DENK-BLOG

Ich denke, also bin ich (René Descartes)

Die Welt um uns herum ist hochkompliziert geworden, für die aber auch wir Verantwortung tragen. Der Bedarf an differenzierten Antworten auf vorhandene Probleme ist riesig und politisch verordnete „Alternativlosigkeit“ demaskiert die Arroganz der Macht. Die Folge dieser Arroganz ist die Spaltung unserer Gesellschaft, ist der Verlust von Demokratie und Freiheit und die Zerstörung des Sozialstaats durch die weiter wachsende Verteilungsungerechtigkeit. Mein Weckruf hinein in das politische und gesellschaftliche „Schlaflabor Deutschland“ greift nach meinem Bürgerrecht, diese Welt mit zu gestalten und zu verändern. Nutzen wir die Restbestände von Freiheit, in Gedanken, Wort und Schrift eine „Gemeinschaft der Denker und umDenker“ zu bilden, die sich auf den Weg gemacht hat.

Mein umDenk-Blog berichtet, kritisiert, fordert, provoziert, analysiert, zürnt, tröstet und ruft dir zu:
„Mensch, wach auf!“

Weltwirtschaftsgipfel 2018 in Davos


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… mit Merkel und Trump

Im mondänen Davos, der Stadt der Schönen und Reichen, versammelten sich die Player der Welt, um sich gegenseitig ihre eigenen Lobhudeleien per Rede vorzuführen. Als interessantes Paar der (scheinbaren) Gegensätze traten der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel auf – beides Personen, die in ihrem eigenen Land für große Widersprüche sorgen.
Trumps Ruf eilt ihm stets voraus. Die deutschen Politiker sowie die deutschen Medien haben nichts ausgelassen, um uns Trump als Vollidioten, Deppen, Wahlbetrüger, Verrückten und unzurechnungsfähigen Populisten zu präsentieren, der mit seinem Machogehabe nichts als Ablehnung und Fremdschämen verursacht. Dass er ein für Führungspersönlichkeiten ausgesprochen seltenes Exemplar ist, ist kein Geheimnis. Dass aber gerade sein exzentrisches Benehmen auch Erstaunen hervorruft, verbunden mit der Frage „Wie konnte ein solcher Mann überhaupt Präsident werden“ ist auch nicht von der Hand zu weisen. Reicht da die Antwort: Geld, Geld und nochmals Geld? Oder hat er doch eine Vision für sein Amerika, das über seinen banalen Slogan „America First“ hinausführt und die zwischen seinen Golfturnieren neue Formen und Inhalte von Politik hervorbringt.
Als Gegenspielerin Angela Merkel auf dem Weltwirtschaftsgipfel, die eine Rede hielt, die sie mit vier zentralen Wörtern bestückt hatte und mir damit einen vergnüglichen Nachmittag bescherte. Diese vier bedeutungsträchtigen Wörter ihrer wie immer „leidenschaftlichen“ Rede – leidenschaftlich deshalb, weil sie beim Hörer nur Leiden schafft – heißen „wir“, „digital“ , „disruptiv“ (revolutionär) und „soziale Marktwirtschaft“. Drum herum, wie gewohnt, ein emotionsloses Umkreisen von Hilflosigkeiten. Dabei vergaß sie natürlich nicht die entsprechenden Seitenhiebe in Richtung Trump, osteuropäischer Administrationen und AfD, sowie ihre übliche Kritik über populistische Politik, in der sie sich längst selbst befindet.

Merkels Rede näher betrachtet

„Ich will an diesem Tag, an dem Europa ja sehr im Zentrum der Diskussionen dieses Davoser Forums steht, daran erinnern, dass 1918, vor hundert Jahren, der Erste Weltkrieg endet. Schlafwandlerisch sind damals die politischen Akteure in eine schreckliche Situation hineingeraten … Haben wir aus der Geschichte wirklich gelernt oder haben wir es nicht? Ich denke, die Generationen derer, die nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden, werden beweisen müssen, ob sie wirklich etwas gelernt haben.

Übertragung von Verantwortung auf die Nachkriegsgenerationen? Ich gehöre auch dazu … und ich habe als Deutsche mit polnischen Wurzeln längst bewiesen, dass ich aus der Geschichte gelernt habe und es an die nächste Generation weitergegeben. Ich kontere daher: Es wird höchste Zeit, dass auch Sie, Frau Merkel, nach 12 Jahren Kanzlerschaft beweisen, dass Sie aus Ihrer Selbstgefälligkeit gegenüber anderen Ländern und aus der Beteiligung an Konflikten durch Waffenlieferungen etwas gelernt haben.

„… Wir hatten die Präsidentschaft im vergangenen Jahr; wir hatten als deutsche Präsidentschaft das Motto: „Eine vernetzte Welt gestalten“. Wir haben Fortschritte bei der globalen Kooperation im Gesundheitsbereich, bei der Partnerschaft mit Afrika und beim weltweiten Stahlforum, bei dem es um Dumping und fairen Handel geht, gemacht. Wir haben versucht, die Rolle der multilateralen Organisationen zu stärken und uns für ein offenes Welthandelssystem eingesetzt. Bei der großen Menschheitsherausforderung, dem Klimaschutz, haben wir – leider ohne die Vereinigten Staaten von Amerika – unsere Schlussfolgerungen ziehen müssen. Trotzdem bleibt der Klimawandel eine große Gefahr.

