DENK-BLOG

Ich denke, also bin ich (René Descartes)

Die Welt um uns herum ist hochkompliziert geworden, für die aber auch wir Verantwortung tragen. Der Bedarf an differenzierten Antworten auf vorhandene Probleme ist riesig und politisch verordnete „Alternativlosigkeit“ demaskiert die Arroganz der Macht. Die Folge dieser Arroganz ist die Spaltung unserer Gesellschaft, ist der Verlust von Demokratie und Freiheit und die Zerstörung des Sozialstaats durch die weiter wachsende Verteilungsungerechtigkeit. Mein Weckruf hinein in das politische und gesellschaftliche „Schlaflabor Deutschland“ greift nach meinem Bürgerrecht, diese Welt mit zu gestalten und zu verändern. Nutzen wir die Restbestände von Freiheit, in Gedanken, Wort und Schrift eine „Gemeinschaft der Denker und umDenker“ zu bilden, die sich auf den Weg gemacht hat.

Mein umDenk-Blog berichtet, kritisiert, fordert, provoziert, analysiert, zürnt, tröstet und ruft dir zu:
„Mensch, wach auf!“

EU moniert wiederholt Nitrate im Grundwasser


Share
Gülle in Hülle und Fülle
Nitratbelastung der Böden

Europa hat mal wieder an die deutsche Tür geklopft und zum x-ten Mal auf den zu hohen Nitratgehalt in deutschen Böden aufmerksam gemacht, verursacht hauptsächlich durch zu viel Gülle und Kunstdünger. Damit gelangt Nitrat ins Grundwasser, in die Flüsse und Seen. Der Grenzwert liegt bei 50mg Nitrat pro Liter. Dieser Grenzwert wird aber in vielen Regionen um ein Vielfaches überschritten. Das bedeutet immer mehr Filteraufwand für die Trinkwasserversorger. Die Mehrkosten zahlt natürlich der Verbraucher. Nun setzt die EU der deutschen Regierung eine letzte Frist von zwei Monaten, ehe der Fall dann vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) landen könnte und eine Geldstrafe von 850.000 Euro täglich fällig würde. 

Eine ziemliche Schweinerei, den Menschen in Deutschland ein giftigeres Grundwasser anzubieten als es die Nachbarländer tun. Aber wir wissen ja: Das große Klima-Spektakel gibt es hauptsächlich in Deutschland, wo die große Klima-Kanzlerin Merkel alles im Griff hat. Dank ihrer Exekutive, der Rettungsorganisation der Deutschen Umwelthilfe e.V. durch Hunderte von Messstationen, die das „Massensterben“ durch das Atmen von „giftiger“ Luft beenden sollen, erhält auch der Bauer seine (verdiente?) Abreibung. Warum hat sich eigentlich die Deutsche Umwelthilfe e.V. nicht auch um die Sauberkeit des Wassers gekümmert? Ganz einfach – da hätte ihr der gesamte deutsche Bauernverband schon gezeigt, wo es langgeht. Nein, die Moralkeule zwecks Erzeugung eines schlechten Gewissens mit Strafgeldzahlung schwingt man am erfolgreichsten gegen den Bürger! So lassen sich Kassen füllen und weiterhin zum Klingeln bringen. Fürs saubere Atmen ist nun einmal die Deutsche Umwelthilfe zuständig, fürs saubere Trinken sorgt Europa. Fragt sich, welche Organisation  demnächst die Strafzölle fürs Essen erhebt. 

Über die Schuld von Rindviechern habe ich in einem früheren Beitrag schon ausgiebig berichtet. Heute interessiert mich die deutsche Nitrat-Politik.

Seit mehr als drei Jahren betrachte ich die nicht enden wollenden Probleme in Deutschland. Ein von mir vernachlässigter Zustand ist die Massentierhaltung mit den von Schwein, Kuh und Huhn als Gülle gesammelten Hinterlassenschaften, die als Dung auf unseren Böden landen und unsere Gewässer sowie unser Grundwasser beeinflussen.

