DENK-BLOG

Ich denke, also bin ich (René Descartes)

Die Welt um uns herum ist hochkompliziert geworden, für die aber auch wir Verantwortung tragen. Der Bedarf an differenzierten Antworten auf vorhandene Probleme ist riesig und politisch verordnete „Alternativlosigkeit“ demaskiert die Arroganz der Macht. Die Folge dieser Arroganz ist die Spaltung unserer Gesellschaft, ist der Verlust von Demokratie und Freiheit und die Zerstörung des Sozialstaats durch die weiter wachsende Verteilungsungerechtigkeit. Mein Weckruf hinein in das politische und gesellschaftliche „Schlaflabor Deutschland“ greift nach meinem Bürgerrecht, diese Welt mit zu gestalten und zu verändern. Nutzen wir die Restbestände von Freiheit, in Gedanken, Wort und Schrift eine „Gemeinschaft der Denker und umDenker“ zu bilden, die sich auf den Weg gemacht hat.

Mein umDenk-Blog berichtet, kritisiert, fordert, provoziert, analysiert, zürnt, tröstet und ruft dir zu:
„Mensch, wach auf!“

Sturmwarnung am Rosenmontag


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… und Narren das ganze Jahr hindurch

Es ist Karneval, die Narren sind frei und … Sturm ist angesagt. Die Jecken in den Karnevalshochburgen haben ein Problem. Pferde können scheuen, Teile von Karnevalswagen oder sonstige Mitbringsel und Utensilien können herumfliegen und Menschen verletzen. Schon gestern entschieden Verantwortliche, die Pferde bei den Umzügen nicht einzusetzen. Heute wurde in der Nachbarstadt Bottrop der Karnevalsumzug abgesagt. Köln allerdings wird sich durch ein Sturmtief keinesfalls die Stimmung verderben lassen, hieß es schon am frühen Rosenmontagmorgen.

So sieht es aus in Deutschland. Sturmwarnung selbst zu Narrenzeiten … Zwei Narren, die als Eulenspiegel verkleidet unterwegs waren, haben das Narrenschiff gewechselt: Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maßen und der Dresdner Politikwissenschaftler Werner Patzelt sind die Neumitglieder der CDU/CSU-zugehörenden Werte-Union. Diese hatte sich 2017 als Reaktion auf Merkels Grenzöffnung und Flüchtlingspolitik gegründet. 2000 Mitglieder gehören ihr inzwischen an. In einem Thesenpapier formuliert die Werte-Union ihre Vorstellung über einen Politikwechsel ohne Merkel.
Sie fordert geringe Steuern und Sozialabgaben insbesondere für Familien mit Kindern und den Mittelstand, eine Rentenreform sowie eine bessere Konzentration der Europäischen Union auf die Außenpolitik. Zudem werden „rechtsfreie Räume“ in verschiedenen deutschen Städten beklagt. Der Staat müsse die Bürger gegen Bedrohungen von innen und außen schützen, was mit einer Flüchtlingspolitik a la Angela Merkel unmöglich ist.

Maaßen, der im Februar der Werte-Union beitrat, kritisiert den Werteverfall in der CDU mit den Worten: „Werte sind nicht beliebig“. Er sei der CDU vor 32 Jahren nicht beigetreten, „damit Millionen Asylsuchende nach Deutschland kommen und es eine Asylpolitik ohne Obergrenze gibt“. Ebenso kritisiert er den Atomausstieg, die Aussetzung der Wehrpflicht, den Mindestlohn und die Genderpolitik. Über den Skandal, ihn seines Amtes zu entheben, habe ich ausführlich berichtet.

Der Dresdener Politikwissenschaftler Werner Patzelt machte durch offene Kritik an Merkels Politik von sich reden. Ihm wird eine starke Nähe zur AfD unterstellt. Deshalb verzichtete die Technische Universität Dresden darauf, ihn, ein langjähriges CDU-Mitglied, nach seinem Ausscheiden als Seniorprofessor vorzuschlagen.

Die Narren sind unterwegs, wie man sieht und die Frage an mich, ob ich denn nicht den Karneval mitmachen wolle und mir eine kreative Pause gönnen wolle, beantwortete ich prompt: Diese wenigen Tage sind doch nur die Persiflage auf die pausenlose Narretei in den Landeshauptstädten, in Berlin und in Brüssel. In den Hochburgen findet der eigentliche Karneval statt – mit Bützchen, Büttenreden, Masken und Luftschlangen. Und dat Funkenmariechen tanzt und singt dabei dat Solo von de Höhner mit dem Refrain:
“Ich würd’ meine Fehler ja eingesteh’n,
wenn ich welche hätt,
ich bin von Natur aus makelos,
gerade zu perfekt,
Ich würd’ meine Fehler ja eingesteh’n,
doch Fehler hab ich nicht,
weil der Herjott nicht überall sein kann,
darum erschuff er mich.”

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Attac und die Amadeu-Antonio-Stiftung


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… und deren Gemeinnützigkeit

Attac ist die Abkürzung für den französischen Ausdruck “Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der BürgerInnen” (association pour une taxation des transactions financières pour l’aide aux citoyens). 1997 gründete Ignacio Ramonet in Frankreich Attac als Initiative für eine internationale Steuer zur Kontrolle der Finanzmärkte. Heute engagieren sich rund Hunderttausend Mitglieder in neunzig Ländern in der globalisierungskritischen Bewegung. Attac hält eine andere Welt für möglich, die eine ökologische, solidarische und friedliche Weltwirtschaftsordnung anstrebt. Der gigantische Reichtum dieser Welt muss laut Attac gerecht verteilt werden.

Attac beschäftigt sich mit den internationalen Finanzmärkten, dem Welthandel und den Auswirkungen auf Deutschland und Europa. Dazu zählen etwa die Privatisierung öffentlicher Infrastruktur, eine Steuerpolitik zugunsten von Unternehmen und großen Vermögen sowie die unsozialen Renten- und Arbeitsmarkt”reformen”. 

