DENK-BLOG

Ich denke, also bin ich (René Descartes)

Die Welt um uns herum ist hochkompliziert geworden, für die aber auch wir Verantwortung tragen. Der Bedarf an differenzierten Antworten auf vorhandene Probleme ist riesig und politisch verordnete „Alternativlosigkeit“ demaskiert die Arroganz der Macht. Die Folge dieser Arroganz ist die Spaltung unserer Gesellschaft, ist der Verlust von Demokratie und Freiheit und die Zerstörung des Sozialstaats durch die weiter wachsende Verteilungsungerechtigkeit. Mein Weckruf hinein in das politische und gesellschaftliche „Schlaflabor Deutschland“ greift nach meinem Bürgerrecht, diese Welt mit zu gestalten und zu verändern. Nutzen wir die Restbestände von Freiheit, in Gedanken, Wort und Schrift eine „Gemeinschaft der Denker und umDenker“ zu bilden, die sich auf den Weg gemacht hat.

Mein umDenk-Blog berichtet, kritisiert, fordert, provoziert, analysiert, zürnt, tröstet und ruft dir zu:
„Mensch, wach auf!“

Präsident Macron im deutschen Bundestag


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Wache Franzosen – schlafende Deutsche

Während der beste Freund der deutschen Kanzlerin,  Präsident Macron, zwecks Geldempfang die Totensonntagsrede im deutschen Bundestag hielt, protestierten in seinem Land laut Spiegel 290.000 Menschen, um gegen höhere Benzinpreise zu demonstrieren. Sie blockierten Straßen, Supermärkte und Tankstellen und verursachten kilometerlange Staus. Zur „Operation Schnecke“, gekleidet in gelbe Warnwesten, hatte eine wütende 51-jährige Dieselfahrerin die Nation aufgerufen. „Vor zehn Jahren habt Ihr uns dazu gebracht, Diesel zu kaufen, weil sie als umweltfreundlicher galten“. Nun missbrauche der Präsident die Autofahrer als Goldesel. 1,90 Euro der Liter Diesel – 1,98 Euro der Liter Super.

Auf einem vier Minuten und 38 Sekunden dauernden Handyvideo, das sechs Millionen mal angeklickt wurde, mokiert sich die 51-jährige Jacline Mouraud über die wahnsinnigen Benzinpreise, die der Arbeitslose und Geringverdiener aufbringen muss, während für den Élysée-Palast neues Geschirr gekauft oder ein teures Schwimmbad für den Präsidenten gebaut wird. Die Akkordeonspielerin und freischaffende Hypnose-Therapeutin hat Mut bewiesen. Leider sind nach den Protesten eine Tote und 400 Verletzte die traurige Bilanz.

Der große Präsident, der sich wie Merkel mehr für sein Projekt Europa interessiert als für die Belange seiner weniger betuchten Bürger, muss immer wieder Massenproteste gegen seine Politik ertragen. Seine Zustimmungswerte sind inzwischen auf 25% gesunken.

Was also soll der Europäer an derartig turbulenten Zeiten in Frankreich? Das Geld ist in Deutschland bei Merkel zu holen. „Macrons Plan ist, eine neue breite liberale Mitte in Europa aufzubauen. Sein Ziel sind etwa 140 Abgeordnete – und damit nach der EVP zweitstärkste Kraft im EU-Parlament zu werden. Mit seinem neuen Bündnis könnte Macron dann nicht nur die Ausarbeitung von EU-Gesetzen im europäischen Parlament maßgeblich beeinflussen, sondern auch Personalpolitik auf höchster Ebene machen“, ließ die  „Welt“ Ende Juli verlauten. Ein gutes Polster für seine Pläne wäre da schon einmal ein Anfang. Der ist in dem Schlaflabor Deutschland widerstandslos zu machen. Heute ging es mit salbungsvollen Worten über die großartige deutsch-französische Freundschaft erst einmal um ein gemeinsames Budget für die Eurozone, um Ungleichgewichte besser auszugleichen. Wie formulierte er es noch in seiner Rede zum 100-jährigen Ende des Ersten Weltkrieges? „Ein reiches Land wie Deutschland muss lernen, seinen Wohlstand mit anderen Ländern zu teilen.“

Liebe arbeitende Deutsche,
nach diesem Satz Macrons sollte man den Mann nach Hause schicken. Andererseits – welchen wahren Eindruck sollte er von Deutschland schon haben, wenn er die Verteilungsmentalität der deutschen Bundeskanzlerin erlebt. Daniel Stelter, ein Ökonom und früherer Mitarbeiter der Unternehmensberatung „BCG“ (Boston Consulting Group) zog Bilanz mit dem Ergebnis: Merkel kostet uns in den Jahren ihrer Kanzlerschaft Billionen.
Der Welt-Reichtums-Report bezeichnet die Deutschen als die ärmsten Würstchen der EU. Deutlich wird das, wenn man die Medianwerte des Vermögens und nicht den statistischen Durchschnitt betrachtet. „So macht es der renommierte Global Wealth Report des Credit Suisse Research Institute’s, das jährlich die weltweite Vermögensentwicklung analysiert. Beim reinen Durchschnitt heben die vielen Reichen und Superreichen in Deutschland den Wert im Vergleich nach oben, der Medianwert begrenzt den Einfluss von Ausreißern und zeigt die Lebenswirklichkeit der Bevölkerung. Der Medianwert des geldwerten Vermögens für die Erwachsenen liegt in Deutschland bei 47.000 Dollar. Schon im krisengebeutelten Griechenland sind es 55.000 Euro. Holländer (94.000 Dollar), Dänen (87.000 Dollar), Belgier (168.000 Dollar) sowie Franzosen (120.000) und Italiener (125.000) sind alle reicher als Deutschland. Lichtenstein (168.000) und Schweiz (229.000) bilden erwartungsgemäß die Spitze. (aus Stern-Artikel).
Die Notenbanken der Euro-Partner wie Italien, Spanien oder Frankreich schulden der Bundesbank über das Verrechnungssystem Target2 fast eine Billion Euro. Welche Vernichtungskraft sich für Deutschland dahinter verbirgt, sollten Merkel und Macron in ihren Positionen wissen. Also, Herr Macron – ab nach Hause und kehren vor der eigenen Tür, vor der es gerade ziemlich turbulent zugeht.

Liebe arbeitende Franzosen,
meine Bewunderung für euren politischen Wachheitsgrad kennt keine Grenzen. Wie oft in den 70 Jahren Nachkriegsgeschichte habt ihr schon eure Arbeit niedergelegt, seid gegen politische Entscheidungen und Maßnahmen geschlossen auf die Straße gegangen, um zu demonstrieren und euch Gehör zu verschaffen.
Ich schäme mich, zu der Nation zu gehören, die sich bis heute immer und immer wieder die Schuld der Vergangenheit aufbürden lässt, um sich damit erpressen und auspressen zu lassen. So hörte ich auch die salbungsvollen Worte eures Präsidenten im deutschen Bundestag und wertete viele von ihnen so, wie auch meine Worte gegenüber meiner Großmutter häufig zu werten waren: Ein bisschen Schönrederei, ein Kompliment für ein kleines Taschengeld im Sommer, für das ich mir ein Eis leistete.
Ja, die deutsch-französische Freundschaft ist wichtig, sie ist mir aber nicht wichtiger als die deutsch-polnische oder deutsch-schweizerische. Sie ist mir auch nicht wichtiger als eine in den Sand gesetzte deutsch-russische oder deutsch-amerikanische.

Liebe deutsche Mitbürger,
öffnet endlich eure Augen, schaut auf deutsche Straßen, Brücken, Schulen, auf eure Steuern und Konten und zukünftigen Renten. Vor allem: Schaut auf eure französischen Nachbarn und nehmt sie euch als Vorbild! Löst euer Hinterteil vom heute noch vorhandenen bequemen Sessel und werdet echte Demokraten mit eigener Meinung, einem neuen politischen Interesse, einer großen Skepsis gegenüber den drei Gewalten und speziell gegenüber der sehr fragwürdigen Mediengewalt, weil auch sie in Händen der Mächtigen liegt.
Bürger Deutschlands! Wacht endlich auf und erhebet euch und eure Stimme!

 

Nachtrag:  

Deutschland und Frankreich legen Entwurf für Eurozonen-Budget vor:

Über den genauen Inhalt des Papiers zur „Architektur eines Eurozonen-Budgets“ ist noch nicht viel bekannt. … Unklar ist bisher allerdings, woher die Mittel für solch einen Haushalt kommen sollen. … Ein Volumen wird weiter nicht genannt.

Ungenau, unbekannt, intransparent … aber der deutsche Finanzminister spricht schon einmal wichtige Phrasen gelassen aus: Ein eigener Euro-Haushalt könne „den Euro und unseren dadurch verbundenen Wirtschaftsraum stärker“ machen, sagte Scholz heute. „Das halte ich für sehr wichtig, dass wir eine solche Möglichkeit bekommen.“

 

 

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Mein politisches Halleluja


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Weihnachten 2017

Das Jahr 2017 geht zu Ende mit einem vorweihnachtlichen Wintereinbruch in Deutschland. Flugzeuge starten nicht, Züge fallen aus und Autos versagen ihren Dienst und stellen sich quer. Hunderte von Unfällen sorgten in ganz Deutschland für einen recht chaotischen Winterbeginn. Ein Zustand, der auch die politische, gesellschaftliche und sonstige Lage Deutschlands widerspiegelt.

Regierungslos wabern Parteien, Politiker und Kanzlerin in den Tümpeln der Macht in alle Richtungen, ein faul-modriger Geruch steigt auf, hier ein kurzes Blubbern, dort ein lautes Zischen – dann wird es wieder still. Die großartige Annette von Droste-Hülshoff hat mir mit ihrem „Knaben im Moor“ eine wunderbare Vorlage gegeben und sie wird mir verzeihen, wenn ich den momentanen Berliner Zustand in Anlehnung an die erste Strophe ihres Gedichts wie folgt beschreibe:

O schaurig ist’s, Politik zu sehn,
Wenn es wimmelt von Machtgebaren
sich wie Phantome die Zungen drehn
in den Mündern der Sonderbaren
Unter jedem Stuhle die Hoffnung springt
dass der Sitzer die richtige Meinung singt,
O schaurig ist’s, Politik zu sehn
an herbeigezogenen Haaren

Der regierungslose Zustand in Deutschland ist kein Beinbruch. Er ist doch unter Merkel immer mehr zum Normalzustand geworden mit einer aktuellen bombigen Ausnahme, als Landwirtschaftsminister Schmidt in Brüssel seine Glyphosat-Zustimmung gab. So nahm die politische Eierei ein jähes Ende. Schmidts sofortiges Erscheinen in den Kaffeesatzrunden von Anne Will und Maischberger brachte niemanden auf die Palme – man „höfelte“ mit dem Minister in einer Form, die bewies, dass die Patienten im deutschen Schlaflabor fast dankbar waren, für einen kurzen Moment durch einen Wecker der bayrischen Firma Schmidt geweckt worden zu sein.

Aussagen über deutsche Zustände erfährt man auch von draußen. Einige davon habe ich unter der Weihnachtsthematik zusammengefasst: „Von drauß‘ vom Walde komm‘ ich her und muss euch sagen, Deutschlands Zustand ist quer.“

– da wird die Bahn-Schnellstrecke Berlin/München eingeweiht, mit großen Worten und Brimborium gefeiert … und 150 bis 200 Ehrengäste und Journalisten erleben gleich auf der Einweihungsfahrt von Berlin nach München, die ja stets in 4 Stunden geschafft sein soll, eine Panne mit zweistündiger Verlängerung. Grund für die Panne war nach ersten Erkenntnissen eine technische Störung am Fahrzeug. Am Sonntag, den 10. Dezember, startete der erste reguläre ICE Sprinter auf der neuen Strecke – und es gab erneut eine Panne. