DENK-BLOG

Ich denke, also bin ich (René Descartes)

Die Welt um uns herum ist hochkompliziert geworden, für die aber auch wir Verantwortung tragen. Der Bedarf an differenzierten Antworten auf vorhandene Probleme ist riesig und politisch verordnete „Alternativlosigkeit“ demaskiert die Arroganz der Macht. Die Folge dieser Arroganz ist die Spaltung unserer Gesellschaft, ist der Verlust von Demokratie und Freiheit und die Zerstörung des Sozialstaats durch die weiter wachsende Verteilungsungerechtigkeit. Mein Weckruf hinein in das politische und gesellschaftliche „Schlaflabor Deutschland“ greift nach meinem Bürgerrecht, diese Welt mit zu gestalten und zu verändern. Nutzen wir die Restbestände von Freiheit, in Gedanken, Wort und Schrift eine „Gemeinschaft der Denker und umDenker“ zu bilden, die sich auf den Weg gemacht hat.

Mein umDenk-Blog berichtet, kritisiert, fordert, provoziert, analysiert, zürnt, tröstet und ruft dir zu:
„Mensch, wach auf!“

Europa hat gewählt


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… und Deutschland weint

Für die deutschen Politiker war der Wahltag nicht gerade ein Freudentag – mit Ausnahme der Partei der Grünen. Ihren Vertretern hatten die Kanzlerpartei und die Medien schließlich lange genug den roten Teppich bereitet, ihnen in jeder Talkshow, zu jedem Thema und in den Nachrichten fast täglich eine Spielwiese geboten und so waren Klima-Greta, die Deutsche Umwelthilfe mit ihren Klagen, die Schülerproteste an den Freitagen sowie die jungen Internetblogger unter der Regie des Anti-CDU-Rezo wunderbare Wahlvorlagen für junge Ahnungslose und Gutgläubige, die an die Urne traten.

Wir müssten nochmal mächtig  sein
und so geliebt wie damals,
das Volk war noch kein Klotz am Bein
und alles ward gut.
Ja wenn das Volk heut’ ebenso
würd’ wählen uns wie damals,
dann liebten wir es ganz bestimmt
auch heut‘ so doll wie einst,
dann liebten wir es ganz bestimmt
auch heut‘ so doll wie einst.

Doch da das Volk begriffen hat,
dass wir es nur gebrauchen
für uns auf jedem Titelblatt
zur Sicherung der Macht.
Es sieht, dass ohne Schaffenskraft
wir jahrelang regieren,
die Quittung für das Bla Bla Bla
erhielten wir jetzt,
die Quittung für das Bla Bla Bla
erhielten wir jetzt.

Vor 50 Jahren, als die CDU/CSU noch Traumwerte bei Wahlen erreichte, sang Willy Schneider das sentimentale Lied „Man müsste nochmal zwanzig sein“, das damals unter dem Genre Pop einsortiert wurde. Dieses Lied und die Sehnsucht der Regierungsparteien nach damaligen Wahlergebnissen bieten mir die Vorlage für meinen obigen Text.

Mit Sicherheit war das Regieren damals leichter, der Informationsfluss behäbiger, das politische Wissen der Bürger geringer und die Themenlage übersichtlicher. Seitdem heißt die Entwicklung: höher, größer, schneller, globaler und … Wachstum, Wachstum, Wachstum.

Heute ist vielen die Übersicht über das große Ganze verlorengegangen, Politiker und Wähler wirken hilflos bis orientierungslos, es verbünden sich Menschen untereinander, die sich gar nicht kennen, rufen Leute zu Demonstrationen auf, verfassen Petitionen und schauen den Regierenden nicht nur auf die Finger, sondern gleich bis hinein ins Portemonnaie und überprüfen politische Wahlprogramme mit den Reden der Politiker und überprüfen auch noch ihre Umsetzung.

Der Blogger Rezo rief vor den Wahlen die Bürger auf, ihre Stimme nicht der CDU zu geben und begründete das vorrangig mit der Tatenlosigkeit dieser Partei in puncto Klimapolitik.

Reaktion: so gut wie keine! Oh doch! Das ausdrucksstarke Schweigen der Kanzlerin und die mutige und ehrliche Reaktion der Frau Kramp-Karrenbauer, die sich öffentlich fragt, welche Regeln zukünftig für die digitale Kommunikation gelten sollen, um Meinungsmacher vor den Wahlen in die Schranken zu weisen. „Und die Frage stellt sich schon mit Blick auf das Thema Meinungsmache, was sind eigentlich Regeln aus dem analogen Bereich und welche Regeln gelten eigentlich für den digitalen Bereich, ja oder nein”, sagte die CDU-Chefin. Es entstand bei vielen der Eindruck, AKK wolle Meinungsäußerungen nur dann regulieren, wenn sie sich gegen die Union richten. Das ist natürlich dumm. Jeder der regierenden Politiker würde gerne alle Meinungsäußerungen regulieren, die sich gegen ihn und seine Politik richten. Ein Lehrgang bei unserem ehemaligen Zensurminister Heiko Maas könnte AKK sicher weiterhelfen.