Was Attac bemängelt:

  • die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf, hierzulande, innerhalb Europas und weltweit
  • Millionen Menschen leiden Hunger, viele arbeiten unter menschenunwürdigen Bedingungen, Kinder wachsen in Armut auf
  • Unternehmen und Konzerne schreiben Rekordgewinne und entlassen dennoch tausende MitarbeiterInnen, Politiker und Gewerkschaften scheinen dagegen machtlos zu sein
  • Bildung, Wissen, Gesundheit, Altersvorsorge werden privatisiert und damit vom Allgemeingut zum Luxusobjekt
  • das Klima verändert sich in rasendem Tempo, aber gegen den Ausstoß von Treibhausgasen scheint es kein Mittel zu geben
  • um gefragte Rohstoffe werden Kriege geführt

Heute, am 26. 2. 2019 wurde dem globalisierungskritischen Netzwerk ATTAC vom Bundesfinanzhof die Gemeinnützigkeit aberkannt, weil Attac versuche, mit seinen Kampagnen die politische Meinung zu beeinflussen. Laut Finanzgericht gilt zwar die unter Volksbildung zu fassende politische Bildungsarbeit als gemeinnützig, nicht aber der Einsatz für allgemeinpolitische Forderungen zur Tagespolitik und dazu durchgeführte Kampagnen.

So weit, so gut! Dann schauen wir doch einmal auf die allgemeinpolitischen Forderungen und die in Schriften verborgenen Kampagnen eines Netzwerks, das die Voraussetzungen für eine Gemeinnützigkeit erfüllt — auf die Amadeu Antonio Stiftung (AAS). Sie nimmt für sich in Anspruch, sich für die Zivilgesellschaft und die demokratische Kultur zu engagieren und formuliert: “Die Amadeu Antonio Stiftung reagiert auf eine rechtsextreme Alltagskultur, die sich vor allem in den neuen Bundesländern verankert hat. Doch auch im Westen Deutschlands nehmen rechtsextreme Aktivitäten an Intensität und Quantität enorm zu. Es werden täglich Menschen von Rechtsextremisten beleidigt, bedroht, angegriffen und sogar getötet. Der Amadeu Antonio Stiftung ist es wichtig, auf die Gefahren des Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus aufmerksam zu machen und dagegen vorzugehen, sich für eine demokratische Kultur zu engagieren und für den Schutz von Minderheiten einzutreten.

Sehr beliebt sind stets Handreichungen, die der Zivilgesellschaft den rechten Weg „nach links“ weisen und mit schier dubiosen hirngespinstischen Konstruktionen rechts-rassistische, gerne immer völkisch genannte Realitäten herstellen. 

So heißt es in der Schrift dieser Stiftung: Es wählen „völkische Esoteriker, so genannte »Reichsbürger«, Rassisten oder auch militante Nationalsozialisten gezielt die ländlichen Regionen, um preiswerte Grundstücke zu erwerben und dort nach eigenen Vorstellungen zu leben. Die AAS warnt vor „rechter Raumergreifung“ speziell in den ländlichen Gebieten Niedersachsens.

„Deswegen brauchen wir auch für Niedersachsen eine klare Haltung und deutliche Zeichen gegen diese Raumergreifung, damit das Land nicht zum Labor für rechtsextreme Ansiedlungsversuche wird.“

Ei der Daus! Ist der Wahnsinnige wiederauferstanden und hat die Seite gewechselt? Statt wie damals in jüdischen Gewässern fischt er jetzt in seinen völkischen? 

Nein, sicher nicht – er dient lediglich als Vorbild für Methoden, die sich bewährt haben. Und so machte Heiko Maas für sein Netzwerkdurchsetzungsgesetz den Bock (Anetta Kahane, ehemals „IM Viktoria“ als Stasi-Mitarbeiterin) zum Gärtner (Partner für das Zensur- und Löschgremium im Internet).

Wenn man bedenkt, dass die Stasiaktivitäten in der DDR mit ihren Bespitzelungs- und Diffamierungsmethoden die Fortsetzung der Nazi-Methoden waren, ist ja die logische Folge, dass ehemaliges Fachpersonal der Stasi heute auch die Spitzeltätigkeit im vereinten Deutschland für die Demokratie übernimmt. Es reicht vollständig, sich die ersten Seiten des „Völkischen Rechtsextremismus in Niedersachen“ und/oder die Kita-Broschüre „Ene, mene, muh und raus bist du!“ durchzulesen. Wie derartige Schriften in einer sogenannten Demokratie von einer „gemeinnützigen“ Stiftung herausgebracht werden können, ist ein Beweis für einen Zustand in Deutschland, der nur noch zum Fürchten ist. Diese Stiftung  ist gemeingefährlich, und nicht gemeinnützig! Diesem einäugigen Spitzeltrupp aus den faschistischen Lehranstalten der Vergangenheit muss das Wort „demokratisch“ entzogen werden. Er sollte dem Verfassungsschutz vorgestellt werden. Als sehr „gemeinnützig“ erweist sich natürlich eine Organisation, die mit dem Verschönern von Lebensbiographien beginnt und bei der Diskriminierung und dem Ausschluss von Öffentlichkeit endet. 

Alles in Deutschland kein Problem, solange dem tiefgrünrosaroten Mainstream bzw. der RiesenGroKo CDUCSUSPDFDPGrüne Genüge getan wird. Das Marschieren in eine Richtung steht längst auf ihrer Liste der Bedürfnisbefriedigung. Uns widerborstigen Kritikern und Meinungsbesitzern steht die Zwangsbeglückung durch die Zensurbehörden und unsere Gleichschaltung durch sie noch ins Haus. Wer aber sagt, dass ich ihnen die Tür öffnen muss?

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Herrschaftszeiten …


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… im wahrsten Sinne des Wortes

Die Zeitalter der Experten ist angebrochen. Nach dem demokratischen Zeitalter in der zweiten Hälfte des  20. Jahrhunderts folgte das Zeitalter der Gegen-Demokratie, das in das Zeitalter des Zorns mündete. Die Epoche des Überwachungs-Kapitalismus öffnet schon die Tore in das digitale Zeitalter der No-Gesellschaft. Nicht Herr X und Frau Y werden die Arbeitswelt bevölkern, sondern Robi, der Fahrer, Robi, der Chirurg, der Postbote und Lehrer.

Wohin man blickt, in welches Programm man schaut, welches Thema man betrachtet, welchem öffentlichen Medium man das Wort erteilt – Wissenschaftler, Experten, Fachleute, Alles-und Besserwisser, wohin man schaut.

