DENK-BLOG

Ich denke, also bin ich (René Descartes)

Die Welt um uns herum ist hochkompliziert geworden, für die aber auch wir Verantwortung tragen. Der Bedarf an differenzierten Antworten auf vorhandene Probleme ist riesig und politisch verordnete „Alternativlosigkeit“ demaskiert die Arroganz der Macht. Die Folge dieser Arroganz ist die Spaltung unserer Gesellschaft, ist der Verlust von Demokratie und Freiheit und die Zerstörung des Sozialstaats durch die weiter wachsende Verteilungsungerechtigkeit. Mein Weckruf hinein in das politische und gesellschaftliche „Schlaflabor Deutschland“ greift nach meinem Bürgerrecht, diese Welt mit zu gestalten und zu verändern. Nutzen wir die Restbestände von Freiheit, in Gedanken, Wort und Schrift eine „Gemeinschaft der Denker und umDenker“ zu bilden, die sich auf den Weg gemacht hat.

Mein umDenk-Blog berichtet, kritisiert, fordert, provoziert, analysiert, zürnt, tröstet und ruft dir zu:
„Mensch, wach auf!“

Offener Brief an Papst Franziskus


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Katholische Christen – ehemals Muslime – haben das Wort

Dieser Papst ist anders! Das ist keine neue Erkenntnis. Er kennt Demut, Entschuldigungen und spricht Klartext. Sprachschnörkeleien wie sie die Politiker gerne verwenden, lehnt er ab.  Auffällig und befremdlich ist seine Einstellung zum Islam, den er zu hofieren scheint. So empfing er den türkischen Präsidenten Erdogan, der mit seiner diktato-rischen Politik nicht gerade als Friedensengel unterwegs ist. Das stößt nicht nur bei ehemaligen Muslimen, sondern auch bei etlichen katholischen Gläubigen auf Unverständnis.

Jeder weiß, mit welcher Strafe Muslime zu rechnen haben, die ihren Glauben aus welchen Gründen auch immer verlassen und wie in dem hier betrachteten Thema zum katholischen Glauben übertreten. Muslime, die ihren Glauben aufgeben, müssen damit rechnen,  dafür „zum Tode verurteilt zu werden“. Die Todesstrafe für die Abkehr wurde durch die gesamte Geschichte des Islams hindurch praktiziert. In islamischen Ländern wie Saudi-Arabien, Jemen oder Iran ist das bis heute Gesetz. Doch auch bei uns leben ehemalige Muslime in ständiger Angst vor Übergriffen.

Das katholische Kirchenrecht  Codex Iuris Canonici  erlaubt den Gläubigen in Can. 212 § 3: „Entsprechend ihrem Wissen, ihrer Zuständigkeit und ihrer hervorragenden Stellung haben die Gläubigen das Recht und bisweilen sogar die Pflicht, ihre Meinung in dem, was das Wohl der Kirche angeht, den geistlichen Hirten mitzuteilen und sie unter Wahrung der Unversehrtheit des Glaubens und der Sitten und der Ehrfurcht gegenüber den Hirten und unter Beachtung des allgemeinen Nutzens und der Würde der Personen den übrigen Gläubigen kundzutun.“ Danach handelten schon im Januar vom Islam zum Katholizismus konvertierte Gläubige, indem sie Papst Franziskus per Brief auf seine falsche Islam-Sicht aufmerksam machten. 

Ehemalige Muslime, die katholisch geworden sind, und deren Freunde an Seine Heiligkeit Papst Franziskus, über seine Haltung gegenüber dem Islam.

