahr 2022 sollen diese Hochtechnologie- und Geheimdienstsatelliten in den Orbit geschossen werden, um innerhalb von 24 Stunden jeden Punkt der Erde überwachen zu können. Schließlich – so Merkel – kann sich Deutschland nicht mehr auf andere verlassen und muss allein für seine Sicherheit sorgen.
Ein bisschen Größenwahn muss halt sein. Er passt zu Merkels alternativlosem Absolutheitsanspruch mit ihrer Aussage: „Ich weiß nicht, was ich hätte anders machen sollen.“

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Henryk M. Broder nahm Einladung der AfD-Bundestagsfraktion an


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Ich wünschte mir seine Sprache

Henrik M. Broder wurde eingeladen. Er wurde gewarnt. Er ignorierte die Warnungen. Er ging hin und redete. Warum auch nicht? Und er hielt eine brilliante Rede, bei der er nichts ausließ. Broder hält nicht hinter dem Berg, er kriecht nicht, er leckt nicht, er schleudert nicht, er redet Tacheles – eine Eigenschaft, die der Irrsinn der Political Correctness verschlungen hat. Der Gebildete braucht keinen Sprach-Knigge und der Hohlkopf ignoriert ihn sowieso. Am Ende aller seiner Reden und auch Schriften dürfte der Satz stehen: Was einmal gesagt werden musste!

Und doch gab es einen Shitstorm in diesem Land, in dem man „gut und gerne lebt“. Und dieser Shitstorm war nicht die Reaktion auf Broders Worte, nein er war die Reaktion darauf, dass er freiwillig die „Höhle der Löwen“ betrat und sich auch noch von einer Löwin „beschmusen“ ließ. Natürlich hätte Broder auch anders reagieren können. Er hätte Alice Weidel mit Kraft wegschubsen können statt sich umarmen zu lassen und hoffen können, dass dieser Schnappschuss dann die Runde macht. Das tat er nicht – er ist Kavalier alter Schule, hat die Genderbefähigung der „linksgedrehten Neumensch-Erschaffer“ nicht erworben, dafür aber Erziehung und Bildung, von denen die zuvor Genannten meilenweit entfernt sind.

Broder sprach zum Thema „Wie die Political Correctness die Demokratie gefährdet“ und er differenzierte: „Um Missverständnissen vorzubeugen, will ich dazu sagen, dass ich kein prinzipieller Gegner der Political Correctness bin, wenn damit gemeint ist, dass es Dinge gibt, die man nicht tun darf und nicht propagieren sollte.“ Eine Relativierung der Nazi-Herrschaft sei unanständig und er kritisierte eine Aussage von Partei-Chef Alexander Gauland scharf: „Man legt die Füße nicht auf den Tisch, man rülpst nicht beim Essen, und man nennt die zwölf schlimmsten Jahre der deutschen Geschichte nicht einen ‚Vogelschiss‘.“

Vorbildlich seine besondere Sicht auf den Menschen. „Ich beurteile die Menschen in meiner Umgebung nicht nach Herkunft, Hautfarbe oder Religion, sondern danach, ob sie (…) auch andere Meinungen als die eigenen gelten lassen.“ Eine schlichte, aber perfekte Beschreibung einer demokratischen Menschensicht. Wer nun aber glaubt, Broder habe die Einladung der AfD angenommen, um als Jude vor einer Horde Nazis zu sprechen, die er auch noch als solche anspricht, ist dem Broder-Sprech auf den Leim gegangen. Niemand der Hirnbenutzer hält die Mehrzahl der AfD-Politiker für Nazis – auch Broder nicht. Mehr als klug also seine folgende Redepassage: „Ein Besuch bei Ihnen stand nicht auf meiner Liste, ich habe die Einladung trotzdem gerne angenommen, wann bekommt ein Jude schon die Gelegenheit, in einem Raum voller Nazis, Neo-Nazis, Krypto-Nazis und Para-Nazis aufzutreten?“ Mein Kommentar dazu: „So kann man auch mit Feindes Sachen Feinden eine Freude machen.“ Dass aus diesem sprachlichen Höhepunkt nur Broder als Sieger hervorgeht, beweisen die von mir dazu gefundenen Interpretationsversuche.