Schalte den Fernseher ein – und die Aufklärung beginnt. Gestern erklärte dir der Terrorismusexperte die Welt, heute ist es der Islamexperte, morgen der Genderfachmann und übermorgen der Klimaexperte. Für den wissenschaftlichen Hintergrund sorgt dann schon die Presse, das Expertengremium oder eine groß angelegte Studie. Auch Statistiken dienen als eine beliebte Beweisführung, gerne solche, die der Experte vorher eigenhändig gefälscht hat. Sollte dann trotz aller “Wissenschaft” der Skeptiker noch immer nicht überzeugt sein, helfen Traumdeuter und Psychoexperten weiter – so geschehen im Rahmen von Kriminalitätsstatistiken. Trotz täglicher Horror-, Gewalt- und Tötungsmeldungen ist ja die Kriminalitätsrate stark zurückgegangen – die Empfindung des Bürgers, dass das nicht so ist, entspringt einer “gefühlten Angst”. Dann entspringt der Rückgang der Demokratie in Deutschland wohl auch nur einer “gefühlten Erkenntnis” und der Rückgang der Bildung nur einer “gefühlten Verblödung”.

Laut Expertenaussagen muss sich die Menschheit auf eine Heißzeit einstellen, ist das Schneechaos ein deutliches Zeichen des Klimawandels, Deutschland steht nach Expertenmeinung in diesem Jahr vor einer großen Pleitewelle, eine Studie kam zu dem Schluss, dass bis 2029 bis zu 390.000 Ingenieure in Deutschland fehlen. Und die Bertelsmann Stiftung, wichtiger scheinwissenschaftlicher Mainstream-Infiltrant, nennt eine Privat-Studie ihr eigen, die zu dem Schluss kommt, dass bis 2060 jährlich rund 146.000 Einwanderer aus Drittstaaten und etwa 114.000 Zuwanderer aus EU-Staaten benötigt werden, um den demografiebedingten Rückgang des Arbeitskräfte-Angebots auf ein “für die Wirtschaft verträgliches Maß” zu begrenzen. Wer derartige Berechnungen anstellt und dafür auch gleich die konkrete Zahlen parat hat, muss schon “ein wahrer
Experte” sein.

Hinein in die Zeit der Expertenkommissionen, der Scheinwissenschaften, verbunden mit den oft willkürlichen oder mainstreamhörigen Exekutivmächten und NGOs. Wieviel demokratische Absicht und Legitimation in diesen “Könner- bzw. Expertengremien” stecken, muss hinterfragt werden. Ursula Weidenfeld fragt in ihrem Buch “Regierung ohne Volk”: “Haben die NGOs nicht wirklich schon eine Art Nebendemokratie errichtet? Zu Anhörungen über die Suche nach einem Atommüllendlager oder über Start-und Landerouten für Flughäfen werden Hunderte Experten eingeladen, warum aber werden nicht auch Hunderte Bürger gefragt?”

Während Weidenfeld nur auf eine „bessere“ repräsentative Demokratie setzt, wird meine Stimme immer der direkten Demokratie den Vorzug geben. Die in diesem Land fortgesetzten politischen und medialen Infiltrations- und Verblödungsmechanismen haben nämlich in der Schweiz keine Angriffsfläche. “Die direkte Demokratie macht die Schweizer Bürger zu den bestinformierten der Welt. Sie werden geschult durch die ständigen Abstimmungen über Initiativen und Referenden sowie die medialen oder privaten Debatten über die jeweils gerade anstehenden Fragen.”

Das ist aber in Deutschland nicht gewünscht. Unseren Mainstreamern schwebt da eher die Eliten-Demokratie des US-Politologen Jason Brennan vor, die er in seinem Buch „Gegen Demokratie“ protegiert. Brennan hält nichts davon, an der politischen Bildung der Menschen zu arbeiten. Der Autor setzt stattdessen auf ein anderes politisches System: Er nennt es epistokratisches System, das im Vergleich zur Demokratie nicht allen Bürgern automatisch denselben Anspruch auf das Wahlrecht zubilligt. Beispielsweise bildet der Staat ein kognitiv elitäres Beratungsorgan, der aus Experten mit entsprechenden Qualifikationserfordernissen besteht. Am liebsten wäre ihm eine Struktur, die das Wahlrecht nach geistiger Kompetenz vergibt. Zum Beispiel, indem man Stimmen unterschiedlich gewichtet. Bleibt die Frage, wonach denn wohl die Kompetenz der Wähler bemessen sein soll. Machen wir uns nichts vor. Der Wähler ist und bleibt Mittel zum Zweck. Ob repräsentative oder direkte Demokratie, ob Technokratie oder Epistokratie.

Die Epistokratie ist an den Interessen der Globalisierungselite und ihrer Wirtschaftsmacht ausgerichtet. Sie bedarf des Staates nur noch als Fassade, als Hülle, als Umsetzungshilfe des Machtanspruchs der Eliten gegenüber dem Volk. Die Organe des Staates zur Sicherung der Ordnung werden umfunktioniert zu Organen zwecks Machtausweitung der Eliten.

Die Welt dreht sich weiter und das doch immer in dieselbe Richtung. Wirtschaft und Kapital führen das Wort und den Markt – der Mensch wird für dumm verkauft und nach Strich und Faden manipuliert. “Ora et labora” hieß es im Mittelalter. Das “labora” ist geblieben, das “ora” auch. Letzteres hat allerdings die kirchliche Bedeutung abgelegt. Aus “Bete und arbeite” ist “Bete nach und arbeite” geworden. Dabei geht es um das Nachbeten der Mehrheitsmeinung. Wer das Gebet beherrscht, hat nichts zu befürchten, nichts zu erkämpfen, nichts zu kritisieren. Dieser Mensch ist lenkbar, berechenbar und für das Führungsgremium der gewünschte “Demokrat”.

Menschenskind …
… werde endlich wach und steh auf!

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Bimbes-Partei von Kohl bis Merkel


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Lobbyparteispenden verbieten