Heiliger Vater,

viele von uns haben wiederholt und seit mehreren Jahren versucht, Sie zu kontaktieren, ohne dass wir je eine Empfangsbestätigung unserer Briefe oder Bitten um ein Treffen erhalten haben. Sie mögen keine weltlichen Floskeln, und wir auch nicht, so erlauben wir uns Ihnen offen zu sagen, dass wir Ihre Lehre über den Islam nicht verstehen, so wie wir sie in den Paragraphen 252 und 253 im Evangelium gaudium lesen, weil sie nicht in Betracht zieht, dass der Islam NACH Christus entstanden ist, und so nichts anderes sein kann als ein Antichrist (Vgl. 1 Joh 2.22) und einer der gefährlichsten von allen, weil es sich als die Erfüllung der Offenbarung darstellt (von der Jesus nur ein Prophet gewesen sein soll). Wenn der Islam an sich eine gute Religion ist, wie Sie zu lehren scheinen, warum sind wir dann katholisch geworden? Stellen Ihre Worte nicht unsere gut begründete Wahl in Frage … die wir auf die Gefahr unseres Lebens getroffen haben? Der Islam schreibt die Tötung von Abtrünnigen vor (Koran 4.89, 8.7-11). Wissen Sie das nicht? Wie ist es möglich, islamische Gewalt mit so genannter christlicher Gewalt zu vergleichen? „Wie steht Christus im Einklang mit Belial? Was haben Licht und Finsternis gemeinsam? Oder welche Anteil hat der Gläubige gemeinsam mit den Ungläubigen?“ (2 Kor 6,14-15). In Übereinstimmung mit Seiner Lehre (Lk 14,26) bevorzugten wir Ihn, Christus, unserem eigenen Leben. Sind wir nicht in der richtigen Lage, um mit Ihnen über den Islam zu sprechen?

In der Tat, solange der Islam will, dass wir sein Feind sind, sind wir es, und alle unsere Freundschaftsbeteuerungen können nichts daran ändern. Im guten Stil des Antichristen besteht der Islam nur darin, der Feind aller zu sein: „Zwischen uns und euch gibt es nur Feindschaft und Hass für immer, bis ihr ausschließlich an Allah glaubt!“ (Koran 60,4) Für den Koran, sind die Christen „nichts anders als Unreinheit“ (Koran 9,28), „die Übelsten der Schöpfung“ (Koran 98,6), sie sind alle zur Hölle verurteilt (Koran 4,48), so muss Allah sie vernichten (Koran 9.30). Man darf sich nicht von den als tolerant bezeichneten Koranversen täuschen lassen, denn sie sind alle durch die Sure des Schwertes aufgehoben worden (Koran 9,5). Während das Evangelium die gute Nachricht Jesu verkündet, der gestorben und auferstanden ist für das Heil aller, als die Erfüllung des mit dem hebräischen Volk eingegangen Bundes, hat Allah nichts anderes zu bieten als den Krieg und das Töten von „Ungläubigen“ in Gegenleistung seines Paradieses: „Sie kämpfen auf Allahs Weg, sie töten und werden getötet“ (Koran 9.111). Wir vermischen nicht den Islam mit den Muslimen, aber wenn für Sie der „Dialog“ der Weg des Friedens ist, ist er für den Islam ein anderer Weg, um Krieg zu führen. So wie es angesichts des Nazismus und Kommunismus war, ist Blauäugigkeit gegenüber dem Islam selbstmörderisch und sehr gefährlich. Wie kann man von Frieden sprechen und den Islam unterstützen, wie Sie es zu tun scheinen: „Wir müssen die Krankheit, die unser Leben vergiftet, aus unseren Herzen ausmerzen (…) Diejenigen, die Christen sind, sollen es mit der Bibel tun und die, die Muslime sind, sollen es mit der Koran tun“ (Rom, 20. Januar 2014)? Dass der Papst den Koran als einen Weg der des Heils vorzuschlagen scheint, ist das nicht beunruhigend? Sollten wir zum Islam zurückkehren?