Tim Schulze vom Stern leitet daraus die Überschrift ab: „Ein Jude spricht vor Nazis“. Sascha Lobo twittert: “ … , aber dass der AfD-Fraktion „ihr seid Nazis“ ins Gesicht gesagt wird, das erfüllt mein Herz schon mit einem Quantum Freude.“ Nichts anfangen konnte die faz mit der Nazi-Aussage Broders. Da las man lediglich: „Auf der einen Seite nannte er die AfD-Funktionäre ,Nazis, Neo-Nazis, Krypto-Nazis und Para-Nazis‘ und fragte zynisch, wann ein Jude sonst die Gelegenheit bekomme, vor diesen aufzutreten“. Eine ganz eigene Interpretation bietet „Die Rote Fahne“. Das Blatt schreibt: „Seine scheinbare Distanzierung („Wann bekommt ein Jude schon die Gelegenheit, in einem Raum voller Nazis, Neo-Nazis, Krypto-Nazis und Para-Nazis aufzutreten?“) war nur der Vorwand, um für einen ‚fairen Umgang‘ mit der AfD zu werben.“ Und letztlich hat auch die taz Schwierigkeiten mit ihrer Bewertung. Da heißt es: „Bezeichnete er damit die AfD-Abgeordneten als Nazis? Oder machte er sich vielmehr durch das Wortspiel über den Nazi-Begriff lustig?“ Wenigstens endet die taz in ihrer Hilflosigkeit mit einer richtigen Erkenntnis über Broder: „Broder ist darin geübt, seine Gedanken polemisch bis sarkastisch bis kryptisch vorzutragen.“

Ja, sehr richtig! Er ist vor allem in der Lage, diese Nation immer wieder in Erstaunen zu versetzen und Grenzen zu überschreiten, die andere ununterbrochen bauen.

Wann für ihn die AfD wählbar wäre, setzt Broder, der sich als Wechselwähler bezeichnet, an den Schluss seiner Rede. „Sie müssten Ihre Begeisterung für Russland und Putin dämpfen, Ihre USA-Allergie kurieren, Zweideutigkeiten in Bezug auf die deutsche Geschichte unterlassen und sowohl Ihren Mitgliedern wie Wählern klaren Wein darüber einschenken, dass Sie kein Depot für kontaminierte deutsche Devotionalien sind. Mag sein, dass Sie das einige Wähler kosten wird, aber das sollte es Ihnen wert sein. Klarheit vor Einheit!“

Broder ist für mich der bessere Politiker. Er hat begriffen, dass Demokratie bedeutet, miteinander zu reden und nicht übereinander.

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Suizid eines Berliner Schulkindes? Mobbing? Wird zu oft abgetan.


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VON GASTAUTOR STEFFEN MELTZER

Vermutlich hat sich ein 11-jähriges Mädchen das Leben genommen, weil sie das erfolgte Mobbing in der Schule nicht mehr aushalten konnte. Der innere Schmerz könnte zu groß gewesen sein. Die Gesamtelternvertretung, Schulleiter, Schulamtsrat, Väter und Mütter hatten die Probleme immer wieder angesprochen.

Es hat nichts genützt. Üblicherweise wurden die Probleme verniedlicht. Gegenüber dem Tagesspiegel äußerte sich ein Vater: „Seit mehr als einem Jahr gibt es massive Mobbingfälle an der Schule“, „Es wurde immer wieder den Lehrern und der Schulleitung gegenüber angesprochen, vom Elternbeirat, aber auch von Müttern und Vätern, deren Kinder betroffen waren. Doch man hat alle Fälle einfach abgetan. […]“