Fortschritte, Versuche, Bereitschaft für offenes Welthandelssystem – die Diskussionen über das unsägliche Freihandelsabkommen TTIP sind mir noch gut im Gedächtnis, das letztlich Trump beendet hat. Man höre und staune: Was für Schlussfolgerungen haben „wir“, wer immer das auch ist, ziehen müssen? Sehr kindgerecht dann  der Satz: „Trotzdem bleibt der Klimawandel eine große Gefahr.“ Es müsste heißen: „Aufgabe“, „Herausforderung“ oder „erfordert globale Anstrengungen“. Merkel begnügt sich mit dem Wort „Gefahr“. Sie ist still geworden, unsere ehemalige Klima-Kanzlerin, die mit deutschen Errungenschaften hier nicht punkten kann.

„Wir sehen, dass es nationale Egoismen gibt. Wir sehen, dass es Populismus gibt. Wir sehen, dass in vielen Staaten eine polarisierende Atmosphäre herrscht. Vielleicht gibt es an vielen Stellen auch die Sorge, ob multilaterale Kooperation wirklich in der Lage ist, die Probleme der Menschen ehrlich und fair zu lösen, und ob es angesichts der großen technologischen Herausforderungen der Digitalisierung und der disruptiven Veränderungen gelingt, alle Menschen mitzunehmen. Daran gibt es in allen Ländern Zweifel. Deshalb finde ich, Herr Professor Schwab, dass ‚Creating a Shared Future in a Fractured World‘ (Eine gemeinsame Zukunft schaffen in einer zerrissenen Welt) genau das richtige Motto für das Jahr 2018 ist.“

Wieder das „Wir“ im Zentrum ihrer Aussage. Die Begriffe „ehrlich“, „fair“ und „alle Menschen mitnehmen“ aus Merkels Mund, die in ihrem eigenen Land weder mit Ehrlichkeit, noch mit Fairnes die Menschen mitgenommen hat. Nie war Deutschland so gespalten wie unter ihrer heutigen Kanzlerschaft. Schön, dass ihr das hochgesteckte Motto dieses Gipfels gefällt und es genauso wenig bewirken wird wie ihr eigenes Motto im letzten Jahr, das lautete: Eine vernetzte Welt gestalten.

„Ehrlich gesagt, hat auch das Land, aus dem ich komme und in dem ich Bundeskanzlerin bin, Schwierigkeiten und erlebt eine Polarisierung, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht hatten … Aber ich darf Ihnen sagen: Deutschland will ein Land sein, das auch in Zukunft seinen Beitrag leistet. … Wir glauben, dass uns Abschottung nicht weiterführt. Wir glauben, dass wir kooperieren müssen, dass Protektionismus nicht die richtige Antwort ist.“

Polarisierung ist es nicht, was Deutschland erlebt. Es muss Spaltung heißen. Merkel hält die falsche Rede am falschen Ort. Sie befindet sich auf dem WeltWIRRSCHFTsgipfel und was redet sie von Abschottung. Kein Staat, nicht Russland, nicht Polen, nicht Österreich schottet sich wirtschaftlich ab, nicht einmal die USA. Ein Blick auf die Geldströme in der Welt beweist, dass Kooperation die Grundlage der Globalisierung ist und jeder Staat bemüht ist, bei dem Spiel um Geld auch mitzuspielen.

„Wir sind in Deutschland momentan in einer Situation, in der wir sagen können: Uns geht es gut, uns geht es sehr gut. Aller Voraussicht nach könnten wir 2020 dann elf Wachstumsjahre in Folge hinter uns haben. Das gab es zuletzt in den 50er Jahren. Wir haben mehr Menschen in Arbeit als jemals zuvor. Wir haben eine solide Finanzsituation. Wir haben gute Fortschritte bei der Digitalisierung unserer Wirtschaft mit der Industrie 4.0 gemacht.“

Meine umfassende Antwort auf diese Erfolge befindet sich auf 350 Seiten meines Buches „Das Ende der Demokratie“. Allein die starke wirtschaftliche und finanzielle Spaltung der deutschen Gesellschaft in Arm und Reich mit der Vernachlässigung der Mittelschicht stellen diese Worte in ein ganz anderes Licht.

„Für die nächsten vier Jahre heißt die Aufgabe daher, Digitalisierung in unser Bildungssystem zu bringen, den Staat digital auszurichten, den Bürgern eine Möglichkeit zu geben, mit ihrem Staat im Zeitalter der Digitalisierung digital zu kommunizieren, und ein besseres Ökosystem für Start-ups zu schaffen, damit wir weiter ein Ort der Innovation sind.“

Ich hätte so gern gewusst, warum Deutschland seine digitale Innovationsfähigkeit unter Merkel so stark eingebüßt hat. Jeder Satz Merkels in Sachen Digitalisierung ist für Fachleute der Beweis, dass sich zwischen Merkel und der Digitalisierung keine Verständnis- und Kenntnisebene auftut.

„Wir müssen uns mit lebenslangem Lernen beschäftigen und wir müssen uns mit völlig neuen Lösungsmöglichkeiten beschäftigen, was unsere sozialen Systeme anbelangt.“

Wer ist denn nun wieder „wir“? Und wo sind denn nach 12 Jahren Merkel-Regierung die völlig neuen Lösungsmöglichkeiten für unsere sozialen Systeme?

„Die Frage ‚Was kann ich jetzt noch verteilen?‘ und die Frage ‚Was investiere ich in die Zukunft?‘ beschäftigen uns sehr in unseren Gesprächen.“

Dann seid „Ihr“ ja die nächsten vier Jahre mit der Suche nach Antworten gut beschäftigt.

„Wir wissen: Wenn wir das Wohlstandsversprechen für alle in der Zeit der Digitalisierung einlösen wollen – auch für unsere Menschen in Deutschland, dann bedeutet das: Wir brauchen eine Soziale Marktwirtschaft 4.0, nicht nur eine Industrie 4.0. Das heißt, wir müssen uns auch mit der Frage beschäftigen: Wie nehmen wir alle mit? Ich glaube, das ist eine der drängenden Fragen. Denn Länder, die in sich gespalten sind, sind viel weniger fähig, multilateral zu agieren, kooperativ zu agieren. Vielmehr ist die Gefahr, dass sie sich in sich zurückziehen, sehr groß.“

Und immer wieder muss die „Soziale Marktwirtschaft“ herhalten. Neoliberalismus, Turbokapitalismus, Freihandelsabkommen à la TTIP, Finanzgebaren und Finanzkrise, Steuerparadiese und Börsenwelt, Altersarmut und Obdachlose – das alles fällt bei Merkel unter den Begriff „Soziale Marktwirtschaft“. Auch wieder nur das Kinderprogramm!

„All diese Fragen sind national nicht zu lösen. Deshalb ist mit der Frage „Wie geht es in Deutschland weiter?“ untrennbar die Frage verbunden: Wie geht es in Europa weiter?“

Der Beweis ist erbracht. Was in Deutschland nicht weiter geht, liegt an Europa. Für Klein-Deutschland ist Merkel nicht mehr zu haben. Ihr Terrain ist schon lange die europäische Bühne. Deutschland schenkte sie den spontanen Atomausstieg und die wunderbare Jung-Männervermehrung durch Grenzöffnung. Das muss national reichen.

„So bedauerlich die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger Großbritanniens war, die EU zu verlassen, so sehr hat sie uns doch auch Mut gegeben, uns auf die wirklich großen Aufgaben zu konzentrieren. Ich sage ausdrücklich: Mit der Wahl des französischen Präsidenten Emmanuel Macron ist noch einmal zusätzlich Schwung in die Europäische Union gekommen; und das wird uns stärken.“

Wer ist hier wieder mit „uns“ gemeint? Eine großartige politische Reaktion auf den Brexit, den sie selber mit verursacht hat. Der neu erstandene Sonnenkönig Macron wird Merkel und Deutschland schon zeigen, wer wohin welche Gelder zu überweisen hat. Dieser Mann ist so wenig volksnah, dafür so machtbesessen wie Merkel – das sind die Gemeinsamkeiten.

„Es gibt große amerikanische Unternehmen, die Zugriff auf Daten haben – Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Die Antwort auf die Frage ‚Wem gehören diese Daten?‘ wird letztendlich darüber entscheiden, ob Demokratie, Partizipation, Souveränität im Digitalen und wirtschaftlicher Erfolg zusammengehen. … Die Europäer haben sich noch nicht richtig entschieden, wie sie mit Daten umgehen wollen … Ich glaube, mit unserem europäischen Modell der Sozialen Marktwirtschaft haben wir auch eine Chance, einen Beitrag zu einem gerechten digitalen Zeitalter zu leisten, in dem eben nicht die Privatisierung aller Daten über die Persönlichkeit die Normalität ist, aber in dem wir akzeptieren und annehmen, dass, um das Beste für die Menschen daraus machen, Daten die Rohstoffe des 21. Jahrhunderts sind.“

Welch ein Blödsinn! Deutschland hat sich schon im letzten Jahr entschieden, wie es mit Daten umgeht. Der Staatstrojaner ist Gast in jedem Computer, iPad und Smartphone. Heribert Prantl bezeichnet dies als „Digitale Inquisition“. Die kontrollierte Gesellschaft hält still oder weiß nichts davon. Das ist Merkels „gerechtes digitales Zeitalter“ in ihrer „Sozialen Marktwirtschaft“, also das Beste für die Menschen! Diese Rede ist einfach nur haarsträubend.

„Wir müssen unsere Eurozone festigen. Das heißt, wir brauchen eine Kapitalmarktunion – im Kapitalmarkt sind wir immer noch zersplittert. Wir müssen die Bankenunion vollenden.“

Herr Macron lässt grüßen! Eine Bankenunion vollenden heißt: die Pleite einer Bank nicht länger zu einem nationalen, sondern zu einem europäischen Problem machen. Es reicht also nicht, dass die deutschen Steuerzahler belastet sind, es sollen jetzt auch noch die Sparer dran glauben müssen.

„Wir haben im Grunde die sunnitisch-schiitischen Konflikte vor unserer Haustür. Wir haben den IS vor unserer Haustür.“

Falsch! Wir haben sunnitisch-schiitische Konflikte, kurdisch-türkische Konflikte und den IS nicht vor der Haustür, sondern schon längst im Haus!

„Wir sind uns inzwischen darüber klar, dass wir unsere Außengrenzen schützen müssen. Aber was bedeutet das? Europa ist ja ein interessanter Kontinent oder ein interessantes Gebilde. Wir haben uns eine einheitliche Währung gegeben, haben uns aber nie Gedanken darüber gemacht, was denn passiert, wenn diese Währung einmal in eine Krise gerät. Jetzt arbeiten wir nach und schaffen im Grunde das Fundament, auf dem wir das hätten aufbauen müssen.“

Viele Länder und Menschen waren sich immer darüber klar, dass die Außengrenzen der EU zu schützen sind. Schön, dass nach zig Morden, Terroranschlägen, Vergewaltigungen und Messerattacken „Ihr Euch inzwischen klar seid“. Meine Frage zum hundertsten Mal: Wer ist „wir“? Und schön, dass nach dem Bau des „Währungshauses Euro“ nun endlich auch über das Fundament dieses Hauses nachgedacht wird. Traurig nur, dass wir nie gefragt wurden, ob wir Bürger da auch einziehen wollten!

„Ich brauche vielmehr auch immer ein gutes Miteinander mit meinen Nachbarn, ich brauche Abkommen, ich brauche staatliche Verträge, um zu wissen, wie ich die Herausforderung auch der illegalen Migration in den Griff bekomme. Genau das haben wir gelernt. Das zeigen das EU-Türkei-Abkommen und unsere Migrationspartnerschaften mit Afrika. Aber natürlich haben wir noch viel zu tun.“

Was ist passiert, dass Angela Merkel an dieser Stelle ihr „Ich“ entdeckt hat. Sie hält diese Dinge für Ihre persönliche Angelegenheit – ohne Partei, ohne Parlament, ohne Volk. Merkels Lösung für die Flüchtlingskrise wird also außerhalb Deutschlands geregelt – Maßnahmen, Gesetze, Regelungen und eine neue Asyl- und Einwanderungsgesetzgebung zum Schutz des eigenen Landes gehören nicht zu ihrem Ideenreichtum.

„Wir sind mitverantwortlich. Wenn die Wohlstandsunterschiede unendlich groß werden, wird es nicht klappen, in einer offenen Welt Verträge miteinander zu schließen. Wir sind mitverantwortlich für die Entwicklung des afrikanischen Kontinents. Wir sind mitverantwortlich bei der Frage, wie es im Irak weitergeht. Wir sind mitverantwortlich bei der Frage, wie es in Libyen weitergeht.“

Und wer, bitte, ist in diesem Fall „wir“? Ich bin nicht verantwortlich für die wirtschaftliche Plünderung des afrikanischen Kontinents. Ich bin nicht verantwortlich für die Kriege im Nahen Osten und auch nicht für die geschlossenen Verträge mit unberechenbaren Staaten wie der Türkei und Libyen.

„Wir dürfen niemanden zurücklassen. Gerade in der Zeit riesiger disruptiver Herausforderungen der Digitalisierung ist das Verhindern der Spaltung vielleicht eine der größten Aufgaben.“

50.000 Jugendliche ohne Hauptschulabschluss, 2,5 Millionen Menschen bekommen keinen Mindestlohn. Und was die Spaltung in Deutschland betrifft, braucht es nicht erst die disruptive Herausforderung der Digitalisierung. Die haben wir schon jetzt.

„Was ist eine ethische Form des Managements disruptiver Entwicklungen? … Wir liegen falsch, wenn wir glauben, dass die Begeisterung von 20 oder 30 Prozent eines Landes, sozusagen eine Mega-Begeisterung, für disruptive Entwicklungen ausreicht, um ein ganzes Land mitzunehmen.“

Wer eine ethische Form eines Managements kennt, möge sich bei Frau Merkel melden! … Wir Bürger in Deutschland haben von ihr keine disruptiven Innovationen zu befürchten. Da sich ihre Begeisterung an nichts erkennen lässt, leiste ich mir bezüglich dieser Rede ebenfalls eine fehlende Begeisterung.

„Wir wissen, dass die Möglichkeiten, mit disruptiven digitalen Entwicklungen großen Schaden anzurichten und Gesellschaften zu verwirren, ganz anderer Natur sind, als wir sie aus dem 20. Jahrhundert kennen. Sie sind aber mindestens so schädlich. Deshalb geht es darum, auch hierbei wirklich eine Soziale Marktwirtschaft, wie wir in Deutschland sagen würden, hinzubekommen.“

Und zum Schluss der Rede ein Paradebeispiel für die Zusammenführung ihrer Superwörter „wir“, „disruptiv“ und „soziale Marktwirtschaft“. Fazit: Das Zusammenschreiben von Sätzen mit Schlauwörtern ohne inhaltliche Zuordnung, verbunden mit dem beliebten „Wir“ ergibt noch keine Rede einer deutschen Bundeskanzlerin auf einem Weltwirtschaftsgipfel.

Zur Erholung und zum Erstaunen hier die Rede des amerikanischen Präsidenten Donald Trump in deutscher Sprache.

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Trumps Rede in Warschau


Der amerikanische Präsident Donald Trump ehrte Polen mit einem Kurzbesuch vor dem G20 Gipfel in Hamburg. In einer Rede in Warschau beförderte er das Land zur „Seele Europas“. Die Regierungspartei PiS genoss den Schulterschluss mit den USA und wird in Europa ihr Selbstbewusstsein weiter ausbauen.

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Polen – das von Trump „gelobte Land“

Donald Trump tat gut daran, Polen zu besuchen, das Amerika seit Kriegsende in Liebe verbunden ist. Polen, erst von Deutschland, dann von Europa gefördert, aufgebaut und finanziert – aber nur von Amerika verstanden! Trump hatte sich bestens vorbereitet und bewies in seiner Rede, dass er wusste, mit welchen Signalwörtern und welchen Geschichtskenntnissen er diese Nation für sich gewinnen konnte. Polens Selbstbewusstsein ist nicht mehr zu toppen, was die Europäer in Zukunft noch deutlicher als bisher zu spüren bekommen werden.

Trumps Rede
Trump in Warschau

Wir sind zu eurer Nation gekommen, um eine sehr wichtige Botschaft zu senden: Amerika liebt Polen und Amerika liebt das polnische Volk. Vielen Dank.

Die Polen haben diese Region nicht nur stark bereichert, sondern auch die polnischen Amerikaner haben die Vereinigten Staaten stark bereichert. Und ich war wirklich stolz darauf, ihre Unterstützung bei der Wahl 2016 zu haben.
Es ist eine tiefe Ehre, in dieser Stadt neben diesem Denkmal des Warschauer Aufstandes zu stehen und zu jener polnischen Nation zu sprechen, von der so viele Generationen geträumt haben – ein Polen, das sicher ist, stark und frei.
elen Dank. Vielen Dank.

Im Namen aller Amerikaner, lasst mich auch dem ganzen polnischen Volk für die Großzügigkeit danken, die ihr bei der Begrüßung unserer Soldaten in eurem Land gezeigt habt. Diese Soldaten sind nicht nur mutige Verteidiger der Freiheit, sondern auch Symbole für Amerikas Engagement für eure.
Wir sind stolz, auf diesem Podium von amerikanischen, polnischen, britischen und rumänischen Soldaten begleitet zu sein. Vielen Dank. Vielen Dank. Guter Job.
Präsident Duda und ich kommen gerade von einem unglaublich erfolgreichen Treffen mit den Führern der Drei-Meere-Initiative.

Für die Bürger dieser großartigen Region ist Amerika bereit, unsere Partnerschaft mit euch zu erweitern. Wir begrüßen stärkere Verbindungen in Handel und Geschäftswelt, während eure Volkswirtschaften wachsen. Und wir sind verpflichtet, euren Zugang zu alternativen Energiequellen zu sichern, so dass Polen und seine Nachbarn nie wieder die Geisel eines einzigen Energieversorgers sind.
Herr Präsident, ich gratuliere Ihnen, zusammen mit dem Präsidenten von Kroatien, zu Ihrer Führung dieser historischen Drei-Meere-Initiative. Vielen Dank.

Dies ist mein erster Besuch in Mitteleuropa als Präsident, und ich bin begeistert, dass es genau hier ist, auf diesem herrlichen, schönen Stück Land. Es ist schön.Polen ist das geographische Herz Europas. Aber noch viel wichtiger, sehen wir im polnischen Volk die Seele Europas.
Eure Nation ist großartig, weil euer Geist großartig ist und euer Geist stark ist.
Seit zwei Jahrhunderten erlitt Polen konstante und brutale Angriffe. Aber während Polen erobert und besetzt werden konnte und seine Grenzen sogar von der Landkarte gelöscht wurden, konnte es nie aus der Historie oder aus euren Herzen gelöscht werden. In jenen dunklen Tagen habt ihr euer Land verloren, aber nie euren Stolz.
Also kann ich euch heute mit wahrer Bewunderung sagen, dass Polen lebt – von den Bauernhöfen und Dörfern eurer Landgebiete bis hin zu den Kathedralen und Plätzen eurer großen Städte, Polen lebt, Polen gedeiht und Polen siegt.
Trotz aller Anstrengungen, euch zu transformieren, euch zu unterdrücken oder euch zu zerstören, habt ihr es ausgehalten und überwunden.
Ihr seid die stolze Nation von Kopernikus – denkt daran …
… Chopin, Johannes Paul II. Polen ist ein Land der großen Helden.
Und ihr seid ein Volk, das den wahren Wert dessen kennt, was es verteidigt.
Der Triumph des polnischen Geistes über Jahrhunderte voller Not gibt uns allen Hoffnung auf eine Zukunft, in der das Gute das Böse überwindet und Frieden über Krieg siegt.
Für die Amerikaner ist Polen seit Beginn unserer Nation ein Hoffnungssymbol. Polnische Helden und amerikanische Patrioten kämpften Seite an Seite in unserem Unabhängigkeitskrieg und in vielen darauf folgenden Kriegen. Unsere Soldaten dienen heute noch gemeinsam in Afghanistan und im Irak und bekämpfen die Feinde aller Zivilisation.
Für Amerikas Teil haben wir niemals Freiheit und Unabhängigkeit als Recht und Schicksal des polnischen Volkes aufgegeben. Und wir werden es niemals tun.

Unsere beiden Länder haben eine besondere Verbindung, geschmiedet durch einzigartige Historie und nationale Charakteristiken. Es ist die Kameradschaft, die nur unter Menschen besteht, die für Freiheit kämpften, bluteten und starben.
Die Zeichen dieser Freundschaft stehen in der Hauptstadt unserer Nation. Nur wenige Schritte vom Weißen Haus entfernt errichteten wir Statuen von Männern mit Namen wie Pulaski und Kosciuszko.
Das gleiche gilt für Warschau, wo Straßenschilder den Namen George Washingtons tragen und für einen der größten Helden der Welt ein Denkmal steht: Ronald Reagan.

Und so bin ich heute hier, nicht nur um einen alten Verbündeten zu besuchen, sondern um ein Beispiel für andere zu geben, die Freiheit suchen und Mut und Willen zur Verteidigung unserer Zivilisation sammeln möchten.
Die Geschichte Polens ist die Geschichte eines Volkes, das die Hoffnung nie verloren hat, das niemals gebrochen wurde und niemals vergessen hat, wer es ist.
Ich danke euch sehr. So eine große Ehre.
Dies ist eine mehr als 1000 Jahre alte Nation. Eure Grenzen wurden für mehr als 100 Jahre ausradiert und erst vor einem Jahrhundert wiedererrichtet.
1920, beim Wunder an der Weichsel, stoppte Polen die sowjetische Armee, welche Europa erobern wollte. Dann 19 Jahre später, 1938, wurdet ihr noch einmal überrannt; Diesmal von Nazi-Deutschland aus dem Westen und der Sowjetunion aus dem Osten. Das ist Leiden. Das war hart.
Unter der Doppelbesatzung ertrug das polnische Volk unbeschreibliche Bösartigkeiten: das Massaker im Katyn-Wald, die Besatzung, den Holocaust, das Warschauer Ghetto und den Warschauer Ghettoaufstand, die Zerstörung dieser wunderschönen Hauptstadt und den Tod von fast jedem fünften polnischen Menschen.
Eine florierende jüdische Bevölkerung, die größte Europas, wurde auf fast nichts reduziert, nachdem die Nazis systematisch Millionen von polnischen jüdischen Bürgern ermordet hatten, zusammen mit zahllosen anderen während dieser brutalen Besatzung.
Im Sommer 1944 bereiteten sich die Nazi- und Sowjetarmeen in Warschau auf eine schreckliche und blutige Schlacht vor. Mitten in dieser Hölle auf Erden erhoben sich die Polen, um ihre Heimat zu verteidigen.

Ich bin sehr geehrt, heute neben Veteranen und Helden des Warschauer Aufstandes auf dem Podium zu stehen. Welch großer Geist.
Wir grüßen euer edles Opfer und versprechen, uns immer an euren Kampf um Polen und für die Freiheit zu erinnern. Vielen Dank. Vielen Dank.
Dieses Denkmal erinnert uns daran, dass mehr als 150.000 Polen starben während des verzweifelten Kampfes zum Sturz der Unterdrückung.
Auf der anderen Seite des Flusses warteten die sowjetischen Streitkräfte. Sie beobachteten, wie die Nazis die Stadt schonungslos zerstörten und bösartig Männer, Frauen und Kinder ermordeten.
Sie versuchten, diese Nation für immer zu zerstören, ihren Überlebenswillen zu zerstörten. Aber tief im polnischen Charakter gibt es Mut und Kraft, den niemand zerstören konnte.
Der polnische Märtyrer, Bischof Michal Kozal, sagte es so: „Schrecklicher als das Besiegtwerden durch Waffen ist der Zusammenbruch des menschlichen Geistes.“
Durch vier Jahrzehnte kommunistische Herrschaft hindurch ertrug Polen und die anderen gefangenen Nationen Europas eine brutale Kampagne zur Zerstörung eurer Freiheit, eures Glaubens, eurer Gesetze, eurer Geschichte, eurer Identität; ja, des Wesens eurer Kultur und eurer Menschlichkeit.
Trotz all dem habt ihr diesen Geist nie verloren. Eure Unterdrücker versuchten, euch zu brechen, aber Polen konnte nicht gebrochen werden.
Und als der Tag kam, am 2. Juni 1979, und 1 Million Polen versammelten sich auf dem Siegesplatz zu ihrer ersten Messe mit ihrem polnischen Papst, an diesem Tag musste jeder Kommunist in Warschau gewusst haben, dass ihr Unterdrückungs-System bald zusammenbrechen würde.
Sie müssen es genau im Augenblick der Predigt von Papst Johannes Paul II. geahnt haben, als eine Million polnischer Männer, Frauen und Kinder plötzlich ihre Stimmen zu einem einzigen Gebet erhoben.
Eine Million polnischer Leute fragten nicht nach Reichtum. Sie fragten nicht nach Privilegien. Stattdessen sagten 1 Million Polen drei einfache Worte: „Wir wollen Gott.“
Mit diesen Worten erinnerte sich das polnische Volk an das Versprechen für bessere Zukunft. Sie schöpften neuen Mut, ihren Unterdrückern ins Gesicht zu sehen. Und sie fanden Worte, um zu verkünden, dass Polen wieder Polen sein würde.

Wenn ich heute hier vor dieser unglaublichen Menschenmenge stehe, dieser gläubigen Nation, können wir noch jene Stimmen durch die Geschichte widerhallen hören. Ihre Botschaft ist heute so wahr, wie eh und je. Das polnische, amerikanische und das europäische Volk schreien noch immer: „Wir wollen Gott.“
Gemeinsam mit Papst Johannes Paul II. bekräftigten die Polen ihre Identität als eine Nation, die Gott ergeben ist. Und mit dieser kraftvollen Erklärung, wer ihr seid, verstandet ihr, was ihr tun und wie ihr leben [wollt].
Ihr standet in Solidarität gegen Unterdrückung, gegen eine gesetzlose Geheimpolizei, gegen ein grausames und böses System, das eure Städte und eure Seelen verarmte, und ihr habt gewonnen. Polen siegte. Polen wird immer siegen.
Ihr wurdet bei diesem Sieg über den Kommunismus durch eine starke Allianz der freien Nationen im Westen unterstützt, die der Tyrannei trotzte. Nun als eines der engagiertesten NATO-Mitglieder, nahm Polen seinen Platz als eine führende Nation eines starken, vollständigen und freien Europas wieder auf. Ein starkes Polen ist ein Segen für die Völker Europas und das wissen sie. Ein starkes Europa ist ein Segen für den Westen und die Welt.

Hundert Jahre nach dem Eintritt der amerikanischen Truppen in den Ersten Weltkrieg ist der transatlantische Bund zwischen den Vereinigten Staaten und Europa stark wie eh; ja, und vielleicht in vielerlei Hinsicht noch stärker.
Dieser Kontinent steht nicht länger dem Gespenst des Kommunismus gegenüber. Doch heute sind wir im Westen und müssen zugeben, dass es düstere Bedrohungen für unsere Sicherheit und unsere Lebensweise gibt.

Ihr seht, was da draußen passiert. Das sind Bedrohungen. Wir werden ihnen ins Auge sehen. Wir werden gewinnen. Aber das sind Bedrohungen.
Wir stehen einer anderen bedrückenden Ideologie gegenüber, die versucht, Terrorismus und Extremismus rund um den Globus zu exportieren.
Amerika und andere [Länder] haben einen Terrorangriff nach dem anderen erlitten. Wir werden dafür sorgen, dass es aufhört.

Während einer historischen Versammlung in Saudi-Arabien rief ich die Führer von mehr als 50 muslimischen Nationen auf, gemeinsam diese Gefahr zu vertreiben, die die ganze Menschheit bedroht. Wir müssen gegen diese gemeinsamen Feinde zusammenhalten, um ihnen ihr Territorium, ihre Finanzierung und ihre Netzwerken zu nehmen und jegliche Form ideologischer Unterstützung.
Während wir neue Bürger, die unsere Werte teilen und unser Volk lieben, immer begrüßen, werden unsere Grenzen dicht sein für Terrorismus und Extremismus jeglicher Art.
Wir kämpfen hart gegen den radikal-islamischen Terrorismus. Und wir werden uns durchsetzen.
Wir können diejenigen nicht akzeptieren, die unsere Werte ablehnen und Hass benutzen, um Gewalt gegen Unschuldige zu rechtfertigen.
Heutzutage ist der Westen außerdem mit Mächten konfrontiert, die versuchen, unseren Willen zu testen, unsere Zuversicht zu untergraben und unsere Interessen zu beeinträchtigen.
Um gegen neue Formen der Aggression gerüstet zu sein, einschließlich Propaganda, Finanzkriminalität und Cyberkrieg, müssen wir unser Bündnis aktualisieren, um effektiv auf allen neuen Schlachtfeldern konkurrieren zu können.
Wir fordern Russland auf, seine destabilisierenden Aktivitäten in der Ukraine und anderswo aufzugeben, ebenso seine Unterstützung für feindliche Regime wie Syrien und Iran, und sich stattdessen der Gemeinschaft verantwortungsvoller Nationen anzuschließen in unserem Kampf gegen gemeinsame Feinde und zur Verteidigung der Zivilisation als solcher.
Schließlich sind unsere Bürger auf beiden Seiten des Atlantiks noch mit einer weiteren Gefahr konfrontiert, die [jedoch] vollkommen in unserer Hand liegt. Diese Gefahr ist für einige unsichtbar, aber den Polen vertraut: [Es ist] das schleichende sich Ausweiten der Regierungsbürokratie, die dem Volk Vitalität und Wohlstand aussaugt.
Nicht Papierkram und Regulierungen machten den Westen groß, sondern [der Umstand], dass Menschen erlaubt war, ihren Träumen und Schicksalen nachzugehen.
Die Amerikaner, Polen und Nationen Europas schätzen Freiheit und Souveränität. Wir müssen gemeinsam den Kräften entgegentreten – egal ob sie von Süden, Osten, innen oder außen kommen – die mit der Zeit drohen, diese Werte zu untergraben und Bande der Kultur, des Glaubens und der Tradition zu löschen, die uns zu dem machen, was wir sind.
Wenn sie unkontrolliert bleiben, werden diese Kräfte unseren Mut untergraben, unseren Geist aussaugen und unseren Willen schwächen, uns [selbst] und unsere Gesellschaften zu verteidigen.
Aber wie unsere vergangenen Gegner und Feinde hier in Polen lernten, wissen wir, dass auch diese Kräfte zum Scheitern verurteilt sind, falls wir ihr Scheitern wollen. Und wir wollen wirklich, dass sie scheitern.
Sie sind nicht nur deshalb dem Untergang geweiht, weil unsere Allianz stark ist, unsere Länder belastbar und unsere Macht unübertroffen ist. (Man muss sagen, all das ist wahr.)

Unsere Gegner sind dem Untergang geweiht, weil wir niemals vergessen werden, wer wir sind. Und wenn wir nicht vergessen, wer wir sind, können wir einfach nie geschlagen werden. Die Amerikaner werden es nie vergessen. Die Nationen Europas werden es nie vergessen. Wir sind die festeste und größte Gemeinschaft. Nichts gleicht unserer Völkergemeinschaft. Die Welt hat nie eine Völkergemeinschaft wie die unsrige gekannt.
Wir schreiben Symphonien. Wir streben nach Innovation. Wir feiern unsere alten Helden, pflegen unsere zeitlosen Traditionen und Bräuche und suchen stets neue Grenzbereiche zu entdecken.
Wir belohnen Brillanz, wir streben nach Vorzüglichkeit und schätzen inspirierende Kunstwerke, die Gott ehren. Wir schätzen die Rechtsstaatlichkeit und schützen das Recht auf freie Rede und freie Meinungsäußerung.
Wir geben Frauen die Macht, Säulen unserer Gesellschaft und unseres Erfolges zu sein. Wir stellen Glauben und Familie, nicht Regierung und Bürokratie, in den Mittelpunkt unseres Lebens.
Und wir diskutieren alles. Wir hinterfragen alles. Wir wollen alles wissen, damit wir besser über uns selbst bescheid wissen.
Und vor allem schätzen wir die Würde jedes Menschenlebens, schützen die Rechte jeder Person und teilen die Hoffnung jeder Seele auf ein Leben in Freiheit.
Das sind wir. Das sind die unschätzbaren Bande, die uns als Nationen, Verbündete und als Zivilisation vereinen.
Was wir besitzen, was wir geerbt haben – und ihr wisst das besser als irgendjemand, und das seht ihr heute bei dieser unglaublichen Menschenmenge – was wir von unseren Vorfahren geerbt haben, hatte in diesem Ausmaß vorher noch nie existiert. Und falls wir es nicht bewahren können, wird es nie, nie wieder existieren. Also dürfen wir nicht scheitern.
Diese großartige Völkergemeinschaft hat noch etwas anderes gemeinsam: Bei jedem waren es immer die Menschen, nicht die Mächtigen, die das Fundament der Freiheit und den Eckpfeiler unserer Verteidigung bildeten.
Das Volk war hier in Polen das Fundament, wie hier in Warschau. Und es war das Fundament seit den Anfängen Amerikas.
Unsere Bürger haben nicht etwa gemeinsam Freiheit errungen, Schrecken überstanden und dem Bösen ins Auge geblickt, um unsere Freiheit zu verlieren wegen eines Mangels an Stolz und Vertrauen in unsere eigenen Werte. Das haben wir nicht und das werden wir nicht. Wir werden niemals klein beigeben.
Solang wir unsere Geschichte kennen, wissen wir, wie wir unsere Zukunft bauen können.

Die Amerikaner wissen, dass eine starke Allianz von freien, souveränen und unabhängigen Nationen die beste Verteidigung unserer Freiheiten und Interessen ist. Deshalb hat meine Regierung verlangt, dass alle NATO-Mitglieder endlich ihre volle und faire finanzielle Verpflichtung erfüllen. Dieses Beharren hat dazu geführt, dass zusätzliche Milliarden von Dollars in die NATO fließen. In der Tat sind die Leute schockiert. Aber Milliarden und Milliarden von Dollars kommen aus Ländern rein, die meiner Meinung nach nicht so schnell bezahlt hätten.
Für diejenigen, die unsere harte Haltung kritisieren, weise ich darauf hin, dass die Vereinigten Staaten nicht nur mit Worten sondern auch mit Taten gezeigt haben, dass wir fest hinter Artikel V stehen, der gegenseitigen Verteidigungsverpflichtung.
Worte sind einfach, aber Taten sind das, was zählt. Und für seinen eigenen Schutz – (und das wisst ihr und das weiß jeder und jeder muss dass wissen) – muss Europa mehr tun. Europa muss zeigen, dass es an seine Zukunft glaubt, indem es sein Geld dafür investiert, diese Zukunft zu sichern.
Aus diesem Grund applaudieren wir für Polens Entscheidung, diese Woche vorangegangen zu sein, um von den Vereinigten Staaten das kampferprobte „Patriot“ Luft- und Raketenabwehrsystem zu erwerben, das Beste der ganzen Welt.
Das ist auch der Grund, warum wir das polnische Volk als eines der NATO-Länder grüßen, das tatsächlich den Investitions-Maßstab unserer gemeinsamen Verteidigung erreicht hat.
Vielen Dank. Danke, Polen. Ich muss sagen, euer Beispiel ist wirklich großartig und wir applaudieren Polen. Vielen Dank.

Wir müssen daran erinnern, dass unsere Verteidigung nicht nur eine Verpflichtung des Geldes, sondern auch eine Verpflichtung des Willens ist. Denn wie die polnische Erfahrung lehrt, liegt die Verteidigung des Westens letztlich nicht nur an den Mitteln, sondern auch am Willen des Volkes, sich durchzusetzen, erfolgreich zu sein und das Notwendige zu bekommen.
Die grundlegende Frage unserer Zeit ist, ob der Westen den Willen zum Überleben hat. Haben wir den Glauben an unsere Werte, um sie um jeden Preis zu verteidigen? Haben wir genug Respekt für unsere Bürger, um unsere Grenzen zu schützen? Haben wir den Wunsch und den Mut, unsere Zivilisation vor denjenigen zu bewahren, die sie untergraben und zerstören würden?
Wir können die größten Volkswirtschaften und die tödlichsten Waffen der Erde haben, aber wenn wir keine starken Familien und starke Werte haben, werden wir schwach sein und nicht überleben.
Wenn jemand die entscheidende Wichtigkeit dieser Dinge vergisst, dann lasst ihn ein Land besuchen, das dies niemals tat, dann lasst ihn nach Polen kommen …
… und lasst ihn nach Warschau kommen und die Geschichte des Warschauer Aufstandes lernen … Eure Helden erinnern uns daran, dass der Westen mit dem Blut der Patrioten gerettet wurde, dass jede Generation aufstehen muss und ihre Rolle bei seiner Verteidigung spielen muss …
… und dass jede Fußbreite Boden und jeder letzte Zentimeter Zivilisation es wert ist, mit eurem Leben verteidigt zu werden.
Unser eigener Kampf für den Westen beginnt nicht auf dem Schlachtfeld. Er beginnt mit unseren Köpfen, unserem Willen und unseren Seelen. Heute sind die Bande, die unsere Zivilisation vereinen, nicht weniger lebenswichtig und fordern nicht weniger Verteidigung als jener nackte Fetzen Land, der einst die Hoffnung von ganz Polen bedeutete.
Unsere Freiheit, unsere Zivilisation und unser Überleben hängt an diesen Banden der Geschichte, der Kultur und der Erinnerung. Und heute – wie eh und je – ist Polen in unserem Herzen, und sein Volk nimmt an diesem Kampf teil.

So wie Polen nicht gebrochen werden konnte, erkläre ich heute vor der ganzen Welt, dass der Westen niemals je gebrochen werden wird. Unsere Werte werden sich durchsetzen, unsere Völker werden gedeihen, und unsere Zivilisation wird triumphieren …
Also lasst uns alle gemeinsam kämpfen wie die Polen, für Familie, für Freiheit, für Land und für Gott.
Vielen Dank. Gott segne euch, Gott segne das polnische Volk, Gott segne unsere Verbündeten, und Gott segne die Vereinigten Staaten von Amerika.
Vielen Dank. Gott segne euch. Vielen Dank.

Übersetzt nach Transkript des „Time“-Magazin

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