DENK-BLOG

Ich denke, also bin ich (René Descartes)

Die Welt um uns herum ist hochkompliziert geworden, für die aber auch wir Verantwortung tragen. Der Bedarf an differenzierten Antworten auf vorhandene Probleme ist riesig und politisch verordnete „Alternativlosigkeit“ demaskiert die Arroganz der Macht. Die Folge dieser Arroganz ist die Spaltung unserer Gesellschaft, ist der Verlust von Demokratie und Freiheit und die Zerstörung des Sozialstaats durch die weiter wachsende Verteilungsungerechtigkeit. Mein Weckruf hinein in das politische und gesellschaftliche „Schlaflabor Deutschland“ greift nach meinem Bürgerrecht, diese Welt mit zu gestalten und zu verändern. Nutzen wir die Restbestände von Freiheit, in Gedanken, Wort und Schrift eine „Gemeinschaft der Denker und umDenker“ zu bilden, die sich auf den Weg gemacht hat.

Mein umDenk-Blog berichtet, kritisiert, fordert, provoziert, analysiert, zürnt, tröstet und ruft dir zu:
„Mensch, wach auf!“

Jens Spahn will Thema Organspende auf dem Lehrplan


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Wir Bürger wollen Zulassung für Phagentherapie

Was Organe sind, wissen wir, was Phagen sind, wissen wir nicht. Ja, über Organspende sollte gesprochen werden und ja, die Staatsmedien könnten da endlich mal eine sinnvolle Werbung betreiben und Menschen ins Zentrum rücken, die mit einem gespendeten Organ leben. Über ihre Ängste, Sorgen, Schmerzen und über ihr Erleben vor, bei und nach der Transplantation zu erfahren, würde ein größeres Wissen und eine angemessene Emotionalität bei den Menschen erzeugen als die gesamte Propaganda des Herrn Spahn.
Was Gesundheitsminister Spahn allerdings in Sachen Organspende nun auf dem Plan hat, kann nur Kopfschütteln erzeugen. Er fordert im Zuge seiner Werbekampagne für mehr Organspenden, das Thema im Unterricht zu behandeln und in die Lehrpläne aufzunehmen.

Nein, in die Schulen gehört diese Propaganda, die Spahn Aufklärung nennt, nicht. Seit langem plädiere ich für ein Fach Gesundheit/Ernährung, das nicht nur den Schülern, sondern auch deren Eltern die Augen öffnet über Zuckerkonsum, Fastfood, gentechnisch veränderte Lebensmitteln, gesunde und ungesunde Fette usw. usw. Das hält die Nation nicht für wichtig. Stattdessen soll die digitale Schule das Fach Wirtschaft einführen und fächerübergreifend genderspezifisch unterrichten, um bei jedem eine frühestmögliche spezifische sexuelle Identität zu wecken.

Spiegel behauptet: In Deutschland sterben pro Tag drei Menschen, weil für sie kein lebensrettendes Spenderorgan gefunden wurde. Das wären rund 1000 Menschen im Jahr – wenn es so ist, dann sind es jedes Jahr 1000 zu viel.
Dennoch frage ich seit Jahren, warum weder Spahns Vorgänger Gröhe noch Spahn selbst, der sich ja nach diesem Job riss, ein Interesse daran zeigten, sich um die 15.000 Toten zu kümmern, die jedes Jahr durch multiresistente Keime in deutschen Krankenhäusern dahingerafft werden. “Deutschland bekommt Krankenhauskeime nicht in den Griff” heißt es am 6. 12. 2018 auf RTL.de.
Das bestätigt die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene DGKH, jedoch mit viel höheren Zahlen. Sie sagt: “In Deutschland ziehen sich jährlich rund 500.000 Menschen eine Klinik-Infektion zu und es sterben mit 40.000 doppelt so viele Menschen an Krankenhausinfektionen im Jahr wie allgemein bekannt. …Laut einer Charité-Berechnung könnte sich deren Zahl weltweit bis 2050 auf zehn Millionen jährlich erhöhen.
Reiner Felsberg, Sprecher des Ärzte-Verbandes Marburger Bund, sagt: „Die besten Hygienebestimmungen nützen nichts bei Personalmangel in den Kliniken, wenn das Personal die vorgeschriebenen 30 Sekunden Hände-Desinfektion nicht einhalten kann.“

Statt sich um diese Toten zu kümmern, die überflüssigerweise an Keimen in Deutschland versterben, prognostizierte Spahn am Weltkrebstag (1. Februar 2019), dass in zehn bis 20 Jahren der Krebs besiegt sei und twitterte gleichzeitig Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung der Erkrankung. Eine verrückte bis unverschämte These für alle Betroffenen. 2016 erlagen 230.725 Menschen in Deutschland einem Krebsleiden – mehr als ein Viertel aller Todesfälle des Jahres. (Statista)