Wir bitten Sie, im Islam keinen Verbündeten zu suchen für den Kampf, den Sie gegen die Mächte führen, die die Welt zu beherrschen und zu versklaven suchen, weil sie alle tatsächlich die gleiche totalitäre Logik üben, die sich auf die Verweigerung des Königtums Christi stützen (Lk 4,7). Wir wissen, dass das Tier der Apokalypse, das versucht, die Frau und ihr Kind zu verschlingen, viele Köpfe hat … Allah verbietet auch solche Bündnisse (Koran 5,51)! Und vor allem haben die Propheten Israel immer getadelt für sein Willen, Bündnisse mit fremden Mächten einzugehen, auf Kosten des absoluten Vertrauens, das man in Gott haben muss. Sicher, stark ist die Versuchung zu glauben, dass eine islamophile Haltung den Christen in muslimischen Ländern zusätzliches Leiden ersparen werde, doch Jesus hat uns nie auf einen anderen Weg hingewiesen als den des Kreuzes, so dass wir auf diesen unsere Freude finden werden, und ihn nicht zu fliehen mit allen Verdammten, wir haben keinen Zweifel, dass nur die Verkündigung der Wahrheit uns mit dem Heil die Freiheit bringen wird (Joh 8,32). Unsere Pflicht ist es, Zeugnis zu geben für die Wahrheit „mit und gegen die Zeit“ (2 Tim 4,2) und unsere Ehre ist es, mit den hl. Paulus zu sagen: „Denn ich hatte mir vorgenommen nichts anderes unter euch zu wissen als Jesus Christus, und Jesus Christus als Gekreuzigten“ (1 Kor. 2.2).

Im Zusammenhang mit der Ansprache Eurer Heiligkeit über den Islam, und selbst dann als Präsident Erdogan, unter anderen, seine Mitbürger aufforderte, sich nicht in ihre Gastländer zu integrieren, Saudi-Arabien und alle Petro-Monarchien keinen einzigen Flüchtling aufnehmen, sind dies Ausdrücke unter anderen des Projekts der Eroberung und Islamisierung Europas, das seit Jahrzehnten offiziell von der OIC (Organisation für Islamische Zusammenarbeit) und anderen islamischen Organisationen ausgerufen wurden. Heiligster Vater, Sie predigen die Aufnahme von Migranten ohne darauf zu achten, dass sie Muslime sind, während das apostolische Gebot dies verbietet: „Wenn einer zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, den nehmt nicht auf in das Haus und sagt ihm auch nicht den Gruß; wer ihm den Gruß entbietet, macht sich teilhaftig seiner bösen Werke“ (2 Joh 1,10-11); „Wenn jemand euch ein anderes Evangelium verkündet, als ihr empfangen habt, so sei er verflucht!“ (Gal 1,9).

Jesus hat nie gesagt: „Ich war ein Eindringling und ihr habt mich aufgenommen.“ Oder gar: „Ich war ein Fremder und ihr habt mich aufgenommen.“ Genau wie „Ich war hungrig und ihr habt mir kein Essen gegeben“ (Mt 25,35), kann nicht bedeuten, dass Jesus gerne ein Parasit gewesen wäre, auch „Ich war ein Fremder und ihr habt mich nicht willkommen geheißen“, kann nicht bedeuten „Ich war ein Eindringling und du hast mich nicht willkommen geheißen“. Aber „Ich brauchte deine Gastfreundschaft für eine Weile, und ihr habt sie mir gegeben“. Das Wort ξένος (Xenos) im Neuen Testament bezieht sich nicht nur auf die Bedeutung des Fremden, sondern auf die des Wirtes (Röm 16,23, 1 Kor 16,5-6, Kol 4,10, 3 Joh 1,5). Und wenn YHWH im Alten Testament befiehlt, Ausländer gut zu behandeln, weil die Hebräer selbst Ausländer in Ägypten waren, so ist es unter der Bedingung, dass sich der Ausländer so gut in das auserwählte Volk integriert, indem er seine Religion und die Kultausübungen übernimmt … Nie geht es um die Tatsache, einen Fremden aufzunehmen, der seine Religion und seine Sitten beibehält! Wir verstehen auch nicht, dass Sie die Muslime auffordern, ihre Religion in Europa auszuüben. Die Interpretation der Heiligen Schrift darf nicht den Befürwortern der Globalisierung überlassen werden, sondern aus der Treue zur Tradition hervorgehen. Der Gute Hirte verjagt den Wolf, er führt ihn nicht in die Schafherde ein.