Angela Merkel wurde im November 2005 deutsche Kanzlerin. Sie war als Kohls Ossi-Mädchen hofiert und politisch groß gemacht worden. Er als ihr politischer Übervater hatte die deutsche Einheit vollendet, was als sein Lebensverdienst in die Geschichte eingeht. Weniger löblich dokumentierte am 4.12.2017 die ARD die andere, die verwerfliche oder auch kriminelle Seite des Helmut Kohl. Unter dem Titel “Bimbes – Die schwarzen Kassen des Helmut Kohl” offenbarte sich dem Wähler ein abgrundtiefer Sumpf aus Lug und Betrug über Jahre hinweg. Macht und Machtmissbrauch, dazu Parteispenden und Personenspenden speziell von dem durch seine Nazi-Vergangenheit reich gewordenen Flick-Konzern machten dem Parteinamen C(hristlich)DU alle „Ehre“. Sowohl die “Staatsbürgerliche Vereinigung” in Koblenz als auch die “Gesellschaft für Gemeinwohl mbH” namens Soverdia, ein kirchliches Wirtschaftsunternehmen, dienten als Geldwaschanlage zur illegalen Parteienfinanzierung. Kohls Vertuschungstaktiken funktionierten so gut, dass er trotz seiner persönlichen illegalen Bereicherung 1982 Kanzler wird. Doch schon 1985 muss sich Kohl wegen 227 Millionen DM, die in den Jahren 1969 bis 1980 auf die Konten der “Staatsbürgerlichen Vereinigung” flossen, vor zwei Untersuchungsausschüssen verantworten. Uwe Lüthje als Mitwisser wird zum zentralen Retter Kohl’scher Machenschaften und Lügen. Die schwarzen Konten oder von Kohl auch “Portokasse” genannt lagern derweil wohl noch immer in der Schweiz und in Liechtenstein und landen vermutlich noch heute als legale Parteispende über Umwege in den CDU-Kassen. Der heutige Bundestagspräsident und gewesene Finanzminister Schäuble hat die letzten Geldkoffer transportiert. Heute hat er gewiss in seinem Amt als Finanzminister gelernt, wie man die Partei ohne Aufsehen bereichert.
Merkel und Geld scheinen zwei widersprüchliche Begriffe zu sein – und doch darf auch in dem Fall das Sprichwort Anwendung finden: “Stille Wasser sind tief”. Wenn die BMW-Familie Quandt fast 700.000 Euro an die CDU spendet, nachdem Merkel in Europa die allgemeine Einigung aller anderen EU-Staaten nach strengeren Abgaswerten verhindert hat, weiß man doch, wohin Merkels Reise geht. Antwort des Handelsblattes: „BMW hat Merkel im Sack“.

Während alle Parteien ein großes Fass aufmachten, als die AfD Parteispenden über 140.000 Euro von 14 Spendern aus dem Ausland erhielt und selbst Merkel glaubte, sich auf die Seite der Moralapostel stellen zu müssen, darf man sich wundern, dass eine Spende an die CDU aus dem Ausland im Parlament keiner Erwähnung bedarf. Schon 2017 erhielt die CDU Gelder von der Deutschland-Repräsentanz eines mächtigen ausländischen Konzerns, des staatlichen aserbaidschanischen Öl- und Gas-unternehmens Socar.
Nach Informationen von WDR, SZ und Abgeordnetenwatch.de hat dann die Bundestagsverwaltung per offiziellem Bescheid festgestellt, dass die CDU mit dem Geld von Socar eine unzulässige Parteispende aus dem Ausland angenommen habe; die Partei räumte dies auf Anfrage auch ein. Die CDU hat zwar damit gegen das Gesetz verstoßen – doch eine Strafe bekam sie nicht. Es ist eben ein Unterschied, ob ausländisches Geld in Richtung CDU oder AfD fließt. Ein Drittel aller Spenden in 2017 in Höhe von 90 Millionen Euro landete in den CDU-Kassen. Und immer mal wieder, so auch jetzt, darf sich diese christliche Union leisten, Ihren Geldsack ohne Rücksicht auf Recht und Gesetz zu füllen. So erfährt man natürlich aus den Medien (TV und Zeitung) so gut wie nichts über die Spende, die aus Holland an das Berliner CDU-Säckel im Bezirk Lichtenberg schon ab 2016 immer mal wieder gegangen ist. Genau dort will nämlich der Spender nach gemeinsamen Recherchen von SPIEGEL und Abgeordnetenwatch über zwischen-geschaltete Firmen tausende Wohnungen und Büros bauen. “Politische Schützenhilfe bekommt er dafür von der CDU”, lässt abgeordnetenwatch.de verlauten.
Es geht um den Immobilieninvestor Hendrik van Caem, der sich drei große Bauprojekte gesichert hat. Eines seiner Großprojekte ist der „Herzbergerpark“, wo van Caem mehr als 1.000 Wohnungen bauen will. Unternehmen, mit denen van Caem die Baugrundstücke am „Herzbergerpark“ aufkaufte, gehören einem Fonds auf Malta, der vor einiger Zeit in den „Paradise Papers” auftauchte – Eigentümer: Harry van Caem. Ihren Sitz haben diese Firmen allerdings nicht auf der Insel im Mittelmeer, sondern in einem Industriegebiet vor den Toren Amsterdams, genauer gesagt: im Bürogebäude des CDU-Spenders Van Cogg Beheer. So die Recherchen, nachzulesen bei abgeord-netenwatch.de

Unfassbare „Zufälle“ dieser Art gibt es in der Politik mehr als genug. Für mich viel unfassbarer ist, dass sich vergangener wie heutiger Bimbes jahrelang in höchsten Machtpositionen ansiedeln kann, weil er immer und immer wieder gewählt wird. Statt es den französischen Gelbwesten gleichzutun und gegen Lobbyistenspenden an Politiker und Parteien auf die Straße zu gehen, würden – wenn heute Bundestagswahlen wären – wieder 30% die CDU wählen und natürlich zu Hause bleiben. Willkommen also in unserer tiefgrünrosaroten BimbesRepublik Deutschland!

Bimbes:
Das Wort Bimbes, deutschlandweit berühmt geworden durch den Parteispendenskandal der CDU, stammt aus dem Rotwelschen, also aus der Sprache der Gauner. Es handelt sich dabei um eine Art Fachsprache der Kriminellen, denn kein Außenstehender soll verstehen, was geredet wird. Das Rotwelsche erfüllt also eine Abgrenzungsfunktion gegenüber anderen gesellschaftlichen Gruppen. Die Urbedeutung vom Bimbes ist Brot, aber auch Geld oder Prügel. In bestimmten Regionen, wie der Pfalz, versteht man unter Bimbes vor allem Bargeld.
(wirtschaftslexikon24.com)

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Nachbesinnung zum Holocaustgedenktag


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Der Außenminister warnt das Volk vor dem Volk

Es ist 19.00 Uhr. In der ZDF-Nachrichtensendung „heute“ erfährt der Bürger über eine Warnung des Bundesaußenministers, dass die Erinnerungskultur an den Holocaust in Deutschland bröckele. Sie stehe unter dem Druck von extremen Rechten. Wenn 40% der jungen Deutschen angeben, kaum etwas über den Holocaust zu wissen, seien das schockierende Zahlen. 