Wer bösartig denkt, könnte das Nichtstun Spahns in diesem Punkt als natürliche Bevölkerungsreduktion ansehen, die ansonsten nur den Verschwörungstheoretikern vorbehalten bleibt. Ernsthaft gefragt: Warum wird das größte aller Probleme, das Fehlen von Antibiotika gegen multiresistente Keime, ihre Verbreitung, die Gefährdung von Menschen in Krankenhäusern und deren Tod nicht als zentrales Thema der Gesundheitspolitik bearbeitet, diskutiert und ins Volk getragen? Es reicht wohl, dass Menschen bei Krankenhausaufenthalten gefährdet sind und sogar sterben können. Es muss nicht schon vorher darüber ausgiebig informiert werden. Stattdessen lenkt man lieber die Aufmerksamkeit auf Masern, auf die Organspende und auf 13.000 geplante zusätzliche Pflegekräfte. Immerhin wird über gesundheitspolitische Belange wieder gesprochen – die Schlaftablettenzeit unter Gröhe ist vorbei. Das darf auch bemerkt werden. Wo aber bleibt das Großprojekt “Rettung vor multiresistenten Keimen”? Der eigentliche Skandal liegt in Spahns Schonhaltung gegenüber der Pharmaindustrie, die noch Zeit braucht, um das schon vorhandene und unter Insidern bekannte Heilmittel umfassend und finanzintensiv zu vermarkten.

Phagentherapie heißt das Zauberwort, das schon vereinzelten Menschen das Leben gerettet hat. In Deutschland allerdings sind Phagen als Standardtherapie nicht zugelassen. Hier heißt es Operation, Amputation oder Tod. Wer sich behandeln lassen will, muss die Phagen beibringen und seine Lebensrettung selber bezahlen (ein Therapieversuch dauert sechs bis acht Wochen und kostet etwa 650 bis 1400 Euro).  Und das, obwohl Phagen als Bakterienkiller schon seit 100 Jahren bekannt sind und die Pharmaindustrie damit genug Zeit hatte, aus ihnen  entsprechende Heilmittel gegen multiresistente Keime zu entwickeln. Bis heute sterben in deutschen Krankenhäusern weiter Tausende von Menschen, während Billionen von Phagen überall auf Forschung und Einsatz warten. Was aber regeln EU und Spahn? Erst einmal nichts! Das Sterben in deutschen Krankenhäusern geht weiter. Ein Gesundheitsskandal ohnegleichen, den Gröhe ausgesessen hat und den er an Spahn vererbte, der nun mit seinem Aktivismus auf kleinen Feldern spielt, um entweder vom großen abzulenken oder Vorgaben und Anweisungen von außen zu folgen.

“An klaren Tagen kann man vom Krankenhausdach aus die Gesundheit erblicken.” – Gerhard Kocher, “Vorsicht, Medizin!”

Weitere Infos zum Thema Phagentherapie

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Merkels Bürger-Dialog in Wuppertal


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Thema: 70 Jahre Grundgesetz

Der Bürger-Dialog, der nach dem Besuch der einzigen und großartigen Junior Universität  in Wuppertal zur Freude der Bundeskanzlerin Merkel stattfand, hatte das Thema „70 Jahre Grundgesetz“. Die Wuppertaler Zeitung und die Schweriner Volkszeitung hatten 70 Bürger eingeladen, um über 70 Jahre  Grundgesetz zu fabulieren – und das, weil Wuppertal und Schwerin schon vor der deutschen Wiedervereinigung Partnerstädte waren.

Das erlauchte Publikum benahm sich wie erwartet nicht nur (Merkel)freundlich, sondern (Merkel)hörig und so verlief auch dieser Besuch so realitätsfern wie ihr damaliger Besuch und Bürger-Dialog in einer der ärmsten Städte des Ruhrgebiets – Duisburg. Dort war damals alles auf „Friede, Freude, Eierkuchen“ zurechtgerückt worden, die Müllabfuhr im „Bezirk Merkel“ am Besuchstag noch einmal außerplanmäßig erschienen und die Auswahl der Gäste im Sinne der gewünschten und erträumten Realität getroffen worden. „Die Mutti kommt zu Multikulti“, formulierte ein Gast und leider weiß er nicht, dass diese Mutti vor 10 Jahren das aussprach, was Duisburg-Marxloh darstellt. Sie sagte:  Muktikulti ist gescheitert,  absolut gescheitert.“

In Duisburg war es das Thema Muktikulti, über das alles und nichts gesagt wurde und wo es einen Tag nach Merkel so weiter ging wie vorher. In Wuppertal ist es das Thema „70 Jahre Grundgesetz“, das an Harmlosigkeit nicht zu überbieten ist. Nur der kleine Ausflug in den Klimawandel und die Freitags-Demonstrationen der Schüler rang Merkel eine Meinung ab, die wie immer erst zustande kam, nachdem der durch die sympathischen Freitagsdemonstranten erzeugte gesellschaftliche Mehrheitstrend Raum gewonnen hatte. So läuft es bei Merkel immer ab – so gewinnt sie das Spiel mit der Macht seit Jahren – so macht sie die Bürger glauben, sie habe eine Meinung und erstaunlicherweise sogar dieselbe wie die Bürger, die sie alle paar Monate mal zu Gesicht bekommt.