Die Nitrat-Richtlinie von 1991 ist einer der ersten europäischen Rechtsakte mit dem Ziel, die Umweltverschmutzung zu bekämpfen und die Wasserqualität zu verbessern. Alle Mitgliedsstaaten haben inzwischen Messstationen und Aktionsprogramme zur Verringerung der Nitratbelastung aufgestellt. Insbesondere der von der Richtlinie vorgeschriebene Grenzwert von jährlich 170 kg Stickstoff pro Hektar für die auf den Boden ausgebrachte Dungmenge ist in allen Programmen enthalten. Die Verringerung der Nitratbelastung ist ein wesentlicher Bestandteil der Wasserrahmenrichtlinie (2000), die einen umfassenden, grenzübergreifenden Ansatz im Hinblick auf den Wasserschutz verfolgt. Ihr Ziel war es, bis 2015 einen guten Zustand der europäischen Gewässer zu erreichen.

Dass das – als Ziel in den europäischen Nitratrichtlinien 2004 bis 2007 formuliert – in NRW nicht erreicht wurde, habe ich derzeit berichtet. 2010 bewiesen rund 33 % der Messstationen in europäischen Flüssen und Seen einen eutrophen (gestörtes Ökosystem) Gewässerzustand.

In NRW sind 46% aller Grundwasserkörper bis heute mit Nitrat und 16% der Grundwasserkörperflächen durch Ammonium belastet.

2017 hatte die Bundesregierung nach langem Hin und Her die Düngeregeln verschärft. Zu Beginn dieses Jahres hatte Berlin auf Druck der EU-Kommission noch strengere Regeln vorgeschlagen, die im Mai 2020 in Kraft treten sollen.

Viele Bauern fürchten, dass durch die geplante Verschärfung der Düngevorschriften ihre Pflanzen nicht mehr den gewohnten Ertrag bringen oder dass sie nicht mehr so viele Tiere halten können. Bauern sollen ein Fünftel weniger Dünger auf ihren Böden ausbringen und die Zeit der Nicht-Düngung soll verlängert werden. Bauernverbände laufen dagegen Sturm und mancher Bauer sieht sich sogar in seiner Existenz bedroht 

Ackerbau und Viehhaltung, Importfuttermittel und Dünger sind laut Greenpeace für rund 16 % der deutschen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Überdüngung und Massentierhaltung werden dabei als Hauptursachen genannt.  Fluch und Segen zugleich. Zwar ist Fleisch für den Verbraucher in Hülle und Fülle zu Billigstpreisen vorhanden, aber eben auch Tonnen von Gülle, die als Dünger wieder in den Kreislauf eingebracht werden. Darin enthalten auch Bakterien, die zusammen mit der ungebremsten Antibiotikanutzung bei der Tierhaltung in die Nahrungskette gelangen.

140 Milliarden Liter Gülle fallen jährlich an. Die Düngung damit muss nach bestimmten Vorgaben geschehen – nah am Boden, um den Ammoniakgehalt so gering wie möglich zu halten. Der Phosphor verändert sich im Boden zu Phosphat, sickert ins Grundwasser und belastet die Gewässer. Eine Gefahr durch Überdüngung der Böden. Seit einer ersten Verschärfung der Düngerichtlinien müssen Bauern angeben, wieviel Gülle anfällt und wieviel sie davon auf ihren Böden ausbringen. Längst wird Gülle quer durchs Land gefahren, was natürlich keine sinnvolle Lösung ist. 15.000 Liter Gülle liefen bei Unfällen unkontrolliert allein in Niedersachsen ins Land. Selbst die Niederlande und Dänemark transportierten wegen ihrer strengeren Richtlinien Gülle (auch illegal) nach Deutschland.

Die starken Deutschen Bauernverbände und das Landwirtschaftsministerium haben viel zu lange die Probleme ignoriert und die Köpfe in den Sand gesteckt, heißt es. Vielleicht wäre es richtig, die Subventionen danach auszurichten, wie Landwirte arbeiten, was sie anbauen und wie Tiere gehalten werden.