Ein Entsetzen geht jetzt durch die Berliner Schulbehörde, weil man einmal mehr unerfreulicherweise in der Öffentlichkeit steht. Die Zustände an Berlins Schulen sind seit langem bekannt. So konnten muslimische Schüler monatelang ungestört einen jüdischen Mitschüler mobben. Jeder dritte Berliner Schulleiter kann den Beruf nicht empfehlen. So bestimmen Brandbriefe und Kündigungen den Alltag, sind Schrottschulen und Maulkorberlass für Schulleiter an der Tagesordnung, gibt es Drohungen der Bildungssenatorin, falls die Missstände öffentlich gemacht werden. Dafür wird sich mit gendergerechten Unisextoilette an einer Schule beschäftigt, währenddessen Schultoiletten verfallen. Ideologische Ausrichtungen scheinen deutlich wichtiger zu sein, als menschenverachtende Verhaltensweisen zu bekämpfen.

Das ist zugegebenermaßen kein Berliner Problem, auch ich kann darüber an Brandenburger Schulen nicht nur ein Lied anstimmen. So sagte mir einmal der Schulleiter eines Gymnasiums bei einer Elternversammlung zum Thema Mobbing, bei der ich einen Vortrag hielt, dass die Lehrer bei der Bearbeitung dieses Themas keine Ausbildung hätten. Das Bedenkliche war, diese Bemerkung war wirklich ernst gemeint. Ein anders Mal wurde ich an eine Schule hinzugerufen, weil Schüler einen Klassenkameraden fünf ganze Jahre gemobbt hatten. Erst als eine unbeteiligte Schülerin ihrer Mutter diese Zustände beichtete, wandte diese sich an die Mutter des betroffenen Schülers. Diese drohte dem Rektor mit einer Strafanzeige bei der Polizei wegen unterlassener Hilfeleistung, wenn man nicht sofort etwas tun würde. Als ich daraufhin in der Klasse eintraf, um das Thema aufzubereiten, waren alle Schüler anwesend, nur den Betroffenen hatte man „vorsorglich“ freigestellt, offensichtlich um zu verhindern, dass konkrete Misshandlungen ans Tageslicht geraten.

Freilich habe ich auch mehrere Schulen kennengelernt, in denen die Schulleitung richtigerweise sofort und sehr konsequent schon beim Ansatz unsozialer Verhaltensweisen einschritt. Auch an der Schule zählt: „Wie der Herr, so das Gescherr“.

Währenddessen überall Jubelfeiern darüber abgehalten werden, dass die offiziellen Kriminalitätszahlen sinken würden, nimmt merkbar an allen Fronten die Verrohung der Gesellschaft zu. Man fragt sich, wie kommt es zu diesem scheinbaren Widerspruch?

Wenn man genauer hinschaut, bemerkt man, dass Gewaltstraftaten sehr wohl wieder zunehmen. Mobbing an sich ist leider, anders als in Frankreich, kein eigener Straftatbestand. Mobbing besteht aber aus vielen einzelnen Straftatbeständen, zum Beispiel: üble Nachrede, Verleumdung, Bedrohung, Nötigung, Körperverletzung, Vortäuschung von Straftaten, Sachbeschädigung, Diebstähle usw..

Durch Gerüchte und offene Anfeindungen werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene ausgegrenzt und systematisch über einen längeren Zeitraum seelisch und körperlich verletzt und zerstört. Dem Opfer wird gleichzeitig eingeredet, es wäre „überempfindlich“, „psychiatrisch verhaltensauffällig“ und somit an seiner Lage selbst „Schuld“. Da sich dabei immer viele auf einen stürzen, nimmt nur selten jemand daran Anstoß, es sei denn, er könnte der Nächste sein, der daran glauben muss. Deshalb gibt es die vielen Mitläufer an allen Orten ähnlich dem politischen und medialen Mainstream. Die Spirale der Gewalt hinter der vorgehaltenen Hand nimmt somit ihren tragischen Lauf, der im finalen Suizid enden kann, da das Opfer mit der Zeit die Anfeindungen als eigene Glaubenssätze übernimmt und sein Dasein als nicht mehr lebenswert empfindet.

