DENK-BLOG

Ich denke, also bin ich (René Descartes)

Die Welt um uns herum ist hochkompliziert geworden, für die aber auch wir Verantwortung tragen. Der Bedarf an differenzierten Antworten auf vorhandene Probleme ist riesig und politisch verordnete „Alternativlosigkeit“ demaskiert die Arroganz der Macht. Die Folge dieser Arroganz ist die Spaltung unserer Gesellschaft, ist der Verlust von Demokratie und Freiheit und die Zerstörung des Sozialstaats durch die weiter wachsende Verteilungsungerechtigkeit. Mein Weckruf hinein in das politische und gesellschaftliche „Schlaflabor Deutschland“ greift nach meinem Bürgerrecht, diese Welt mit zu gestalten und zu verändern. Nutzen wir die Restbestände von Freiheit, in Gedanken, Wort und Schrift eine „Gemeinschaft der Denker und umDenker“ zu bilden, die sich auf den Weg gemacht hat.

Mein umDenk-Blog berichtet, kritisiert, fordert, provoziert, analysiert, zürnt, tröstet und ruft dir zu:
„Mensch, wach auf!“

Der Sündenpfuhl der katholischen Kirche


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… und ihre Einmischung in die Politik

Reicht es nicht, dass der deutsche Staat und damit natürlich jeder Steuerzahler jedes Jahr Subventionen von ca. 17 Milliarden Euro an die Kirchen bezahlt?
Die Kirche zahlt keine Einkommensteuer bzw. keine Körperschaftssteuer, keine Vermögenssteuer, keine Erbschaftssteuer, keine Schenkungssteuer, keine Gewerbesteuer, keine Grundsteuer, keine Grunderwerbssteuer, keine Umsatzsteuer, keine Zinsabschlagssteuer bzw. keine Kapitalertragssteuer, keinen Solidaritätszuschlag, und sie ist von Justizkosten bzw. Gerichtsgebühren sowie von Beurkundungs- und Beglaubigungsgebühren befreit, z. B. den Gebühren für Grundbucheinträge, was vor allem durch die immensen Immobiliengeschäfte in die Millionengeschenke geht, mit denen die Kirche hier privilegiert wird.
Die Kirche darf ohne weiteres als Billionärin bezeichnet werden. In einer Doku der ARD „Vergelt´s Gott – Der verborgene Reichtum“ aus dem Jahr 2014 werden Gläubigen sowie Ungläubigen die Augen geöffnet. Die Aussagen in dieser Doku haben mich wütend gemacht, weil mir dabei einfiel, dass Kirchen, die ich kenne, im Winter aus Kostengründen nicht geheizt wurden und sich deshalb ältere Kirchenbesucher so manche Erkrankung dort einfingen.

Unfassbar, was sich bei genauerer Recherche an Wahrheit über Katholisch und Evangelisch dem Steuerzahler auftut. Der ARD-Beitrag nannte sogar von den Kirchen genutzte Steueroasen. Wie beschrieben, zahlt die Kirche sowieso schon kaum Steuern, was ihr aber nicht reicht. Die Gier nach noch mehr ist auch ihr nicht fremd.
Über die Milliardenschätze der Kirche, über ihre Immobilien sowie über die Gehälter von Klerikern sind inzwischen genügend Informationen vorhanden, die der Interessierte nur abrufen muss.

Vor wenigen Tagen musste der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, seine Scham im Fernsehen zugeben über das, was sich Tausende von Klerikern mit Kindern und Jugendlichen geleistet haben. Die Studie, die die Deutsche Bischofskonferenz bei Forschern der Universitäten Mannheim, Heidelberg und Gießen in Auftrag gegeben hatte, wurde am Dienstagmittag veröffentlicht. Das Ausmaß der Verbrechen an jungen Menschen ist schockierend.
3677 Opfer sind in der Missbrauchsstudie genannt. Viele fehlen, weil Akten vernichtet, Zeugen verstorben sind.
„Die Kirche in Deutschland ist genauso wie ihre Schwesterkirchen in den USA, Australien, Irland und vielen anderen Ländern der Erde, in denen die katholische Kirche vertreten ist, in ein System aus Missbrauch und Vertuschung verstrickt und hat es über Jahrzehnte verstanden, die Öffentlichkeit darüber zu täuschen“, sagt Mathias Katsch, der als Betroffener die Missbrauchsfälle ins Rollen brachte. Er ist mit der Studie nicht zufrieden. Es handele sich nämlich nur um die Übergriffe, die die Kirche selbst dokumentiert hat. Katsch hält eine wirklich unabhängige Untersuchung deshalb nach wie vor für unabdingbar: „Eine Organisation von Tätern und Vertuschern kann sich nicht selbst aufarbeiten“, sagt er.

Kann nicht der Zölibat, der den Priestern seit dem 12. Jahrhundert auferlegt worden ist, (Mit-)Schuld an der Schuld der Sünder sein? Rächt sich hier nicht die Forderung nach einer unnatürlichen Lebensform? Und hat nicht der Zölibat die Lüge in der katholischen Kirche befeuert? Der Bischof von Basel soll 20 Kinder gezeugt haben, der Bischof Heinrich von Lüttich sogar mehr als 60. Selbst Päpste nahmen das Enthaltsamkeitsversprechen nicht immer ernst: So soll Innozenz VIII. im 15. Jahrhundert 16 Kinder gehabt haben, sein Nachfolger Alexander VI. immerhin fünf.