Die pro-islamische Ansprache Eurer Heiligkeit führt uns dazu, die Tatsache zu bedauern, dass Muslime nicht eingeladen werden, den Islam zu verlassen, dass viele Ex-Muslime, wie Magdi Allam, die Kirche verlassen, angewidert von Feigheit, verwundet von zweideutigen Gesten, verwirrt durch den Mangel an Evangelisierung, empört über das Lob, das dem Islam gegeben wird… So werden unwissende Seelen irregeführt, und die Christen werden nicht vorbereitet auf die Konfrontation mit dem Islam, zu dem der hl. Johannes Paul II. Aufgerufen hatte (Ecclesia in Europa, Nr. 57). Wir haben den Eindruck, dass Ihr Mitbruder Bischof Nona Amel, ein aus Mosul verbannter chaldäischer Erzbischof, in der Wüste ruft: „Unsere gegenwärtigen Leiden sind der Auftakt für diejenigen, die ihr, Europäer und westliche Christen, in naher Zukunft erleiden werdet. Ich habe meine Diözese verloren. Der Sitz meiner Erzdiözese und mein Apostolat wurde von radikalen Islamisten besetzt, die wollen, dass wir konvertieren oder sterben. (…) Sie nehmen in ihrem Land immer mehr Muslime auf. Sie sind auch in Gefahr. Sie müssen starke und mutige Entscheidungen treffen (…). Sie denken, dass alle Menschen gleich sind, aber der Islam sagt nicht, dass alle Menschen gleich sind. (…) Wenn sie das nicht sehr schnell verstehen, werden sie zu den Opfern des Feindes, den sie in ihrem Haus aufgenommen haben“ (9. August 2014). Es geht um Leben und Tod, und jede Selbstgefälligkeit gegenüber dem Islam ist Verrat. Wir wollen nicht, dass der Westen sich weiter islamisiert und dass Ihre Handlungen dazu beitragen. Wohin sollten wir gehen, um erneut Zuflucht zu suchen?

Erlauben Sie uns, Eure Heiligkeit zu bitten, schnell eine Synode über die Gefahren des Islam einzuberufen. Was ist von der Kirche übriggeblieben, wo sich der Islam niedergelassen hat? Wenn ihr noch Stadtrecht gewährt wird, dann ist es in Dhimmitude (als Schutzbefohlene), vorausgesetzt, dass sie nicht evangelisiert, dass sie sich deshalb selbst verleugnen muss… Im Interesse von Gerechtigkeit und Wahrheit muss die Kirche offen zeigen, warum die Argumente des Islam, den christlichen Glauben zu lästern, falsch sind. Wenn die Kirche den Mut dazu hat, bezweifeln wir nicht, dass Millionen, Muslime und andere Männer und Frauen, die den wahren Gott suchen, sich bekehren werden. Wie Sie in Erinnerung gebracht haben: „Wer nicht zu Christus betet, betet zum Teufel“ (14.03.13). Wenn die Menschen wüssten, dass sie zur Hölle gehen würden, würden sie ihr Leben Christus geben (vgl. Koran 3.55).

Mit der tiefsten Liebe zu Christus, der durch Sie seine Kirche führt, bitten wir, Katholiken aus dem Islam konvertiert und unterstützt von vielen unserer Glaubensbrüder, besonders den Christen des Ostens, und von unseren Freunden, Eure Heiligkeit, unsere Bekehrung zu Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, einziger Erlöser, durch eine offene und rechte Ansprache über den Islam zu bestätigen. Wir versichern Ihnen unsere Gebete im Herzen der Unbefleckten, und erbitten Euren Apostolischen Segen. (eine Übersetzung aus dem Französischen)

Es folgt eine Liste der Unterzeichner mit der Möglichkeit für alle Gläubigen, diesen Brief zu unterzeichnen mit dem Hinweis, dass wahrscheinlich nicht alle ehemaligen Muslime diesen Brief unterschreiben werden aus Angst vor möglichen Repressalien.

Trotz meiner Recherchen habe ich noch keine Reaktion oder Antwort von Papst Franziskus auf diesen Brief gefunden.

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Das Schwinden christlicher Kirchen in Deutschland


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Kirche ohne Auftrag?