Sollte diese höchstmögliche Dramatik eintreten, tun danach üblicherweise alle Beteiligten „total überrascht“, da Mobbing oftmals unter der Decke der Verborgenheit stattfindet und deshalb, bei etwas Wegschauen, nicht bemerkt werden muss, wenn man sich nur die Mühe dazu gibt.

Die sozialen Medien ermöglichen, 24 Stunden rund um die Uhr, das auserwählte Opfer neben der Schule oder Arbeit, nach allen Regeln der Kunst fertig zu machen. Es ist nicht wie einst, als bei einer Schlägerei, in der einer den Kürzeren zog, nicht mehr nachgetreten wurde, wenn der Gegner am Boden lag. Heutzutage wird noch zusätzlich auf den Kopf gesprungen, bis das Opfer endlich schwer verletzt oder getötet liegenbleibt. Der Vernichtungswille steht im Vordergrund! So ähnlich brutal kann man sich Mobbing „rund um die Uhr“ vorstellen. Niemand greift dabei ein, weil das Wegschauen so leicht fällt.

Zu wenig Lehrpersonal, keine Fehlerkultur und Kritikverbot, Lehrpersonal, das gegenseitig selbst einen „straffen Ton“ (wie erlebt) an den Tag legt, Gleichgültigkeit, weil die Verträge am Schulende sowieso gekündigt werden, Arbeitslosigkeit eintritt und zum neuen Schuljahr eine Neubewerbung erforderlich ist u.v.m. können dazu beitragen, dass Verantwortliche innerlich kündigen und bei Problemen wegsehen. Warum sollten sie sich zusätzlicher Probleme annehmen?

Wer hat es gemacht?

Darüber hinaus sollte klar sein, dass Kinder lediglich die Erwachsenenwelt kopieren, die sie tagtäglich nicht nur zu Hause erleben. Wenn sich ein Kind deshalb das Leben nimmt, weil es von anderen Kindern gemobbt wurde, haben nicht in erster Linie die mobbende Kinder versagt, sondern wir Erwachsene als schlechte Vorbilder. Ein Elternhaus, in dem Gewalt, Ausgrenzung und Unterdrückung eine herausragende Rolle spielen, kann allerdings auch keine noch so gute Schule dauerhaft kompensieren.

Mobbing finden wir in der ganzen Gesellschaft. Es ist ein Parallelsystem, das neben dem Rechtsstaat existiert. Mitarbeiter, denen man nicht kündigen kann, werden solange schikaniert, bis sie schließlich entnervt aufgeben. Dabei ziehen Mitläufer, Verwaltung und Vorgesetzte an einem Strang, denn keiner will der Nächste sein.

Wir leben in einer angeblich so „toleranten“ und vielfältigen Gesellschaft, die gerade sogenannten Minderheiten immer wieder ein diskriminierungsfreies Leben garantieren will. Soweit zur Theorie. Aber was ist mit den Menschen, die im Studium, in der Schule, auf der Arbeit oder im Dienst täglich drangsaliert und belästigt werden?

Diese haben keine Lobby, niemand nimmt sich des Themas in Politik und Wissenschaft ausreichend öffentlichkeitswirksam an. Es sind archaische barbarische Zustände, die mit einer aufgeklärten modernen Gesellschaft nichts gemein haben. Das Opfer hat niemals Schuld, es kann jeden von uns treffen, wenn man zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort in ein „falsches Team“ gerät. Fatalerweise ist es üblich, den/die Betroffene zu entfernen. Das ist typisch, leicht gedacht, schlecht gemacht. Nachdem der/die „Unangepasste“ weg ist, ist der Nächste dran..

Wie geht es weiter?

Im Bildungssenat wird man sich in allererster Linie darüber den Kopf zerbrechen, wie man das öffentliche Gemüt schnellstmöglich beruhigen kann. Im Mai sind Europawahlen. Wer dabei denkt, es könnte darum gehen, Mobbing zu bekämpfen, könnte sich auf dem Holzweg befinden. Schließlich müssen die eigenen politischen Posten und Pfründe gesichert werden. Da ist schlechte Presse unerwünscht. Jetzt schlägt die Stunde der Berufsbetroffenen und der Besänftiger. Aktionismus ist angesagt, bis der nächste Skandal die Medien beschäftigt. Wir müssen auch in Zukunft deshalb damit rechnen, dass Mobbing weiterhin fleißig allerorts unter den Teppich gekehrt wird und seine weiteren Opfer fordert.