Nein, allen Ernstes: Ich kann nicht verstehen, warum sich alle auf AKK stürzen, die im Gegensatz zu Merkel ihren Mund öffnet, um laut zu denken. Dabei erzählt sie doch nichts Neues. Heute ließ uns die WELT wissen: „Einem Bericht der Organisation Reporter ohne Grenzen zufolge bestehen im Bundesinnenministerium unter der Leitung von Horst Seehofer(CSU) Pläne, die die die Überwachung von Medienhäusern, Verlagen, Rundfunkanstalten und freien Journalistinnen und Reportern möglich machen könnten.“ Bevor die Volksparteien endgültig ihre Macht einbüßen und ihre Wähler an Grüne, Linke, AfD und sonstige Parteien verlieren, bestrafen sie noch schnell das undankbare Volk mit Zensurgesetzen und  solchen zur Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit.

Michael Spreng, Journalist und 2002 Wahlkampfmanager des Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber äußerte sich in Plasbergs Sendung im Ersten „Hart aber fair“ am 27. Mai 2019: „Die CDU bekommt ein massives AKK-Problem. Sie war bei dieser Wahl kein Bonus, sie war ein Malus. Die Frau wirft die CDU zurück.“ Haben Sie, Herr Spreng, vielleicht übersehen, dass die CDU seit etlichen Jahren ein Angela-Merkel-Problem hat, die längst ein Malus der CDU ist und vergaß, der Partei der Grünen beizutreten, für die sie ab und zu einen Bonus bedeutete. Nicht AKK als CDU-Vorsitzende, sondern Merkel und ihre Regierung erhielten bei der UN-Klimakonferenz in Katowice 2018 am Rande der Konferenz den Negativpreis „Fossil des Tages“, mit dem Deutschland für seine Klimaschutzpolitik öffentlich getadelt wurde.

Letztlich aber juckt Merkel weder das eine noch das andere – sie äußerte sich lieber in einem Interview mit dem Sender CNN-International über den Antisemitismus in Deutschland. Er habe nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel in den vergangenen Jahren zugenommen. “Es gibt leider bis heute keine einzige Synagoge, keinen einzigen Kindergarten, der jüdisch geprägt ist, vor dem nicht deutsche Polizisten stehen und aufpassen müssen, dass nichts passiert.” Wichtig in dem Interview war ihr allerdings aber auch die Tatsache, dass ihre Partei stärkste Kraft geworden sei und sie deshalb auch eine Rolle bei der Besetzung der Positionen in der EU spielen werde. Nur zu, Frau Merkel, was sollte auch wichtiger sein als der Personalpoker für die neu zu besetzenden Schlüsselstellungen in der EU! Dafür darf das Klima in Deutschland ruhig noch ein wenig warten. Das gerade neu erfundene Klimakabinett unter dem Vorsitz von Merkel trat zwar kurz zusammen, um in den Nachrichten des Tages erwähnt zu werden, verschob aber notwendige Entscheidungen auf September ganz nach dem Motto:

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen!

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Der Bürger in Käfighaltung


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Gehört das Gehirn zu Deutschland?

Man mag es nicht glauben, aber seit Politik, Medien und all die gehorsamen Bürger durch einen Wecker der Firma AfD aus dem Schlaf gerissen wurden, sind Tabubrüche, Verbalattacken und Beschimpfungen in den gesellschaftlichen und parlamentarischen Umgangsformen zu verzeichnen. Der dressierte Bürger, der am Gängelband geistiger und sprachlicher Verbote zu einem “politischen Nichts” heruntergekühlt wurde, begann plötzlich an Funktionsstörungen zu leiden. Seine “Käfighaltung” wurde ihm dadurch bewusst, dass er das Freiland zwar sah, ihn Gitterstäbe aber daran hinderten, es zu erreichen.
Im Käfig in Mainstreamhaltung zu leben, war er gewohnt, die Gitterstäbe sah er nicht oder wollte sie nicht sehen, erarbeitete sich sogar ein eigenes Stückchen Käfig und umzäunte es als Zeichen seines Besitzes und seiner Individualität. Was interessierte ihn da in seiner Idylle der Gesellschaftskäfig mit den seine Freiheit einschränkenden Gitterstäben aus Sprachverboten, Political Correctness, MeToo- und Gender-Gefahrenzonen, anstehenden Fahrver-boten und Sicherheitsbetonklötzen vor der Haustür … um nur einige zu nennen.

Und doch ereignen sich auf einmal Dinge, die unsere Freilandpolitiker so nicht erwartet haben. Etliche Käfigbewohner sind bis zu den Gitterstäben vorgedrungen. Mit ihren Händen die Stäbe umfassend rütteln sie wie damals Gerhard Schröder an ihnen. So wie Schröder damals rief: “Ich will hier rein!” skandieren jetzt diese Bürger: “Wir wollen hier raus!”
Es formiert sich Widerstand gegen die Käfighalter, die nun um ihre Sicherheit fürchten, weitere Gitterstäbe ersinnen und die dressierten Käfigbewohner mit passenden Kommandos und Trillerpfeifen auf die Ausreißer und Randalierer hetzen.

Soweit die bildliche Darstellung einer gespaltenen Gesellschaft in Käfighaltung. Versuche zur Überwindung und Zusammenführung finden statt. So lud der MDR (Mitteldeutscher Rundfunk) zur Hörer-Diskussionssendung “Dienstags direkt” ein mit dem Thema “Politisch korrekt oder korrekt politisch?”, die im üblichen Talkshow-Modus stattfinden sollte. Am Ende wurde sie ein paar Stunden vor Beginn abgesagt, weil zwei der vier geladenen Gäste nicht mehr diskutieren wollten. Ein Tweed mit der Frage “Darf man heute noch ‘Neger’ sagen?”, der für diese Sendung werben sollte, löste die Absage zweier geladener Gäste aus. Eine illustre Runde von vier Leuten, die man ersonnen hatte, hätten eine sicher interessante Debatte bieten können. Doch die Sensibelchen Kerstin Köditz, sächsische Landtagsabgeordnete der Linken und der Politikwissenschaftler Robert Feustel gaben sich schon ohne Diskussion geschlagen und bewiesen damit, dass der konservative Journalist Peter Hahne und die inzwischen parteilose Frauke Petry mit einem Punktsieg von der Bühne gingen. Diese Episode endet mit dem Satz: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

So und ähnlich laufen auch andere Debatten ab, die mal sinnvoll, zumeist sinnlos geführt werden. Die wichtigste scheint laut Politikergetöse gerade die über die Frage zu sein: Gehört der Islam zu Deutschland? Wer vom deutschen Dilettanten- und Kommödiantenteam hat übrigens schon einmal mit derselben Überzeugung, mit der die Behauptung “Der Islam gehört zu Deutschland” ins Land posaunt wird, den Satz formuliert, der wohl zu hundert Prozent seine Berechtigung hat: “Das Judentum gehört zu Deutschland?

Leider muss man sich der Tatsache hingeben, dass stattdessen der Antisemitismus zu Deutschland gehört. Ein Fakt, der zum Schämen Anlass gibt. Wie hat dieser Staat es mit dieser Geschichte nur erlauben können, dass der Holocaust geleugnet, Hitlerparolen skandiert werden und Neonazis aufmarschieren? Das kann doch nur als Fortsetzung des deutschen Trauerspiels gedeutet werden. Aber nicht genug der Blamage über das eigene Unvermögen. Jetzt holen wir uns auch noch den islamgeprägten Antisemitismus ins Haus und schlagen uns zusätzlich damit herum.
Heute gab der großartige Pianist und Dirigent Daniel Barenboim zusammen mit seinen Berliner Philharmonikern die gemeinsame Auszeichnung “Echo” zurück aus Protest über die Vergabe des Preises an die Rapper Kollegah und Farid Bang, die in ihrem Rap eine fragwürdige Auschwitz-Zeile rhythmisierten. Wie kann sich ein Kunstgremium wie die Jury, die den “Echo” vergibt, einen derartigen Fauxpas leisten? Damit hat sich der Echo den eigenen künstlerisch hochwertigen Boden für immer entzogen.

Und nach fast 1.000 antisemitischen Übergriffen und Straftaten 2017 allein in Berlin immer wieder dieselben Entrüstungsfloskeln aus dem Mund unserer Politiker.
Da ist man in Frankreich konkreter. In einem gemeinsamen Manifest prangern 300 namhafte Vertreter der französischen Gesellschaft einen „neuen Antisemitismus“ in Frankreich an. “Wir fordern, dass der Kampf gegen dieses Scheitern der Demokratie, den Antisemitismus, zur nationalen Angelegenheit erklärt wird, bevor es zu spät ist. Bevor Frankreich nicht mehr Frankreich ist”, heißt es in dem Manifest.
Damit kritisieren sie eine „lautlose ethnische Säuberung“ in einigen Stadtvierteln, die auf eine „islamistische Radikalisierung“ zurückzuführen sei. Den Medien werfen sie vor, über die Entwicklung zu schweigen. Rund 50.000 Juden seien zum Umzug gezwungen, weil sie in einigen Städten nicht mehr sicher seien und ihre Kinder nicht mehr zur Schule gehen könnten.
Was für eine Welt! Was für dumme Menschen! Welch ein Versagen von Politik! Welch geistige Schande! Und immer wieder … welcher Irrsinn in Deutschland!

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