Tja, Herr Außenminister, das zu konstatieren, bringt Sie zwar mal wieder in die Nachrichten, entbehrt allerdings jeglicher Ideen und Maßnahmen, um diesen Zustand zu ändern. Steht es einem Politiker zu, die Menschen zu warnen, die ja gerade eine dauerhafte und angemessene Erinnerungskultur vermissen lassen? Ist es nicht vielmehr ein Vorwurf der Politik in Richtung Bürger, der den Druck von extremen Rechten zulässt? Wen oder was meint der Zensurbeschaffer mit der Bezeichnung „extreme Rechte“? Die tausend Armen im Geiste, die den Holocaust leugnen, Hitlers Geburtstag feiern oder den Hitlergruß zeigen? Mit ihnen hätten Sie sich längst als Politiker, erst recht als Justizminister entsprechend beschäftigen können. Ein Land mit dieser unsäglichen Geschichte hätte sich weder extreme Rechte noch extreme Linke leisten dürfen. Aber was tatet Ihr nicht alles, um eure linke Gesinnung heilig zu sprechen? 

Dass 40% der jungen Deutschen angeben, kaum etwas über den Holocaust zu wissen, wird Ihnen, Herr Außenminister, Ihre Bildungskanzlerin Merkel doch sicher erklären können. Ihre Bildungsleute und Kultusminister hätten vielleicht besser daran getan, den Schwerpunkt der Bildung auf den Erwerb von empathischen, demokratischen und sozialen Kenntnissen zu legen, statt die Bildungsinstitutionen mit ihren genderspezifischen Sexualisierungsinhalten zu überschwemmen. Dazu hätte dann auch das Wachhalten einer Erinnerungskultur an die Verbrechen der Nazidiktatur gehört mit entsprechenden Lehr- und Fahrplänen. 

Was also soll dieser Einwurf eines Politikers in die 15-minütige Nachrichtensendung bewirken? Er hat Tropfen-Funktion und dient dem Dauerbeschuss von Links in Richtung Rechts. Die zentrale Aussage liegt in der Bedeutung der Wörter „Druck von extremen Rechten“.  Wer will schon Druck empfinden müssen? Niemand. Nicht nur die Physik lehrt uns: Druck erzeugt Gegendruck – und das ist der tiefere Sinn dieser Warnung. Sie dient dem Erzeugen von Gegendruck, der täglich einmal wie der bekannte stete Tropfen ins Hirn des Hörers und Betrachters tropft. 

Es geht um die bewährte Manipulationsmethode, wie sie schon Noam Chomsky beschrieb und wie sie immer wieder bei der Masse von Menschen funktioniert, die lieber denken lässt statt sich die Mühe des Nachdenkens macht. Schließlich könnte ja dabei eine eigene Meinung entstehen, die ihre Zugehörigkeit zur Masse gefährdet. 

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Holocaustgedenktag


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Der Tod ist ein Meister aus Deutschland

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die gefangenen Menschen des Konzentrationslagers Auschwitz. Der Jahrestag der Befreiung wurde 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Vereinten Nationen erklärten den 27. Januar im Jahr 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.
Ich schließe mich Vera Lengsfelds Gastautor PARVIZ AMOGHLI und seinem Statement zum Holocaustgedenktag an, weil ich keine treffenderen Worte finden könnte und ergänze mein persönliches Gedenken an die grausame Ermordung von Millionen Menschen mit einem meiner Texte in deutscher und polnischer Sprache.

Blutende Erde                                Krwawiąca ziemia

Stumm                                                      Niemo
unter dem Schleier                                 pod welonem
meines Volkes Scham                          wstydu mego narodu
senke ich den Blick                              spuszczam wzrok

zertreten wollen                                    zdeptać
die Gebeine der Mörder                          kości morderców
verbrennen                                            spalić
ihre Gesinnung                                       ich przekonania
vergraben                                               pogrzebać
ihre wirren Köpfe                                    ich potargane głowy
wüsste ich                                              gdybym wiedziała
wo                                                         gdzie

nur                                                            tylko
baden meine Tränen                             kąpią się moje łzy
aus Trauer und Entsetzen                ze smutku i oburzenia
in der Erde                                              w ziemi
der Haarlosen                                          łysych
den Baracken                                           w barakach
der Zahnlosen                                         bezzębnych
den Duschräumen                                    w łaźniach
der Leblosen                                           martwych
geopfert                                                  złożonych
auf dem Altar                                          na ołtarzu
des Teufels                                              szatana

(Barbara Erdmann aus “Polen – meine zweite Haut“)

 

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Warum Maaßen gehen musste


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Pressekonferenz zum Fall AfD

CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der zu seiner Amtszeit die Bewertung herausgab: “Wer nicht für Merkel ist, ist ein Arschloch”, hat schon 2016 drastisch zum Ausdruck gebracht, auf welchen Abgrund die Demokratie zusteuert. In die Großkategorie der Arschlöcher gehören nicht nur Merkel-Kritiker aus dem Volk, sondern auch Parteifreunde und Staatsbeamte, die jahrelang ihre Arbeit verrichtet haben. Erinnert sei an den Platzverweis des ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Georg Maaßen, der als Steigerung der Tauber’schen Bezeichnung sogar wie ein Arschloch behandelt wurde. Auf seine vakante Stelle sollte einer der Unionstreuen, Clemens Binninger oder alternativ Armin Schuster, folgen. Niemand zweifelte an der Kompetenz dieser beiden. Weil Binninger mit der Begründung ablehnte, er sei jetzt Unternehmer, fiel die Wahl unter Zustimmung Seehofers und der SPD auf Schuster, der seine Bereitschaft zuvor kundgetan hatte. Als Kritiker von Merkels Flüchtlingspolitik leistete er sich damit allerdings eine nicht zu übersehende Nähe zu den Arschlöchern Tauber’scher Prägung, weil er sich Kritik an der Flüchtlingspolitik geleistet hatte, und bestand deshalb auch nicht die Aufnahmeprüfung bei Merkel. Sie intervenierte und da Seehofer durch Querelen mit ihr schon längst auf Taubers Liste stand, blieb er ohne Gegenwehr und akzeptierte den von Merkel gewünschten Thomas Haldenwang. Dieser in der Presse auch als kreuzbraver Beamte Beschriebene trat also Maaßens Nachfolge an. Und da ja bekanntlich eine Hand die andere wäscht, erfreute er – kaum im Amt – seine Gönnerin mit einer großartigen Presseshow ganz neuen Formats. Er erklärte nämlich die AfD bundesweit zum Prüffall. Wegen der großen Diversität (vielseitige Strömungen) würde der Verfassungsschutz die Junge AfD (JA) sowie diejenigen, die die Erfurter Erklärung um Höcke unterschrieben haben zum Verdachtsfall erklären.
Während “Diversität” als Lieblingswort für unsere politische, gesellschaftliche und sexuelle Zukunft im EU-Parlament Dauerverwendung findet, bereitet eine diversitäre Partei wie die AfD dem Verfassungsschutz Verdruß. Verständlich, da die Altparteien mit Diversitäten nicht so recht dienen können. Ihre Diversität besteht aus einem Parteiprogramm, oft nicht einmal mehr aus einem Gewissen.