Steffen Meltzer, Sachbuchautor Ratgeber Gefahrenabwehr: So schützen Sie sich vor Kriminalität – Ein Polizeitrainer klärt auf

Der Artikel erschien zuerst auf Tichys Einblick

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Mangeltruppe Bundeswehr


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Und wieder ein Untersuchungsausschuss

Dass ein Untersuchungsausschuss so überflüssig ist wie ein Kropf, hat uns Joschka Fischer gelehrt, der angetreten war, um dieses Gremium der Lächerlichkeit preiszugeben. Überflüssig und teuer sind sie, ihre Aufklärungsraten gehen gegen Null. Ein in der Demokratie legales Mittel der Opposition – doch wo keine Opposition ist (die AfD wird als solche nicht anerkannt) braucht es erst recht keinen Unter-suchungsausschuss. Und doch werden wieder Vorbereitungen für dieses Sinnlosspiel getroffen. Warum?
Seit fünf Jahren ist Ursula von der Leyen Verteidigungsministerin in Deutschland und wann immer man etwas über die Bundeswehr hört oder liest, ist es nichts Gutes. Ohne dass ich eine Vertreterin für „Frauen an den Herd“ bin, hege ich doch eine Sympathie für „Frauen in der Mutterrolle“, was ja in Zukunft ebenso verpönt sein wird wie ersteres. Stattdessen diskutieren unsere kinderlosen Femi-nismusexperten darüber, den Schwangerschaftsabbruch demnächst als Werbeblog in die Medien zu bringen. Das aber hier als kleiner ironischer Ausflug, der einer intensiveren Betrachtung bedarf.

Kehren wir zurück zu der Frau, die als mehrfache Mutter an der Spitze der deutschen Bundeswehr steht und inzwischen bewiesen hat, dass Frauen wie Männer fähig wie unfähig sein können. Von der Leyen ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht die Parität, also die gleiche Verteilung der Macht an Frau und Mann, diesen Staat vor Unfähigkeit und Zerstörung schützt, sondern Ausbildung, Bildung, Fähigkeit und Befähigung für eine Tätigkeit. Das neue Gesellschaftssystem unserer Gleichmachfanatiker kennt aber zukünftig weder Vater noch Mutter, weder Mann noch Frau, weder Familie noch Nation. Bereiten wir uns also schon einmal vor auf das Land der Richter und Banker und auf das Schweigen der Belämmerten, kurz gefasst auf das Land der tiefgrünrosaroten Einheitstruppe.

Wozu also noch eine Bundeswehr zur Verteidigung des Landes? Dieser marode Verein muss sich erst einmal selber verteidigen, von der Leyen muss sich vor der Truppe und dem Rechnungshof verteidigen und Merkel sollte sich schngellstmöglich vor dem gesamten Parlament für die Schutzlosigkeit ihres Volkes verteidigen. Aber wie heißt es so schön? Wo kein Kläger, da kein Richter. Wer von den Großkoalitionären CDUCSUSPDGrüneLinke und ihren Gutmensch-Wählern sollte schon klagen bzw. die Verantwortlichen verklagen? Niemand mag sie dabei stören, wie sie täglich Listen erstellt darüber, was in dem Trauerverein der Bundeswehr nicht fliegt, nicht taucht, nicht fährt, nicht schießt oder einfach fehlt.

Wie passend, dass sich während der Erstellung der deutschen Mängelliste Macron ins Gespräch bringt und eine „wahre europäische Armee“ fordert. Er begründet seine „Vision“ damit, dass die von Präsident Trump angekündigte und nun durchgeführte Kündigung des INF-Vertrages eine Gefahr für Europa sei. Europa und seine Sicherheit wären die Hauptopfer dieser einseitigen Maßnahme. Deshalb muss Europa sich verteidigen können, „mit Blick auf China, auf Russland und sogar auf die USA“. Und beglückt stimmen Merkel und von der Leyen zu. Was könnte ihnen Besseres passieren, als den Bundeswehrmüll auf diese Art zu entsorgen und die zwei noch funktionierenden Panzer, Flugzeuge und Schiffe in die europäische Großausrüstung zu integrieren.

Der Hauptschauplatz ist in Kürze der Untersuchungsausschuss des Bundestages. Die Hauptrolle spielt die verantwortliche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Stein des Anstoßes ist die Vergabe von Beraterverträgen der Bundesregierung an McKinsey in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro. Im Jahr 2014 holte von der Leyen Katrin Suder, eine Partnerin des Unternehmens, ins Ministerium und machte sie zur Staatssekretärin. Suder sollte das milliardenschwere Beschaffungswesen der Bundeswehr reformieren, verließ dann jedoch das Ressort im März 2018 aus – wie es hieß – privaten Gründen. Vorwürfe über Unregelmäßigkeiten, zu hohe Beraterausgaben und eine Strafanzeige sorgten jetzt für den Untersuchungsausschuss, der für Aufklärung sorgen soll. Schon 2016 hatte der Bundesrechnungshof die Technik und Höhe von Beraterverträgen kritisiert. Das Risiko der Fremdsteuerung sei dann besonders hoch, „wenn einzelne Beratungsunternehmen ressortübergreifend immer wieder und gleichzeitig von Dienststellen des Bundes beauftragt werden“, hieß es.
Immer hineingefasst in den Steuerzahlertopf, was der Bund der Steuerzahler seit Jahren massiv kritisiert. „Obwohl die Bundeswehr ein ganzes Amt nur für die Planung und Beschaffung von Rüstungsprojekten hat, leistet sie sich zusätzlich ein Heer von teuren Beratern“, heißt es da. Was aber juckt es eine deutsche Eiche (Politiker), wenn sich eine Wildsau (Steuerzahler) daran reibt?

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Anne Will heißt zu recht so


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Ich wünschte, sie hieße Anne Kann
Prof.Dr.Dieter Köhler

Der wunderbare Sonntagabend, an dem die unfähigste Diskussionsleiterin, die das Medium Fernsehen zu bieten hat, Anne Will, ihre Sendung zum Palavermedium für die „hochwissenschaftlich“ argumentierende Annalena Baerbock machte, ließ wieder allen Hirnbesitzern die Haare zu Berge stehen. Der sogleich den Lungenexperten Dieter Köhler diskreditierende Epidemiologe Heinz-Erich Wichmann erlangte zwar sofort die Sympathie der Diskussionsleiterin, trug allerdings nichts zur wissenschaftlichen Begründung des von ihm mit festgesetzten CO2 Grenzwertes bei.

Wie hätte eine hilfreiche und ehrliche Diskussion aussehen müssen? Als erstes hätte Herr Köhler ein kurzes wissenschaftliches und verständliches Statement abgeben müssen. Schließlich war seine These der Anlass für diese Sendung. Darauf hätten dann alle anderen Gäste reagieren können, ohne dass man ihnen erlaubt hätte, sich gegenseitig zu diskreditieren.
Dieses Vorgehen ist und war noch nie im Sinne einer Anne Will. Ihr Auftrag hat einen schwarz-grünen Mainstream-Hintergrund und gefällt natürlich dem ARD Chefsesselinhaber vorzüglich. Unvoreingenommenheit und Gleichbehandlung sind nicht Wills Stärke – im Gegenteil – sie verteilt ihre Sympathie- und Antipathiepunkte sowohl mimisch als auch zeitlich. Es werden immer die Gäste den größten Redeanteil erhalten, die als Manipulationsakteure für die gewünschte Meinung dienen können. Das waren heute eindeutig Baerbock und Wichmann. Da durften gerne mal mehrere Anläufe gleichen Inhalts ohne Unterbrechung getätigt werden. Die anderen mussten sich mit weniger Redezeit begnügen und mussten sich auch auf Nachfragen und Unterbrechungen ihres Redeflusses einstellen.