Share

Ramin Peymani: Hexenjagd


Share
“Hexenjagd” für den Sommer-Urlaub der Schlafnation

Vor mir liegt ein Peymani. Es ist Sommerpause. Die Elite macht Urlaub. Die Jugend reist auf Kosten der EU mit Interrail-Tickets quer durch Europa. Das Klima erholt sich von den Schreihälsen, Experten und Alleswissern und die Menschen reisen per Auto, per Flugzeug durch die Welt, als wenn es kein Morgen gäbe.
Dem Klima, dem Klimawandel und dem Klimanotstand, der in meiner Stadt Gladbeck und meiner Nachbarstadt Bottrop ausgerufen wurde, kann nach der Sommerpause wieder gehorcht werden.

Und so leiste ich mir ebenfalls eine Pause, nehme mir ein Buch zur Hand, das mir jemand in die Hand drückte und setze mich damit auseinander. Der Autor Ramin Peymani macht mich neugierig und ich suche erst einmal nach seiner Biographie. Erstaunt stelle ich fest, dass dieses Buch “Hexenjagd” einen Gastbeitrag von Vera Lengsfeld enthält mit dem Titel “Back to the USSR – ein Albtraum”. Und da ich ihren Block regelmäßig lese und von ihrer Ehrlichkeit und Beharrlichkeit  fasziniert bin, nehme ich mir zuerst ihren Beitrag vor. Mit diesem begibt sich Lengsfeld in das Jahr 2030 und erzählt eine aus heutiger Sicht durchaus mögliche Zukunft, die beängstigt. Zwar stellt sich ihre Erzählung schlussendlich als Albtraum raus, aus dem sie 2017 zum Zeitpunkt ihrer Niederschrift erwacht – eine üble Empfindung allerdings hinterlässt Lengsfeld dennoch.

Ramin Peymani ist Deutscher mit Migrationshintergrund und Mitglied der FDP. Er bezeichnet sich selber als Sohn eines Persers, der im Frühjahr 1979 zu Fuß vor den mordenden Schergen des iranischen Ayatollah-Regimes fliehen musste. Peymani ist mehr als nur ein kritischer Zeitgenosse. Seine Beiträge sind stets von besonderer Brisanz und offenbaren seine Anti-Mainstream-Haltung zu vielen politischen Themen.
Auf sehr verständliche Weise bearbeitet Peymani in seinem Buch “Hexenjagd” 50 Kapitel. Jedes davon zu einem Thema mit einer deutlichen politischen Aussage, von denen ich hier einige vorstellen werde.

Meinungsfreiheit: “Schleichend hatten sich die Anzeichen verdichtet, dass es der Meinungsfreiheit an den Kragen geht. Und im Jahr der Bundestagswahl hat sich die Gangart der Berufspolitik noch einmal verschärft. Zu groß ist die Angst, der Wähler könnte mündig werden und sich noch weiter von der Parallelgesellschaft des Bundestages abwenden. … Seit ihnen ernsthafte Konkurrenz erwachsen ist, die sich selbst mit medialem Dauerfeuer und ununterbrochener Diffamierung nicht mehr beseitigen lässt, herrscht Panik im Parteienstaat. Das Augenmerk liegt offenkundig auf der Eliminierung all jener Meinungsäußerungen, die aus dem rechten politischen Lager kommen. Es geht vor allem darum, den links-grünen Meinungskanon zu verteidigen.”

Donald Trump: “Es wird noch lange dauern, bis sich die Vereinigte Linke damit abfindet, dass nicht mehr einer der ihren auf dem amerikanischen Thron sitzt. Zur Amtseinführung Donald Trumps konnte die deutsche Journaille ihre Wut nicht laut genug in die Mikrofone schreien und ihre Verbitterung nicht wild genug in die Tastatur hämmern. … Dabei speisen sich die Beschimpfungen der politischen ‘Machtelite’ vor allem aus der Furcht, sie könne aus ihren Elfenbeintürmen vertrieben werden, in denen sie sich auf Kosten der Bürger so prächtig eingerichtet hat. … Der neue US-Präsident und seine über sechzig Millionen Wähler werden inzwischen in einem Atemzug mit AfD und PEGIDA genannt. … Und während man nicht müde wird, zu unterstreichen, dass nicht einmal die Hälfte der Wähler den neuen Präsidenten wollen, hat man noch nie bemängelt, dass bei der letzten Bundestagswahl fast 60% der Wähler die Union und ihre Kanzlerin verschmäht haben. … Nie hatten sie sich daran gestört, dass Trumps Vorgänger unzählige Kriege in der arabischen Welt angefacht und eine ganze Region destabilisiert hat. Vorsorglich hatte man Barack Obama per Nobelpreis gar die Absolution erteilt. Nun aber soll der Teufel persönlich im Weißen Haus sitzen.”

Terror: “Den Terror nennen Behörden, Redaktionen und Politik nur dann beim Namen, wenn sie vermeintlich einen Anschlag verhindert haben. … Wenn er stattgefunden und Opfer gefordert hat, dann darf er so nicht heißen. Hastig fördern Ermittler die benötigten ‘Beweise’ zutage: Hier ein herumliegendes Attest, dort ein Familienangehöriger, der die Ferndiagnose bestätigt. Im Zweifel reicht auch ein Nachbar, der schon immer wusste, dass der Täter nicht ganz dicht ist. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele amoklaufende Verrückte es in Deutschland seit 2016 gibt. … Die Tatsache, dass wir es immer wieder mit polizeibekannten Tätern zu tun haben, die eigentlich nicht mehr hier sein sollten, wirft die Frage auf, ob nicht irgendetwas grundlegend schief läuft in diesem Land. Vor allem aber darf die Frage gestellt werden, warum die psychische Erkrankung immer dann ins Feld geführt wird, wenn die Täter Abdul, Muhammad oder Fatmir heißen. Hat man jemals gehört, dass einem rechten Schläger eine Psychose attestiert wurde?”

Grüne: “Deutschland ist weit davon entfernt, sich von einer Sekte zu befreien, die das Land seit Jahren im Würgegriff hält. … Wir Deutsche sind offensichtlich anfällig für grüne Angstmacherei. Zwar wurden die meisten Horrorszenarien der Erfinder von Waldsterben und Ozonloch widerlegt, doch lassen sich immer noch Millionen von Menschen einreden, Umweltzonen führten zur Reduzierung von Feinstaubkonzentrationen und Elektroantriebe hätten eine vorteilhaftere Ökobilanz als Verbrennungsmotoren. … Um Klima oder Umwelt geht es den Grünen gar nicht. Es geht ihnen einzig um die Durchsetzung ihrer Ideologie, die der Mehrheit aufgezwungen werden soll. Erreicht wird dies durch das Wecken von Schuldgefühlen und das Schüren von Angst. In der Zuwanderungs- und Integrationsdebatte soll hingegen die Moralkeule jeden Widerspruch im Keim ersticken.”

Antisemitismus: “Der Antisemitismus ist zurück. Doch er ist nicht etwa bei der einheimischen Bevölkerung neu erwacht, so sehr sich Medien und Politik auch bemühen, dieses Zerrbild zu entwerfen. Nein, der neuerliche Judenhass ist zugewandert. … Nach der Entscheidung des amerikanischen Präsidenten, Jerusalem als Hauptstadt anzuerkennen, hatten sich Tausende hasserfüllte Muslime an mehreren Tagen am Brandenburger Tor versammelt. Sie forderten die Vernichtung Israels und verbrannten Davidsterne. Sieben Jahrzehnte nach dem Sieg über die Nationalsozialisten marschieren damit wieder Antisemiten durch Berlin. Die Politik lässt sie gewähren und ihr Unwesen gar aus der sicheren Deckung der Religionsfreiheit heraus treiben. … So vehemt sich die geschäftsführende Bundeskanzlerin gegen ihren Erzfeind Donald Trump wendete, indem sie der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt eine Absage erteilte, so wenig hielt sie es für nötig, ebenso scharf die Anti-Israel-Hetze zu missbilligen. Dabei gehörte es einmal zur deutschen Staatsräson, unverbrüchlich an der Seite Israels zu stehen. Seit aber der Islam auch in Deutschland eine Wähler- und Wirtschaftsmacht bildet, will man Muslime auf keinen Fall verprellen. … So zu tun, als verfolge Trump völlig neue Ideen, zeugt außerdem von Unkenntnis. Schon die Ex-Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama hatten sich zu Beginn ihrer politischen Laufbahn zur Hauptstadt Israel bekannt. … In der Jerusalem-Frage beweist die einhellige Verurteilung Trumps, wie sehr sich die Welt vom islamistischen Terror hat einschüchtern lassen. Die Angst ist inzwischen so groß, dass alle politischen Entscheidungen nur noch mit dem Ziel getroffen werden, die muslimischen Führer nicht zu reizen. Gerade der Nahost-Konflikt zeigt uns aber seit Jahrzehnten, dass auch das größte Entgegenkommen eine Religion nicht besänftigen kann, deren Absolutheitsanspruch allgegenwärtig ist.”

Ein Buch eines Autors, der sich noch leistet, Klartext zu sprechen und sich des demokratischen Rechts der Meinungsfreiheit bedient, die schon längst beerdigt wurde. Zwei Voraussetzungen erfüllt Peymani, seine Wahrheiten zu verbreiten: Er ist Mitglied einer Partei und hat einen Migrationshintergrund. Diese Vorteile kann Sarrazin nicht für sich verbuchen. Es bleibt mir nach dem Lesen dieses Buches nur, mit Peymani laut zu brüllen:

“Es wird Zeit, dass Deutschland sich endlich ehrlich macht!”

Share

Europa hat gewählt


Share
… und Deutschland weint

Für die deutschen Politiker war der Wahltag nicht gerade ein Freudentag – mit Ausnahme der Partei der Grünen. Ihren Vertretern hatten die Kanzlerpartei und die Medien schließlich lange genug den roten Teppich bereitet, ihnen in jeder Talkshow, zu jedem Thema und in den Nachrichten fast täglich eine Spielwiese geboten und so waren Klima-Greta, die Deutsche Umwelthilfe mit ihren Klagen, die Schülerproteste an den Freitagen sowie die jungen Internetblogger unter der Regie des Anti-CDU-Rezo wunderbare Wahlvorlagen für junge Ahnungslose und Gutgläubige, die an die Urne traten.

Wir müssten nochmal mächtig  sein
und so geliebt wie damals,
das Volk war noch kein Klotz am Bein
und alles ward gut.
Ja wenn das Volk heut’ ebenso
würd’ wählen uns wie damals,
dann liebten wir es ganz bestimmt
auch heut‘ so doll wie einst,
dann liebten wir es ganz bestimmt
auch heut‘ so doll wie einst.

Doch da das Volk begriffen hat,
dass wir es nur gebrauchen
für uns auf jedem Titelblatt
zur Sicherung der Macht.
Es sieht, dass ohne Schaffenskraft
wir jahrelang regieren,
die Quittung für das Bla Bla Bla
erhielten wir jetzt,
die Quittung für das Bla Bla Bla
erhielten wir jetzt.

Vor 50 Jahren, als die CDU/CSU noch Traumwerte bei Wahlen erreichte, sang Willy Schneider das sentimentale Lied „Man müsste nochmal zwanzig sein“, das damals unter dem Genre Pop einsortiert wurde. Dieses Lied und die Sehnsucht der Regierungsparteien nach damaligen Wahlergebnissen bieten mir die Vorlage für meinen obigen Text.

Mit Sicherheit war das Regieren damals leichter, der Informationsfluss behäbiger, das politische Wissen der Bürger geringer und die Themenlage übersichtlicher. Seitdem heißt die Entwicklung: höher, größer, schneller, globaler und … Wachstum, Wachstum, Wachstum.

Heute ist vielen die Übersicht über das große Ganze verlorengegangen, Politiker und Wähler wirken hilflos bis orientierungslos, es verbünden sich Menschen untereinander, die sich gar nicht kennen, rufen Leute zu Demonstrationen auf, verfassen Petitionen und schauen den Regierenden nicht nur auf die Finger, sondern gleich bis hinein ins Portemonnaie und überprüfen politische Wahlprogramme mit den Reden der Politiker und überprüfen auch noch ihre Umsetzung.

Der Blogger Rezo rief vor den Wahlen die Bürger auf, ihre Stimme nicht der CDU zu geben und begründete das vorrangig mit der Tatenlosigkeit dieser Partei in puncto Klimapolitik.

Reaktion: so gut wie keine! Oh doch! Das ausdrucksstarke Schweigen der Kanzlerin und die mutige und ehrliche Reaktion der Frau Kramp-Karrenbauer, die sich öffentlich fragt, welche Regeln zukünftig für die digitale Kommunikation gelten sollen, um Meinungsmacher vor den Wahlen in die Schranken zu weisen. „Und die Frage stellt sich schon mit Blick auf das Thema Meinungsmache, was sind eigentlich Regeln aus dem analogen Bereich und welche Regeln gelten eigentlich für den digitalen Bereich, ja oder nein”, sagte die CDU-Chefin. Es entstand bei vielen der Eindruck, AKK wolle Meinungsäußerungen nur dann regulieren, wenn sie sich gegen die Union richten. Das ist natürlich dumm. Jeder der regierenden Politiker würde gerne alle Meinungsäußerungen regulieren, die sich gegen ihn und seine Politik richten. Ein Lehrgang bei unserem ehemaligen Zensurminister Heiko Maas könnte AKK sicher weiterhelfen.

Nein, allen Ernstes: Ich kann nicht verstehen, warum sich alle auf AKK stürzen, die im Gegensatz zu Merkel ihren Mund öffnet, um laut zu denken. Dabei erzählt sie doch nichts Neues. Heute ließ uns die WELT wissen: „Einem Bericht der Organisation Reporter ohne Grenzen zufolge bestehen im Bundesinnenministerium unter der Leitung von Horst Seehofer(CSU) Pläne, die die die Überwachung von Medienhäusern, Verlagen, Rundfunkanstalten und freien Journalistinnen und Reportern möglich machen könnten.“ Bevor die Volksparteien endgültig ihre Macht einbüßen und ihre Wähler an Grüne, Linke, AfD und sonstige Parteien verlieren, bestrafen sie noch schnell das undankbare Volk mit Zensurgesetzen und  solchen zur Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit.

Michael Spreng, Journalist und 2002 Wahlkampfmanager des Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber äußerte sich in Plasbergs Sendung im Ersten „Hart aber fair“ am 27. Mai 2019: „Die CDU bekommt ein massives AKK-Problem. Sie war bei dieser Wahl kein Bonus, sie war ein Malus. Die Frau wirft die CDU zurück.“ Haben Sie, Herr Spreng, vielleicht übersehen, dass die CDU seit etlichen Jahren ein Angela-Merkel-Problem hat, die längst ein Malus der CDU ist und vergaß, der Partei der Grünen beizutreten, für die sie ab und zu einen Bonus bedeutete. Nicht AKK als CDU-Vorsitzende, sondern Merkel und ihre Regierung erhielten bei der UN-Klimakonferenz in Katowice 2018 am Rande der Konferenz den Negativpreis „Fossil des Tages“, mit dem Deutschland für seine Klimaschutzpolitik öffentlich getadelt wurde.

Letztlich aber juckt Merkel weder das eine noch das andere – sie äußerte sich lieber in einem Interview mit dem Sender CNN-International über den Antisemitismus in Deutschland. Er habe nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel in den vergangenen Jahren zugenommen. “Es gibt leider bis heute keine einzige Synagoge, keinen einzigen Kindergarten, der jüdisch geprägt ist, vor dem nicht deutsche Polizisten stehen und aufpassen müssen, dass nichts passiert.” Wichtig in dem Interview war ihr allerdings aber auch die Tatsache, dass ihre Partei stärkste Kraft geworden sei und sie deshalb auch eine Rolle bei der Besetzung der Positionen in der EU spielen werde. Nur zu, Frau Merkel, was sollte auch wichtiger sein als der Personalpoker für die neu zu besetzenden Schlüsselstellungen in der EU! Dafür darf das Klima in Deutschland ruhig noch ein wenig warten. Das gerade neu erfundene Klimakabinett unter dem Vorsitz von Merkel trat zwar kurz zusammen, um in den Nachrichten des Tages erwähnt zu werden, verschob aber notwendige Entscheidungen auf September ganz nach dem Motto:

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen!

Share

Die Alten wählen weiter CDU


Share
YouTuber Rezo wählt sie nicht!

YouTuber Rezo hat in seinem Video „Die Zerstörung der CDU“ Fragen aufgeworfen, die eine Antwort verdienen. Generalsekretär Ziemiaks Reaktion changiert zwischen Verachtung und Ignoranz. Er klingt so, als hätte seine Partei die Jungen aufgegeben.

Screenshot Youtube

Wie überrascht, aber auch wie erfreut hörte ich mir das Video des jungen Mannes auf YouTube an, der das tat, was längst überfällig ist. Er denkt nach, recherchiert, greift speziell die CDU/CSU als die über Jahre Verantwortlichen an und bombardiert sie mit sehr richtigen Fragen, die alle schon längst von Bürgern, CDU-Politikern und Wählern hätten gestellt werden müssen. Aber nichts dergleichen war bisher passiert. Wir Deutsche haben schon lange  Gründe über Gründe, demonstrierend auf der Straße zu sein gegen die Parolen, Inhaltslosigkeiten, Untätigkeiten und Alternativlosigkeiten einer Partei, die bis heute nicht im 21. Jahrhundert angekommen ist. Es ist mir zuwider, immer und immer wieder dieselben Sprüche, Erklärungen und Phrasen von CDU/CSU-Politikern und ihrer Kanzlerin zu zitieren  mit der immer wiederkehrenden Frage: Und was ist geschehen, was hat sich verbessert, wie sehen die Zukunftsgestaltung und das Ende der Gesellschaftsspaltung aus? Wo ist die Demokratie hin, wo befinden sich Ethik und Werte und welche Identität billigt man  mir noch zu?

Dieser junge Mensch kommt seiner Verantwortung als Bürger nach und hinterfragt, wo die Gewinner und Verlierer jahrzehntelanger CDU-Politik zu suchen sind. Er beweist mit Quellen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung  und Medienberichten – so Rezo – dass die CDU gegen alle Vernunft, Erkenntnisse und Verantwortung seit Jahren regiert und uns, die Umwelt und sich selber zerstört. Für wen macht die CDU/CSU, die sich selbst „Partei der Mitte“ nennt, eigentlich Politik? Antwort: Für die Reichen. „heute zahlen die Armen mehr Steuern als vor 30 Jahren, die Reichen dafür weniger. Die Schere Arm/Reich klafft immer weiter auseinander und die CDU hat bis heute keine Stellschrauben dafür gesetzt, um diesen Zustand zu verändern. Die Armut stieg konstant an und der Reichtum wird heute nur noch weiter vererbt.

Chancengleichheit, Bildung, soziale Herkunft, Bildungsausgaben, Lehrermangel und Schulen bieten laut Rezo ein weiteres trauriges Bild in Deutschland und sein Fazit: Versagen auf ganzer Linie.

Das Thema Umwelt und Klima als das Thema der jungen Generation nimmt in Rezos Video eine wichtige Position ein. Er zerstört das Lügengebäude einer total verfehlten Klimapolitik und fordert die rigorose Umkehr In eine Politik der Verantwortung für Mensch und Umwelt. Der Abbau von zig tausend Arbeitsplätzen in der erneuerbaren Energie rechtfertigt nicht das Weiterbetreiben von umweltschädigenden Kohlekraftwerken aus wirtschaftlichen Gründen. Die Klimapolitik bezeichnet Rezo als lebensverachtende Politik.

Mit Beispielen belegt Rezo die Inkompetenz vieler Politiker und bemängelt diesen weit verbreiteten Zustand in den Rängen der Regierenden. Die Drogenpolitik, die unkritische Beziehung zu den USA mit der deutschen Hilfestellung durch die Lagerung modernster amerikanischer Atombomben in Büchel, die Mitverantwortung von Morden durch amerikanische Drohnen, die von Ramstein aus gestartet werden und die fehlende Ablehnung an  kriegerischen Beteiligungen mit unklarem Ausgang.

Das gesamte Video beweist einen hohen Arbeitsaufwand des Youtubers und sollte als Bloßstellung einer seit Jahren verfehlten Politik der Kanzlerin und ihrer nickenden „Lobby-Truppe“ verstanden werden. Es richtet sich eindeutig an junge Menschen, die mit Politik so gut wie nichts am Hut haben und gerne auf den Zug eines „Vordenkers“ springen, der dazu auch noch ihre Sprache spricht.

Wichtig wäre aus meiner Sicht, dass die „in Beton zementierten CDU/CSU und SPD-Wähler“, die seit Jahren und Jahrzehnten unter „Alternativlosigkeit“ leiden, dieses Video anschauen und sich die Mühe machten, diesen jungen Menschen mit seiner Kritik ernst zu nehmen und über das Gesagte nachzudenken.

Beschämend bis heute die Reaktion der Angesprochenen, der Politiker, im Speziellen der CDU-ler. „Generalsekretär Paul Ziemiak sagte ein paar kritische Sätze, die Vorsitzende Annegret Kamp-Karrenbauer schob am Abend einige hinterher. Gerüchte machten die Runde, der Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor, 26 Jahre alt wie Rezo, werde im Namen der CDU in einem Video auf die Attacke antworten“, schrieb die FAZ am nächsten Tag. Von dem Video hat die CDU inzwischen Abstand genommen. Stattdessen hat Ziemiak Rezo zu einem Gespräch eingeladen. Öffentlich wurde allein sein Satz: „Wir machen das in der CDU seit 70 Jahren. Wir zerstören einander nicht, sondern wir hören einander zu, wir reden miteinander, wir finden gemeinsame Lösungen.“

Dieser Satz klingt wie aus einer Satiresendung, die den typischen Politiker beschreibt. Zuhören, reden, suchen und finden … von tun, arbeiten, umsetzen und von Volkes Wille und Stimme keine Rede! Und der gesamte Vorgang mit Rezo, Ziemiak, Amthor und AKK bleibt eine Satiresendung, denn die Antworten auf diese aus Sicht der CDU ungeheuerlichen Anschuldigungen Rezos wird die CDU Rezo und der gesamten Öffentlichkeit schuldig bleiben. Diese Partei hat gar nicht nötig, sich zu rechtfertigen. Das erledigen die regierungshörigen Medien schon für sie, nehmen ihnen die Arbeit ab und bieten Ziemiak eine Steilvorlage.

Dieser junge Mann ist ein Phänomen, weil er sich etwas leistet, was Politiker, die Medien, der Mainstream und die Political Correctness in dieser Form ablehnen. Aber die Jugend wäre nicht Jugend, wenn sie nicht Grenzen durchbrechen, Verbote übertreten und emotional ihre Meinung vertreten würde. Das ist mit Rezos Video passiert.

Vorsicht nur, mutiger Jüngling, letztlich für eine Partei werben zu wollen, die als Schein-Opposition die CDU hat all das machen lassen, was du anklagst. Mehr noch: sie hat sich so lange angebiedert und Merkel Applaus gezollt, bis ihr Klima-Greta zu Hilfe kam und ihr verdeutlichte, mit welchem einzigen Thema sie endlich Wahlen gewinnen könne. Mein Rat allerdings: Schau dir bitte auch genauso gut die Geschichte, Inhalte, Programme und Vertreter der scheinbaren Klima-Grünen an, bevor du diese Partei unreflektiert propagierst.

Es ist das Vorrecht der Jugend, Fehler zu begehen, denn sie hat genug Zeit, zu korrigieren.  (Ernst Barlach)

Share