Fragen der Journalisten bei der Pressekonferenz, ob auch Alexander Gauland verdächtig sei und wieviele Parlamentarier sich unter Beobachtung befänden, wurden nicht beantwortet, sondern umschwurbelt. JA-Funktionäre, sowie Höckes Mannen, deren Verstöße gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung gesammelt wurden, seien auf über 1000 Seiten aus Reden und dem Internet vorhanden. Da heißt es unter anderem: Die Alternative für Deutschland (AfD) hat sich nach Ansicht des Bundesamtes für Verfassungsschutz “von einer wirtschaftsliberalen, EU-kritischen Partei, deren Motor in der Anfangszeit vor allem die Euro- und Griechenlandkrise war, zu einer national orientierten, islam- und zuwanderungskritischen Partei entwickelt.” Darf ich da als Demokratin und Lehrerin einmal nachfragen, was daran ein Verstoß gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist? Ich war in meinem Leben 68er-, Gesamtschul-, Nato-, Globalisierungs-, EU-, Islam- und ZuwanderungsKRITISCH. War ich deshalb irgendwann ein Fall für den Verfassungsschutz? Es lohnt darüber nachzudenken, ob die AfD nicht eher nur ein Verstoß gegen die meinungslos-diktatorische Regierungsordnung ist.

Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR stellen die Staatsschützer fest, dass die AfD “bestimmte Themen wie Migration, Kriminalität oder ‘Genderpolitik’ nicht nur in überproportionaler Form anspricht, sondern auch Probleme, die mit diesen Themen in keinem inhaltlichen Zusammenhang stehen, damit verknüpft und dadurch Feindbildkonstruktionen im politischen Diskurs etabliert” heißt es in der Süddeutschen Zeitung. Welche Probleme in Deutschland stehen denn nicht in Zusammenhang mit Migration, Kriminalität und Genderpolitik? Der gesamte Bildungsbereich, Familien-, Sozial- und Wohnungspolitik, Frauenquote, Religion, Ausbildung, Harz IV, Sicherheit usw. – alles Themen mit Berührung zu den oben genannten Themenkomplexen.
“Funktionäre bzw. Mitglieder äußern teils eine streng völkisch-nationalistische Grundhaltung und stellen eine Reihe von Einzelforderungen auf, die in ihrer Gesamtschau eine demütigende Ungleichbehandlung von Nichtdeutschen bedeuten”. Mein Parallelsatz dazu lautet: “Regierungsvertreter unterstützen, suchen und fördern die Diskriminierung der von ihnen bestimmten ‚völkisch-nationalistisch aussehenden’ und dadurch auffällig fehlerzogenen verdächtigen Kinder in Kitas und Schulen, was als Gesamtschau eine demütigende Ungleichbehandlung von konservativ ausgerichteten Nicht-Linken bedeutet.”
Folgerichtig ist damit die Regierung ebenfalls vom Verfassungsschutz als Prüffall einzustufen.

Die Angst der Etablierten vor Stimm- und Machtverlust und vor der oft berechtigten Kritik der einzigen Opposition ist und bleibt der Motor für das Dauer-Erblinden gegenüber allem, was politisch links ist und für den fokussierten Scharfblick auf alles, was konservativ oder rechts ist.
Professor Mausfeld analysiert diesen Zustand in seinem unbedingt lesenswerten oder wie hier hörbaren Aufsatz: “Die Angst der Machteliten vor dem Volk” und in seinem Buch “Warum schweigen die Lämmer?”

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Sanierungsfall Deutschland


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Deutsche Bahn AG, Funkloch und Digitales

Mein TV-Kontakt am 20. Dezember mit dem deutschen Bundesminister für Energie und Wirtschaft, Altmaier in der Sendung „Hart aber fair“ ist wegen der Feiertage gänzlich untergegangen. Heute entfalte ich die Papiere auf meinem Schreibtisch und da liegt er plötzlich, der schwergewichtige Peter Altmaier, der seit seiner Begleitschaft der Kanzlerin einer meiner schlimmsten Aufreger war. 

Unter dem Thema „Ist Deutschland ein Sanierungsfall?“ parlierten der Bundeswirt-schaftsminister Peter Altmaier, die WDR-Moderatorin Steffi Neu, der Unternehmer und Technologie-Investor Frank Thelen, der  Chef des Landtechnik-Herstellers Hermann Lohbeck und Lina Ehrig aus dem Geschäftsbereich der Verbraucherpolitik. 

Diese illustre Gruseltruppe sollte über das Funkloch Deutschland und das deutsche Bahndilemma diskutieren. Die gesamte Sendung allerdings sank, je länger sie dauerte, auf das Niveau eines Stammtischgesprächs. Man erwähnte zwar, dass es hier und dort Funklöcher gibt, traute sich auch, die Gefahr zu benennen, dass Deutschland sich in der Gefahr befände, digital abgehängt zu werden – das alles beseitigte allerdings nicht das Lächeln und die gute Laune der Teilnehmer. Ob es um das reduzierte Schienennetz der Bundesbahn, ihre ewige Unpünktlichkeit, ihren Personalmangel oder die sogenannten Konsumschäden wie kaputte Klos oder abgebrochene Tische ging – keine Gründe, Bahnbashing zuzulassen, wie es der Moderator Plasberg formulierte. Altmaier, der behauptete, selber ab und zu mit der Bahn zu reisen, fand die Zustände der Bahn in den 90er Jahren viel schlimmer als heute. „Wenn ich mal im ICE sitze, geht es digital schon ganz klasse.“ Klar, wo keine Ansprüche sind, kann man mit Minimalitäten zufrieden sein. Ich fuhr regelmäßig zwischen Polen und Deutschland mit der Bahn. An geschlossene Toiletten, nicht vorhandene Wagons oder verschwundene registrierte Sitzplätze kann ich mich nicht erinnern. Verspätete Ankunftszeiten bis zu einer Stunde hat es gegeben, über Rückerstattungsformulare, weil wichtige Anschlüsse verpasst wurden und Übernachtungskosten  anfielen, redete niemand. Alles hielt sich im menschlich verständlichen Rahmen und Altmeier machte sich mal wieder unqualifiziert lächerlich, was sein Hinweis bestätigte: „Ich bin nicht für den Verkehr zuständig, sondern für die Infrastruktur.“ 

Wer schenkt diesem Mann, dessen einzige Kompetenz das „Merkelverstehen“ ist, einmal eine Fahrkarte durch unser Nachbarland Polen, in dem er lernen kann, was erfolgreiche Netzversorgung und Infrastruktur bedeuten. 

Wer diese Sendung sah, hatte Kabarett pur, durfte sich von gutgelaunten Frohgeistern unterhalten lassen und sich wieder einmal fragen, ob die Stammtischbrüder und Stammtischschwestern in dieser Folge von „Hart aber fair“ das angemessene Gremium waren, um den Sanierungsfall Deutschland mit deutlicher Kritik zu versehen. 

In einem Gespräch mit einer Bottroperin erfuhr ich, dass es keine günstige Zugverbindung für ihre in Ausbildung befindliche Tochter gibt, die zur Berufschule nach Dortmund fahren muss. 60 Euro kostet eine Monatskarte, weil dieser Streckenbereich nicht von der „Deutsche Bahn AG“ abgedeckt wird, sondern von einem der Parallelunternehmen. Daraufhin habe ich mich für die Konzernstruktur interessiert und bin der Frage nachgegangen, was noch von der guten alten Deutschen Bundesbahn übrig geblieben ist. Nichts, wie ich feststellen musste. Im DB Konzern sind insgesamt 579 Unternehmen im In- und Ausland mit Mehrheitsbeteiligung von 50% und mehr. An weiteren 123 Unternehmen ist sie mit Minderheitsanteilen beteiligt. (Stand 2009).

Im Zuge des geplanten Börsengangs der DB wurde die Konzernstruktur des Deutsche Bahn Konzerns (DB Konzern) im Jahr 2008 neu aufgestellt. Unter dem klug-modernen Namen DB Mobility Logistics AG wurde das gesamte Bahnkonsortium in zig Einzelteile gespalten, geteilt und zersplittert. Aus dem Personenverkehr wurde DB Bahn, DB Netze, DB Schenker. Weitere Geschäftsfelder entstanden mit den Bezeichnungen DB Netze Fahrweg, DB Netze Personenbahnhöfe und DB Netze Energie, DB Bahn Fernverkehr, DB Bahn Regio, DB Arriva, DB Schenker Rail, DB Schenker Logistics und DB Dienstleistungen. 

Ist das nicht eine hervorragende Methode, Arbeitsplätze zu schaffen und Vorstände zu kreieren? Muss man sich da noch wundern, dass sich niemand der Zersplitterten mehr für etwas zuständig erklärt und Verantwortlichkeiten weiterschiebt? Meine Frage an einen Security-Mitarbeiter der Bahn, ob denn die Fahrpreise, Gehälter und Dienstpläne in den verschiedenen Unternehmen des Bahn Konzerns vergleichbar wären, beantwortete der mit einem augenrollenden „Nein“. 

Nachdem feststand, dass der geplante Börsengang nicht realisiert wird, wurde im Juli 2015 damit begonnen, die DB Holding wieder umzubauen. 2016 wurde die DB Mobility Logistics AG schließlich auf die Deutsche Bahn AG verschmolzen.

Lesen wir doch zu dieser Gruselgeschichte einmal die Worte der deutschen Kanzlerin, die in der 2014 erschienenen Broschüre „20 Jahre Bahnreform und Deutsche Bahn AG / Erfolge und künftige Herausforderungen“ das erste Wort hat.

„Die Deutsche Bahn AG ist ein junges und dennoch traditionsreiches Unternehmen. Diese scheinbare Widersprüchlichkeit findet ihre Auflösung in der Bahnreform von 1994. … Heute wissen wir, dass die Weichen vor 20 Jahren richtig gestellt wurden. … Um den Schienenverkehr stets an den Kundenbedürfnissen ausrichten und mehr Verkehr auf die Schiene bringen zu können, bedarf es zweifellos auch verlässlicher Rahmenbedingungen. Dazu gehört, hinreichend hohe Investitionen für ein gut ausgebautes Schienennetz sicherzustellen. Die Bundesregierung weiß hierbei um ihre Mitverantwortung. Schließlich ist die Qualität der Schieneninfrastruktur nicht nur maßgebend für die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrsträgers Schiene, sondern auch sehr bedeutsam für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa.

Der Europäischen Kommission ist hoch anzurechnen, dass sie sich für einen ungehinderten, grenzüberschreitenden und diskriminierungsfreien Bahnverkehr in Europa einsetzt. … Nun gilt es, an den hart erarbeiteten Erfolgen der vergangenen 20 Jahre anzuknüpfen. Ob mit Blick zurück oder mit Blick nach vorn – aus vielen guten Gründen können wir uns über die gelungene Bahnreform von 1994 freuen.“

Am 16. 12. 2018 heißt die Antwort auf Merkels Jubiläumsrede im Manager Magazin: „System steht kurz vor dem Kollaps / Politik fordert Radikalumbau der Deutschen Bahn“. 

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“Ruhrgebietskind” Susanne Neumann gestorben


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Auch sie fand: “SPD hat fertig”

Die Frau, die den Mut und die Gelegenheit hatte, einem führenden Politiker der SPD, in dem Fall Sigmar Gabriel, die Leviten zu lesen, ist verstorben. Das Besondere an Susanne Neumann ist ihre Biographie. Eine solche ermöglicht normalerweise keine Eintrittskarte bei Anne Will oder bei sonstigen Fernsehauftritten, auch kein Treffen mit hochrangigen Politikern. Üblich ist, dass die Klientel von Medien- und Politikvertretern stets nur in ihrem eigenen Saft schmort und sich deren Wahrheiten nur um sich selbst drehen. Gerne versammeln sich in ARD und ZDF Politiker aller Couleur mit Journalisten und Fachleuten aller Branchen. Mit der Lupe zu suchen in TV-Gesprächsrunden sind Menschen aus dem Volk wie Susanne Neumann.

“Wer einen befristeten Arbeitsvertrag kriegt, kriegt keinen Mietvertrag, der kriegt auch keinen Kredit”, verkündete sie ihre ganz persönliche Erfahrung. Mit Kanzler Schröder und seiner Agenda 2010 sei die SPD-wählende Arbeiterschicht nicht mehr einig gewesen und habe sich verraten gefühlt. Sigmar Gabriel, der sich beim Gespräch mit Neumann versuchte, auf sie einzulassen, zog mit seiner Antwort den kürzeren. Man arbeite daran, befristete Arbeitsverträge zurückzufahren, antwortete er, doch die Schwatten (Ruhrge-bietsjargon für CDU) würden nicht mitmachen. Und die intelligenteste und einzige Antwort darauf gab Neumann unter berechtigtem Applaus. “Warum bleibt ihr dann bei den Schwatten?”
35 Jahre als Putzkraft tätig und jahrelang gewerkschaftlich engagiert wusste sie genau, welchen Menschen wo der Schuh drückt.

Authentisch, wehrhaft und direkt die Kritik dort abzusetzen, wo sie hingehört, das hat Susanne Neumann vorbildlich bewiesen. Vor knapp zwei Monaten verließ sie die Partei ihrer Väter, um sich in der Wagenknecht-Bewegung “Aufstehen” zu orientieren und zu engagieren. Das war ihr nicht mehr vergönnt. Sie starb jetzt viel zu früh mit 59 Jahren.

Nicht nur Ruhrpottmenschen sollten sich an der Gelsenkirchenerin, die durch lautes Denken bekannt und beliebt wurde, ein Beispiel nehmen und sich nicht scheuen, sich ebenfalls das laute Denken (wieder) anzueignen.

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Wohin mit Annegret Kramp-Karrenbauer?


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Die Wiederbelebungsvorsitzende nach Merkel

AKK kann Wahlen gewinnen, sagen die Medien und der Glaube daran versetzt bekanntlich Berge. Sie, die neue Vorsitzende der CDU, will sich mit der Rente beschäftigen, eine gute Wirtschaftskompetenz der CDU durch die Einbindung von Friedrich Merz anstreben und – das ist der Höhepunkt ihrer Aussage, die am 13. Februar die Tagesschau in den Wohnzimmern der Nation absetzte – Merkels Flüchtlingspolitik hinterfragen. Sie will Merkels Migrationspolitik von 2015 bis heute noch einmal auf den Prüfstand stellen und strebt darüber und über die Sicherheitspolitik eine Generaldebatte  an. Damit entscheidet sie sich für ihre eigene zukünftige Erkennungsmelodie, also für ihre persönliche Merkel-Raute. Merkels kindliche Fingerspiele aus dem Reich des Visuellen führen bei AKK ins Reich der Akkustik. Zu neuen Ehren kommt bei ihr das Kinderlied:

„Ist ein Mann in’n Brunnen gefallen, hab’ ihn hören plumpsen; wär’ er nicht hineingefallen, wär’ er nicht ertrunken.“

Merkels Flüchtlings-, Migrationspakt- und Sicherheitspolitik ist der „Mann“, der längst in den Brunnen gefallen ist. Merkel hat ihn regelrecht in den Brunnen geschubst. Um ihn nicht plumpsen zu hören, haben alle (Politiker wie Medien) das Lied angestimmt: 

„Heile, heile Gänschen, ˋs ist bald wieder gut, die Katze hat ˋn Schwänzchen, ˋs ist bald wieder gut. Heile, heile Mausespeck, in hundert Jahrˋ ist alles weg.“

Begleitet vom Trommelwirbel, der sowohl die Europawahl im Mai als auch die Landtagswahlen in Bremen, Brandenburg, Sachsen und Thüringen ankündigt, erweckt „die Neue“ den Eindruck, sie wolle sich unbedingt von Merkel absetzen, und zwar indem sie das Sprechen, Debattieren und Kritisieren, was „Mutti“ 2015 verboten hatte, nachträglich erlaubt. Kluge und wirkungsvolle Schachzüge zum Kapern von Wählern!  

Dass AKK sowohl sprachlich als auch inhaltlich ein größeres Repertoire als Merkel zur Verfügung hat, ist eine Tatsache. Dass sie damit allerdings eine Gegenposition zu Merkel einnimmt bzw. schon die Säge für Merkels Stuhlbein bei sich trägt, ist Unfug. Sie und Merkel sind und bleiben politisch eineiige Zwillinge. Die Arbeitsteilung ist deutlich. Merkel agiert weiter europäisch – AKK bundesrepublikanisch. 

Merkel hat wahrscheinlich begriffen, dass sie in ihrem eigenen Land keine zusätzliche Schnitte mehr erhält, erst recht nicht in ihren eigenen ostdeutschen Bundesländern. Grund genug, die unbelastete AKK mit Wiederbelebungsversuchen in den unzufriedenen Osten Deutschlands zu schicken, um dort den Anschein zu erwecken, als könne sie den von Merkel in den Brunnen geschubsten Mann noch einmal ins Leben zurückrufen.

Vorsicht, kann ich da nur rufen. Dort betritt auch AKK ein Terrain, das auf verbale Beruhigungspillen, Floskeln und Versprechungen mit verständlicher Aggression reagiert. So sollte sie beispielsweise mit folgenden Sätzen über die Deutsche Umwelthilfe keine Bewunderung im Osten erwarten. „Die DUH leistet über all die Jahrzehnte gute Arbeit, wertvolle Diskussionen”. Doch bei ihren Klagen auf Fahrverbote sei zu fragen, “ob das wirklich zielführend ist“. Die Autoindustrie in Deutschland sei “einer der Kernbestandteile unserer industriellen Stärke und daran hängen Hunderttausende von Arbeitsplätzen”. Dies komme ihr in der Diskussion zu kurz.

Solche Floskeln, die im Schlaflabor des Westens über die gesamte Amtszeit Merkels „gefressen“ wurden und auch bei AKK zukünftig geschluckt werden,  lehnt die Mehrheit der Ostdeutschen kategorisch ab. Bewundernswert, unsere „Gelbwesten-Deutschen“!

Damit die ewige Kanzlerin statt ihrer inzwischen ermüdenden Raute auch durch eine Erkennungsmusik identifizierbar ist, suchte ich für sie nach einem passenden Lied und fand es. Sie regierte nach dem Prinzip:

„Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen, ihr klein Häuschen, ihr klein Häuschen, wir versaufen unser 0ma ihr klein Häuschen und die erste und die zweite Hypothek.“

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