Wie reich wurde nun der Zuschauer in dieser Sendung mit Wissen beschenkt? Er war nach der Sendung ebenso schlau wie vorher, fragte sich allerdings, ob er nicht doch von der Politik, der EU, der WHO und sonstigen wissenschaftlichen „Würfelexperten“ mit ideologischem Hintergrund ununterbrochen für dumm verkauft wird.

In diesem Versuch einer Diskussion über ein Gesetz, das zwischen Lobby, Wissenschaft, Gesundheit, Klima, Willkür, Politik und Mainstream anzusiedeln ist, war der Wind für die Grenzwertbefürworter und gegen die Skeptiker vom ersten Wort an spürbar.

Heute berichtet Focus online, dass laut Regierungsakten Angela Merkel als damalige Umweltministerin schon vor 20 Jahren für die heute  geltenden Grenzwerte stimmte. So erlaube ich mir, mein schon vor einem Jahr verfasstes Statement hier aus  gegebenem Anlass zu wiederholen. Auch diese Debatte ist – wie viele andere seit 2015 – zwecks Machterhalt von Merkel absichtlich vermieden worden.

„Made in Germany“ – politisch abgeschafft

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„Ruhrgebietskind“ Susanne Neumann gestorben


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Auch sie fand: „SPD hat fertig“

Die Frau, die den Mut und die Gelegenheit hatte, einem führenden Politiker der SPD, in dem Fall Sigmar Gabriel, die Leviten zu lesen, ist verstorben. Das Besondere an Susanne Neumann ist ihre Biographie. Eine solche ermöglicht normalerweise keine Eintrittskarte bei Anne Will oder bei sonstigen Fernsehauftritten, auch kein Treffen mit hochrangigen Politikern. Üblich ist, dass die Klientel von Medien- und Politikvertretern stets nur in ihrem eigenen Saft schmort und sich deren Wahrheiten nur um sich selbst drehen. Gerne versammeln sich in ARD und ZDF Politiker aller Couleur mit Journalisten und Fachleuten aller Branchen. Mit der Lupe zu suchen in TV-Gesprächsrunden sind Menschen aus dem Volk wie Susanne Neumann.

„Wer einen befristeten Arbeitsvertrag kriegt, kriegt keinen Mietvertrag, der kriegt auch keinen Kredit“, verkündete sie ihre ganz persönliche Erfahrung. Mit Kanzler Schröder und seiner Agenda 2010 sei die SPD-wählende Arbeiterschicht nicht mehr einig gewesen und habe sich verraten gefühlt. Sigmar Gabriel, der sich beim Gespräch mit Neumann versuchte, auf sie einzulassen, zog mit seiner Antwort den kürzeren. Man arbeite daran, befristete Arbeitsverträge zurückzufahren, antwortete er, doch die Schwatten (Ruhrge-bietsjargon für CDU) würden nicht mitmachen. Und die intelligenteste und einzige Antwort darauf gab Neumann unter berechtigtem Applaus. „Warum bleibt ihr dann bei den Schwatten?“
35 Jahre als Putzkraft tätig und jahrelang gewerkschaftlich engagiert wusste sie genau, welchen Menschen wo der Schuh drückt.

Authentisch, wehrhaft und direkt die Kritik dort abzusetzen, wo sie hingehört, das hat Susanne Neumann vorbildlich bewiesen. Vor knapp zwei Monaten verließ sie die Partei ihrer Väter, um sich in der Wagenknecht-Bewegung „Aufstehen“ zu orientieren und zu engagieren. Das war ihr nicht mehr vergönnt. Sie starb jetzt viel zu früh mit 59 Jahren.

Nicht nur Ruhrpottmenschen sollten sich an der Gelsenkirchenerin, die durch lautes Denken bekannt und beliebt wurde, ein Beispiel nehmen und sich nicht scheuen, sich ebenfalls das laute Denken (wieder) anzueignen.

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