Hat sich eigentlich die Kirche nie gefragt, warum seit dem Jahr 2000 über 500 katholische Kirchen in Deutschland schließen mussten, 105 davon allein im Bistum Essen. Haben sich die Kleriker in den Pfarreien nie darüber Gedanken gemacht, warum so viele Kartei-Leichen in ihrer Pfarrei existieren, die zwar ihre Kirchensteuer abführen, allerdings zumeist nach der Kommunion ihrer Kinder nie wieder die Kirche betreten haben. Fragen über Fragen. Aber warum soll es der Kirche anders ergehen als den dahinsiechenden Volksparteien, die auch lieber mit dem Finger auf die anderen zeigen, statt ihre Selbstkritik und Selbsterneuerung voranzutreiben?
Nein! Man beharrt trotz aller Sünden darauf, als große moralische Instanz zu gelten und traut sich wie schon zu Zeiten des Dritten Reiches, sich in die Politik einzumischen und den moralischen Finger auf Menschen zu richten, die ihre Meinung gegen den Mainstream vertreten und sich dafür beschimpfen und diffamieren lassen. So stufen der Kölner Erzbischof Woelki und der Katholiken-Präsident Thomas Sternberg, der rund 23 Millionen deutsche Katholiken vertritt, die gesamte AfD als „rechtsradikal“ ein. Auch mag verstehen wer will, dass Kardinal Reinhard Marx die Stirn hat, einen Rechtsdrift der Politiker Söder und Seehofer zu kritisieren und in Verbindung damit die Frage zu stellen, warum der Teufel Populist ist.

Nichts ist schlimmer als die Vermischung von Religion und Politik. (Daniel Barenboim)

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Die Zeit ist reif …


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… für zivilen Ungehorsam

Vor wenigen Tagen berichteten die Medien, dass 45 deutsche Millionäre und Milliardäre so viel besitzen wie die Hälfte der deutschen Bevölkerung. Diese Information wirft automatisch die Frage auf: Wer profitiert demnach von Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinnen – die ganze Gesellschaft oder nur einige wenige? Wie ist ein solcher Zustand für Geringverdienende und „Arbeitstiere“ zu verkraften, die erst den Niedriglohn, dann die Altersarmut zu ertragen haben?
Hier meine tröstende und augenzwinkerne Antwort auf eine Welt ohne Maß und Mitte.

Der Millionär

In übergroßer Dimension
sitzt der Reichling auf dem Thron,
den Kopf erhoben, selbstbewusst,
in Reichtum badend voller Lust.
Arme Würstchen um ihn rum
biegen ihre Rücken krumm,
putzen, laufen, fahren, dienen
voller Fleiß, grad wie die Bienen.

Gott, was man nicht alles tut,
damit der Reiche fühlt sich gut!
Köche sorgen für den Magen,
Schneider richten seinen Kragen,
der Chauffeur steht prompt bereit,
Tag und Nacht –zu jeder Zeit;
erst zur Party, auch zur Bank,
dann zum Weltwirtschaftsempfang.

Der größte Immobilienhai
schaut demnächst bei ihm vorbei.
Im Angebot die Galerie
Nähe Oper, vis-à-vis.
Dort wird er die Kunst anmelden,
seine Sammlung von Gemälden,
Gold und Silber, Porzellan …
er wird auch selber Bilder mal’n.

Inge kann den Staub dann wischen,
Gregor das Buffet auftischen,
Koch Paolo kocht das Essen,
Hassan soll den Saal vermessen,
Nesrin putzt das Silber blank,
Raphael poliert den Schrank.
Für ein glänzend‘ Pferdefell
sorgt im Stall der Samuel

Alle sind vom Dauerbuckeln
und vom vielen Runterschlucken
ganz geschafft – die Rückenschmerzen
sind schon längst nicht mehr zum Scherzen.
Trotz der harten Schufterei
ist kein Einziger dabei,
der von seinem Sklavenlohn
kann ernähren seinen Sohn.

Da! Ein kluger Geistesblitz,
ernst gemeint vom Gärtner Fritz:
„Nicht länger sind wir ihre Schafe,
lasst uns ersinnen eine Strafe
für alle, die aus Geiz und Gier
für uns haben kein Gespür!
Wir stellen unsere Arbeit ein
bei diesem Millionärsverein!“

Gesagt, getan – der Streik brach aus,
kein armer Teufel hielt sich raus.
Chauffeur, Koch, Putzfrau und Friseur
taten ab sofort nichts mehr.
Schmutz, Müll, Unrat, Staub und Dreck
fand man bald an jedem Fleck.
Nach zwei, drei, vier, fünf, sechs Wochen
kommt das Kapital gekrochen.

In den Villen und den Firmen
begann der Unrat sich zu türmen.
Auch im Exklusiv-Büro
sitzt der Reichling auf dem Po.
Um ihn rum ist’s öd’ und leer,
nirgendwo ein Sklave mehr,
der für einen Hungerlohn
dient dem Boss auf seinem Thron.

Auf den Knien händeringend
bittet er um Hilfe dringend.
Endlich spür’n die Arroganzen,
dass für sie wird niemand tanzen.
Erst wenn Demut sie befällt,
sie geheilt von Gier nach Geld,
wenn der Mensch den Menschen ehrt,
erst dann ist Reichtum etwas wert.

(Aus meinem satirischen Buch „Ein Mensch seine Frau sieht ROTH“)

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