Selbst wenn Angela Merkel nach Gladbeck käme und ich hier als Lehrerin, als Dirigentin, Bühnenkünstlerin und Buchautorin bekannt bin, würde ich von keinem Medienvertreter oder Kommunalpolitiker eine Einladung zum Gespräch erhalten. Die Angst der Verantwortlichen vor meinen Fragen wäre zu groß bzw. es würden meine Fragen gar nicht erst zugelassen. Deshalb stelle ich sie hier und erwarte kluge Antworten von jedem Merkelbewunderer.

  • 200 Mill. Kubikmeter Dünger werden auf deutschen Böden ausgelassen, die für die zu hohen Nitratwerte im Grundwasser und die damit einhergehende gesundheitliche Gefährdung der Bürger verantwortlich sind. Brüssel hat mehrfach angemahnt und eine Strafzahlung von 300 Mill. Euro pro Jahr angedroht, doch Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) zeigt Verständnis für die Bauern. Gewässerschutz sei zwar wichtig, müsse für Landwirte aber auch machbar bleiben. Auch bei Glyphosat ist ihr Verständnis größer als im Umweltministerium. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD)  dringt nämlich auf ein rasches Handeln der Koalition, kann sich allerdings gegenüber Klöckner nicht durchsetzen. Wie wird die Gesundheit und damit die Würde des Menschen bei zu hohen Nitratwerten, die sich in giftige Nitrite verwandeln, gewährleistet?
  • Der Gesundheitsminister plant die Widerspruchsregelung zum Thema Organspende. Und eine Masern-Impfpflicht steht ebenfalls auf seinem Gesetzesplan. Darf man mal fragen, ob es keine dringlicheren Aufgaben für Gesundheitsminister Spahn gibt. Nämlich die skandalösen Versäumnisse seines Vorgängers Gröhe in Angriff zu nehmen und Maßnahmen zu ergreifen, die das Sterben von Patienten in deutschen Krankenhäusern beenden. In Deutschland sterben nämlich deutlich mehr Menschen an Krankenhauskeimen als an Verkehrsunfällen. „Laut Hochrechnungen des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) erleiden pro Jahr deutschlandweit etwa 500 .000 Menschen eine Infektion im Krankenhaus, 15 .000 Menschen sterben sogar an den Folgen davon. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) geht sogar von 900.000 Infektionen und bis zu 40 .000 Todesfällen aus. (Stuttgarter Zeitung, November 2017). Muss es nicht vordringliche Aufgabe eines Gesundheitsministers sein, für die Würde dieser Betroffenen tätig zu werden statt  einen Maserntoten für seine Zwecke zu missbrauchen?
  • Die Menschen in den Städten fühlen sich nicht mehr sicher und viele beantragen deshalb den kleinen Waffenschein. Ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis und 50 Euro machen es möglich. Seit 2014 gibt es einen Anstieg um rund 130 Prozent. Während bei der Regierungs-Pressekonferenz fragende Journalisten den Anstieg „besorgniserregend“ fanden und die Gewerkschaft der Polizei vor „amerikanischen Verhältnissen“ warnte, sieht das zuständige Bundesministerium des Innern durchaus Positives. BMI-Sprecher Sören Schmidt: „Sie müssen verstehen, dass die Erteilung eines Kleinen Waffenscheines und damit einer bestimmten Erlaubnis zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen aus behördlicher Sicht (…) mit einem #Sicherheitsgewinn einhergeht.“ Sollte da nicht jeder Bürger für den Sicherheitsgewinn in Deutschland tätig sein und einen kleinen Waffenschein beantragen?
  • Von 2014 bis 2018 hatte Deutschland Rekordsteuereinnahmen und Überschüsse in Höhe von 105.6 Milliarden Euro – historisch einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik. Nun kommt unser Finanzminister Scholz und sagt „Nächstes Jahr fehlen 6 Milliarden“. Bis 2025 sollen 25 Milliarden im Steuertopf fehlen. Ist das ein Wunder, wenn beispielsweise mit einem Milliardenloch-Flughafen Steuergelder immer weiter verschwendet werden. Die neueste Meldung dazu: Das Großprojekt „Berliner Flughafen“ dümpelt  weiter vor sich hin. Im Kabelkanal-Mauerwerk — fälschlicherweise aus Kalksandstein — wurden falsche Dübel verwendet. Beides ein Problem für einen gesicherten Brandschutz. Verantwortlich für das „Made in Germany“ ist natürlich niemand. Auch Stuttgart 21 dient als Beispiel für die deutsche Kostenexplosion (friedrich-weik.de). Wo nun werden die Milliarden Steuereinnahmen verplempert?

Vier Problemfelder im gesamten deutschen Politikversagen sind nur die Spitze des Eisberges. Die Anhäufung der Probleme habe ich über drei Jahre dokumentiert und es ist kein Ende abzusehen. Wie soll ich die Person loben, die seit Jahren die Richtlinien der deutschen Politik bestimmt und den gesamten Sumpf zu verantworten hat? Gründe über Gründe, mich nicht zu einem Bürger-Dialog einzuladen, bei dem der Bürger eines auf keinen Fall darf: Die realitätsferne Blase, in denen sich die  Politiker befinden, zerstören.

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