Es weihnachtet und nicht nur aus Tradition, sondern auch aus Emotion erleben viele aktive, aber auch weniger aktive Christen diese Zeit intensiver als das restliche Jahr. Auch die Kirchen haben Hochsaison und rücken wieder ins Bewusstsein der Menschen. Schauen wir einmal genauer auf die Rolle der christlichen Kirchen in unserem Land, die in einer Zeit der gesellschaftlichen Spaltung, einer zunehmenden Armut und Vereinsamung des Menschen vor großen Herausforderungen stehen müssten. Diesen Eindruck macht die Kirche allerdings nicht. Mit der Institution Kirche verhält es sich wie mit der EU: Sie predigen von der Kanzel Menschenrechte, Demokratie und Verantwortung, gelebt werden diese Werte aber nur durch Ehrenamt, Spenden, Nächstenliebe und das Miteinander und die Kommunikation von Mensch zu Mensch. Die Lenker und hochrangigen Vertreter dieser Institutionen scheinen da oft auf anderen Wegen oder mit anderen Überzeugungen zu wandeln.
„Die Kirche hat nicht den Auftrag, die Welt zu verändern. Wenn sie aber ihren Auftrag erfüllt, verändert sich die Welt.“ Das sagte Carl Friedrich von Weizsäcker, ein politischer Zeitgenosse und nicht nur evangelischer Christ, sondern auch ein engagierter Gläubiger, Humanist und Mahner, der aktiv an der Gestaltung, aber auch an der Verpflichtung von Kirche mitwirkte. „Seine von der Bergpredigt inspirierten und philosophisch, physikalisch, politisch wie historisch fundierten Einsichten zur Gefährdung des Weltfriedens im Schatten der nuklearen Bedrohung haben so wichtige Texte wie die Göttinger Erklärung von 1957, die Heidelberger Thesen von 1959, das Tübinger Memorandum von 1961 und den Aufruf zu einem Konzil des Friedens auf dem Düsseldorfer Kirchentag von 1985 hervorgebracht.“ So Bischof Huber zum Tode Weizsäckers. Bewundernswert, welchen Anspruch und Einfluss die Kirche hatte und welchen Einspruch Kirche durch Gläubige zuließ.

Kirche und Politik

2017 schmückt sie sich im Lutherjahr mit Reden von Angela Merkel und Barack Obama, nachdem die USA ein Jahr zuvor insgesamt 26.171 Bomben auf sieben Länder abgeworfen haben – eine Schätzung des Council on Foreign Relations. Das ist ein Anstieg um 3.027 Bomben beziehungsweise mehr als 13 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015. Was haben Merkel und Obama als Redner auf dem Evangelischen Kirchentag zu suchen und zu sagen? Natürlich nichts, für Merkel jedoch alles, was Obama mit dem Satz „Ich will Frau Merkel helfen“ unumwunden zugab. Eine nette Komödie verglichen mit den Lebensengagement eines Carl Friedrich von Weizsäcker.
Kirche zum Zwecke einer Wahlkampfveranstaltung für Merkel verbunden mit einem amerikanischen Lob dafür, dass Merkel den Kriegsschmutz der USA in Deutschland zusammenkehrt. Welch ein erbärmliches Possenspiel!
Die katholische Kirche bekleckert sich schon längst nicht mehr mit Ruhm. Der Bischofsskandal in Limburg und aufgedeckte Missbrauchsfälle haben ihre Christlichkeit ins Wanken gebracht. Merkels spontane „Ehe für alle“ mit dem Gesamtpaket, auch „Kinder für alle“ zog an den Kirchen unbemerkt vorbei. Im Gegenteil – Deutschlands oberster Protestant, Heinrich Bedford-Strohm, reagierte erfreut auf die Entscheidung des Bundestages: „Ich wünsche mir, dass jetzt weder Triumphgefühle auf der einen Seite noch Bitterkeit auf der anderen Seite den Ton angeben“, zitiert ihn spiegel online. Für die Katholiken kam Berlins Erzbischof Heiner Koch, seit Herbst 2014 Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie bei der Deutschen Bischofskonferenz, zu Wort. Er habe nichts gegen gleichgeschlechtliche Liebe – wohl aber gegen die Aushöhlung des Ehebegriffs. Und das ist alles, was die Kirchen, Kultur- und Bildungsgeber, moralische Wegweiser, Familien- und Ehebewahrer, Seelsorger und Krankenbegleiter, nach Jahrhunderten zum großen Paukenschlag der Gender-Nation zu sagen haben?
Na dann ist ja alles im Sinne Merkels geregelt, die ja politisch die Ehe für alle schon längst umgesetzt hat.

