DENK-BLOG

Ich denke, also bin ich (René Descartes)

Die Welt um uns herum ist hochkompliziert geworden, für die aber auch wir Verantwortung tragen. Der Bedarf an differenzierten Antworten auf vorhandene Probleme ist riesig und politisch verordnete „Alternativlosigkeit“ demaskiert die Arroganz der Macht. Die Folge dieser Arroganz ist die Spaltung unserer Gesellschaft, ist der Verlust von Demokratie und Freiheit und die Zerstörung des Sozialstaats durch die weiter wachsende Verteilungsungerechtigkeit. Mein Weckruf hinein in das politische und gesellschaftliche „Schlaflabor Deutschland“ greift nach meinem Bürgerrecht, diese Welt mit zu gestalten und zu verändern. Nutzen wir die Restbestände von Freiheit, in Gedanken, Wort und Schrift eine „Gemeinschaft der Denker und umDenker“ zu bilden, die sich auf den Weg gemacht hat.

Mein umDenk-Blog berichtet, kritisiert, fordert, provoziert, analysiert, zürnt, tröstet und ruft dir zu:
„Mensch, wach auf!“

Mesut Özils politisches Eigentor


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Integration Fehlanzeige

Mit der Meldung „Mesut Özil spielt nie mehr für Deutschland“ begann der heutige Tag und die Reaktionen darauf sind vielfältig. Von „Der arme Kerl“ bis „Gott sei Dank“ ist alles enthalten. Özil, der bis jetzt zu dem Fototermin mit seinem türkischen Präsidenten Erdogan geschwiegen hat, äußert sich in einer 3-seitigen englischsprachigen Erklärung über Twitter und Instagram. Eine Passage daraus lautet übersetzt: „Ich spreche jetzt nicht wegen Grindel, sondern weil ich es will. Ich werde nicht länger als Sündenbock dienen für seine Inkompetenz und seine Unfähigkeit, seinen Job ordentlich zu erledigen. Ich weiß, dass er mich nach dem Foto aus dem Team haben wollte, und seine Ansicht bei Twitter ohne Nachdenken oder Absprache veröffentlicht hat, aber Joachim Löw und Oliver Bierhoff haben sich für mich eingesetzt und mich unterstützt. In den Augen von Grindel und seinen Helfern bin ich Deutscher, wenn wir gewinnen, und ein Immigrant, wenn wir verlieren…“ 

Özils Erklärung ist ein Rundumschlag ohne jegliche Selbstreflexion. Eine Charaktereigenschaft, die heute immer und überall anzutreffen ist. Schuld ist immer der andere. Das allerdings ist beim Sport nicht durchsetzbar, weil er die Leistung des Sportlers nachprüfbar macht. 

„Wer austeilt, muss auch einstecken können“, dachte sich der Bayern-Präsident Uli Hoeneß und  polterte: „Mesut Özil hat seit Jahren einen Dreck gespielt. Den letzten Zweikampf hat er vor der WM 2014 gewonnen. Die Entwicklung in unserem Land ist eine Katastrophe. Man muss es mal wieder auf das reduzieren, was es ist: Sport. Und sportlich hat Özil seit Jahren nichts in der Nationalmannschaft verloren!“ 

Ohne die sportliche Fähigkeit Özils beurteilen zu können, finde ich es doch recht befremdlich, dass sich auch noch ein vom hochbegabten Fußballer zum hochbegabten Steuerhinterzieher avancierter bayrischer Wadenbeißer in die Debatte einmischt. Aber was kann man schon von einem Selbstdarsteller, Zocker und Wurstfabrikanten anderes erwarten? 

Dass es hier zu solchen Geschichten überhaupt kommen kann, verdanken wir ganz anderen Bühnendarstellern als den zwei hier genannten. Diese Geschichte begann viel, viel früher, zu einer Zeit, als Fußball noch ein Sport, ein Fußball-Nationalspieler noch kein Millionär, der DFB noch kein Konzern und die Funktionäre noch nicht korrupt waren. Das gekaufte deutsche Sommermärchen beendete bei vielen Fußballfans die Illusion von einem sauberen Sport. Und große Fußballidole wie beispielsweise Beckenbauer, Rummenigge und Hoeneß bewiesen, dass Geld tatsächlich den Charakter verdirbt. 

Verlassen wir einmal das Fußballfeld. Schließlich haben wir dem Treffen Özil/Erdogan ja auch eine politische Dimension beigemessen. Für mich ist der Fall Özil eine Frage der Identifikation mit dem Land, für das man spielt. Möglich, dass viele der Fußballer mit den Begriffen Ball, Tor und Geld mehr anfangen können als mit der Nation, dem Land, in dem sie spielen. Eine Europa- oder Weltmeisterschaft setzt aber gerade eine Identifikation mit dem Land, für das man antritt, voraus. Dass das nicht so ist, dafür ist auch Özil ein Beispiel, der zu singen lieber betet. Vor dem Anstoß zu Allah beten statt die deutsche Nationalhymne mitzusingen wird sicher von unseren Grün-Linken für einen wunderbaren Erfolg gelungener Integration  gehalten  werden.

Bei aller zutreffenden Kritik – eine alleinige Verurteilung Özils greift einfach zu kurz. Ich kann nicht umhin, auch bei dieser Geschichte auf die Frau zu sprechen zu kommen, die sich leistet, alles Nationale zu verbannen, Politik gegen ihr Volk und ihr eigenes Land zu machen und selbst der Nationalmannschaft das „National“ zu entwenden, damit nun jeder Spieler der Welt demnächst für Deutschland ins Rennen gehen kann. Wenn es also keine deutsche Nationalmannschaft mehr gibt, sondern nur noch auf Betreiben von Frau Merkel  „Die Mannschaft“, dann schlage ich auch die Abschaffung des Textes der Nationalhymne vor und ihre Umbenennung in „Hymne“. Ab sofort dürfen dann die Münder der Spieler zum Beten geschlossen bleiben, worüber dann wie bei Özil das Domradio bewundernd berichten wird.

Der sofortigen Reaktion der SPD Justizministerin Barley, Özils Vorwurf zu übernehmen und die Ereignisse als Rassismus zu bezeichnen, halte ich für eine typische deutsche Blödsinns- und Lieblingsreaktion. Kritik und Ärger über Leistung und Benehmen einer öffentlichen Person, die Millionen verdient, haben mit Rassismus so viel zu tun wie Erdogan mit Demokratie.

Wie hätte man dieses böse Özil/Erdogan-Spiel  im Keim ersticken können, ohne dass der türkische Justizminister Abdulhamit Gül die Chance erhalten hätte, Özil dafür zu gratulieren, daß er mit seinem Ausscheiden aus der deutschen Mannschaft „gegen den faschistischen Virus“ sein schönstes Tor geschossen hätte?

Der unbedingt zu nennende Chef der Mannschaft, Joachim Löw, hätte Mesut Özil zu Hause lassen müssen – wo das auch immer ist!

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Fußballweltmeisterschaft 2018


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… ohne die Weltmeister-„Mannschaft“

Deutschland blamiert sich augenblicklich auf allen Gebieten – ein Glück nur, dass wir keine Nationalmannschaft nach Russland geschickt haben. Es war nur die „Mannnschaft“, die nun wirklich vor der Reise nach Russland Wichtigeres zu tun hatte als  mental auf Erfolgskurs zu gehen. Zwei der Jungens hatten einen Pressetermin mit ihrem türkischen Ziehvater Erdogan. Dann mussten alle Jungens noch ihre Brusthaare kämmen, damit Angela Merkel sie in der Kabine besuchen konnte und den moralischen Zeigefinger der Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, die niemals auf diesem Stuhl hätte Platz nehmen dürfen, galt es auch noch zu verarbeiten. Sie gab der identitätslosen „Mannschaft“ noch die dringende Warnung vor deutscher „Selbstbeweihräucherung“ mit auf den Weg, forderte emotionale Zurückhaltung und wie man sie kennt, fürchtete sie sich schon Wochen vor Beginn der WM vor dem Massenwedeln deutscher Fähnchen. Pech für sie, dass ihre türkischen Nationalkicker nicht über russischen Rasen liefen.
Die Angst der Claudia war unbegründet. Begeisterung hielt sich überall in Grenzen – beim Publikum, bei uns in Deutschland, vor der Flimmerkiste, bei den Spielern, beim Trainer und in den Fernsehanstalten mit ihren Kommentatoren.
Die Rollatoren-Mannschaft kehrte, kaum dass sie dort war, zurück ins Körbchen – und bis heute hört und sieht man nichts mehr von ihnen. Löw, der es versäumt hatte, nach dem Weltmeistertitel 2014 abzudanken, folgt wie seine Freundin Angela nicht der Empfehlung: „Hör‘ auf, wenn es am schönsten ist“. Beide, Löw wie Merkel wollen weiterspielen, ganz egal, wie wenig Applaus noch an ihre Ohren dringt. Kommentatoren beurteilen Löws Lustlostruppe wie folgt:

Zeichnung: Arnd Hawlina

„Nationalmannschaften haben vielleicht noch Peru, Mexico, Kroatien etc. Wir haben eine MANNSCHAFT aus Legionären. Die spielen für Geld und nicht für Deutschland. Die Landesfarben auf den Trikos – Fehlanzeige, ebenso wie das Mitsingen der Nationalhymne, was von einigen schlicht verweigert wird.“ … „Die Mannschaft ist leider nur noch eine Ansammlung von Fußballsöldnern, die eben für Deutschland spielen weil es gut für ihren persönlichen Marktwert ist. Das merkt man an der Körpersprache der Spieler, es fehlen Stolz und Wille für Deutschland zu spielen und zu siegen.“

Fußball (nebst Abartung und Ausartung)
Joachim Ringelnatz

Der Fußballwahn ist eine Krank-
heit, aber selten, Gott sei Dank!
Ich kenne wen, der litt akut
an Fußballwahn und Fußballwut.
Sowie er einen Gegenstand
in Kugelform und ähnlich fand,
so trat er zu und stieß mit Kraft
ihn in die bunte Nachbarschaft.
Ob es ein Schwalbennest, ein Tiegel,
ein Käse, Globus oder Igel,
ein Krug, ein Schmuckwerk am Altar,
ein Kegelball, ein Kissen war,
und wem der Gegenstand gehörte,
das war etwas, was ihn nicht störte.
Bald trieb er eine Schweineblase,
bald steife Hüte durch die Straße.
Dann wieder mit geübtem Schwung
stieß er den Fuß in Pferdedung.
Mit Schwamm und Seife trieb er Sport.
Die Lampenkuppel brach sofort.
Das Nachtgeschirr flog zielbewußt
der Tante Berta an die Brust.
Kein Abwehrmittel wollte nützen,
nicht Stacheldraht in Stiefelspitzen,
noch Puffer, außen angebracht.
Er siegte immer, 0 zu 8,
und übte weiter frisch, fromm, frei
mit Totenkopf und Straußenei.
Erschreckt durch seine wilden Stöße,
gab man ihm nie Kartoffelklöße.
Selbst vor dem Podex und den Brüsten
der Frau ergriff ihn ein Gelüsten,
was er jedoch als Mann von Stand
aus Höflichkeit meist überwand.
Dagegen gab ein Schwartenmagen
dem Fleischer Anlaß zum Verklagen.
Was beim Gemüsemarkt geschah,
kommt einer Schlacht bei Leipzig nah.
Da schwirrten Äpfel, Apfelsinen
durch Publikum wie wilde Bienen.
Da sah man Blutorangen, Zwetschen
an blassen Wangen sich zerquetschen.
Das Eigelb überzog die Leiber,
ein Fischkorb platzte zwischen Weiber.
Kartoffeln spritzten und Zitronen.
Man duckte sich vor den Melonen.
Dem Krautkopf folgten Kürbisschüsse.
Dann donnerten die Kokosnüsse.
Genug! Als alles dies getan,
griff unser Held zum Größenwahn.
Schon schäkernd mit der U-Boots-Mine,
besann er sich auf die Lawine.
Doch als pompöser Fußballstößer
Fand er die Erde noch viel größer.
Er rang mit mancherlei Problemen.
Zunächst: Wie soll man Anlauf nehmen?
Dann schiffte er von dem Balkon
sich ein in einen Luftballon.
Und blieb von da an in der Luft,
verschollen. Hat sich selbst verpufft. –
Ich warne euch, ihr Brüder Jahns,
vor dem Gebrauch des Fußballwahns!

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