Was sich nun aber Kardinal Marx aus München geleistet hat, darf nicht nur bloß mit Kopfschütteln beantwortet werden. Er sieht in dem gerade zur Diskussion stehenden „Bedingungslosen Grundeinkommen“ eine Gefährdung der Demokratie. „Die Arbeit ist nicht irgendetwas. Es gehört zur Grundkonstitution des Menschseins, dass ich für mich und meine Familie etwas schaffe, das von Wert ist.“ Das sind die Worte des Bischofs, die mir offenbaren, dass dieser Mensch zu keinen tiefen Erkenntnissen über unsere Gesellschaft gelangt ist. Was nimmt denn er zeitlebens in Anspruch? Was ist das denn anderes als mindestens ein Grundeinkommen? Wie bedingungslos es ist oder sein wird, kann ich nicht beurteilen. Marx warnt vor den Folgen der Digitalisierung, glaubt an die Gefahren der Ungleichheit, sieht aber die größte Gefahr für die Demokratie im Bedingungslosen Grundeinkommen.
Aber was interessiert es das Fußvolk schon, wenn der Chef den Geldsack, auf dem er sitzt, zurechtrückt? Und so interessiert es auch die katholische Arbeiterbewegung nicht, was Kardinal Marx da vom Thron herunterspricht. Sie plädiert auch weiterhin für ein Bedingungsloses Grundeinkommen, damit alle Menschen die Möglichkeit bekommen, am Leben und an der Gesellschaft teilzunehmen. Das findet Winfried Gather, KAB-Diözesansekretär im Bistum Köln. Diese Hoffnung auf ein Bedingungsloses Grundeinkommen sei ihm von Herzen gegönnt. Schließlich bewegt er sich zwischen den Besitztümern des Erzbistums Köln, das mit einem geschätzten Vermögen von 3,35 Milliarden Euro das reichste in Deutschland ist. Zu den Immobilien und Wertpapieren kamen zeitweise auch Aktiengeschäfte mit dem Verhütungsmittelhersteller Pharma A und der Rüstungsfirma Schneider Electric. Das nahe dem Dom gelegene ehemalige Bankgebäude, heute Domforum, erwarb das Kölner Bistum für 79 Millionen. Im Kölner Grundbuchamt ist nicht das Erzbistum als Eigentümer eingetragen, sondern die „BRD Domkloster Cologne B.V.“ mit Sitz in Amsterdam, wie die „Zeit“ herausfand. Angesiedelt ist diese mit einer Briefkasten-Adresse in Holland. Damit entging das Bistum der Verpflichtung, Gewerbesteuern zahlen zu müssen. Eine leider legale Finanztrickserei, die Deutschland um 1,6 Millionen Euro brachte. Und das leistet sich die katholische Kirche, die jahrhundertelang der moralische Finger für das Leben ihrer Gläubigen war. Gelder erhalten die christlichen Kirchen in Millionenbeträgen vom Staat als Entschädigung für ihre Enteignung vor über 200 Jahren. „In der Tat zahlen die Bundesländer bis heute jedes Jahr fast 500 Millionen Euro an die katholischen Bistümer und evangelischen Landeskirchen als Entschädigung für entgangene Erträge. Es sind Gehälter von Bischöfen und Pfarrern darunter ebenso wie der Unterhalt für bestimmte Gebäude – bezahlt von allen Steuerpflichtigen, egal ob Mitglied einer Kirche oder nicht“, hieß es zum Thema „Kirche“ im Deutschlandfunk.
Experten schätzen, dass die Steuerzahler seit Gründung der Bundesrepublik etwa 15 Milliarden Euro gezahlt haben (Stand 2010).

Frankreichs Kirche im Vergleich

In Frankreich handelt es sich ganz im Gegensatz zu Deutschland um eine Armenkirche. Seit 1905 sind Staat und Kirche getrennt. Eine Kirchensteuer gibt es nicht. Die Gläubigen müssen spenden, damit die Gemeinde weiterleben kann. Es gibt keine Subventionen, weder vom Staat noch vom Vatikan. Ein Pfarrer versorgt bis zu neun Kirchen und verdient – wie ein Bischof auch – nur 960 Euro. Kirchen können nicht geheizt werden. Priesterseminare mussten verkauft werden.
In Köln gibt es beispielsweise doppelt so viele Gläubige wie in Lyon, das Vermögen beträgt hingegen das 40fache. Auch die christlichen Kirchen in Frankreich investieren in Firmen, die nicht immer etwas mit Ethik zu tun haben.
Um Kirchen und Kathedralen zu erhalten, sind Gelder erforderlich. Kathedralen gehören in Frankreich dem Staat, Kirchen der Kommune.
Konflikte gibt es immer häufiger, weil viele Kirchen zerfallen. Bis 2030 werden 5.000 Kirchen zerfallen sein. Selbst Notre Dame leidet unter morschen Fundamenten.
Seit 1950 gibt es die Möglichkeit für die französische Kirche, Immobilien zu erben oder Gelder von Gläubigen zu bekommen. Das spült wenigstens etwas Geld in die kirchlichen Kassen.
Frankreich und Deutschland, politisch in Freundschaft verbunden, jedoch mit einer Armut der katholischen Kirche in Frankreich, wie sie Papst Franziskus predigt.

„Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.“

So die Worte aus der Bibelstelle Lukas 16,13. Eine Mahnung für jeden, Kirchenvertreter inbegriffen. Es ist um die Kirchen in Deutschland nicht gut bestellt. Die Gebäude bleiben oft leer, müssen verkauft oder anderen Inhalten und Aufgaben zugeführt werden. Den Kirchen gehen ihre aktiven Christen immer mehr verloren. Eine groß angelegte Studie des Bistums Essen erforschte die Gründe für die Kirchenaustritte. Danach sind Entfremdung und fehlende Bindung Gründe für die Abkehr von der Kirche. Der Hinweis auf den Mammon, der an die Stelle des Glaubens getreten ist, fehlt bei der Studie. Warum wohl? 2016 verließen etwas mehr als 162.000 Katholiken die Kirche, die EKD meldete 190.000 Austritte, was bei beiden Kirchen einen Rückgang von etwa 20.000 gegenüber dem Vorjahr bedeutete.
Dass sich davon die Kirchenoberen etwas annehmen, sich wieder ihrer eigentlichen Aufgabe von Seelsorge zuwenden und das angehäufte Kapital in die „Armenspeisung“ stecken, ist eher unwahrscheinlich. Hans Hermann von Armins Buchtitel „Fetter Bauch regiert nicht gern“ findet auch hier seine Anwendung. Schließlich sprudeln die Kirchensteuern, dank der guten Konjunktur kletterten sie im vergangenen Jahr sogar auf neue Höchstwerte. Laut Tagesspiegel verbuchte die katholische Kirche 6,15 Milliarden Euro, die evangelische Kirche kam mit 5,45 Milliarden auf ihre Rekordsumme.

Ist mit diesen Zuständen von Kirche und Menschen die in der Bibel beschriebene Endzeitprognose erreicht, die uns Paulus in seinem 2. Brief an Thimotheus vorhersagt?
„In den letzten Tagen werden schwere Zeiten anbrechen. Die Menschen werden selbstsüchtig sein, habgierig, prahlerisch, überheblich, bösartig, ungehorsam gegen die Eltern, undankbar, ohne Ehrfurcht, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, roh, heimtückisch, verwegen, hochmütig, mehr dem Vergnügen als Gott zugewandt. Den Schein der Frömmigkeit werden sie wahren, doch die Kraft der Frömmigkeit werden sie verleugnen.“

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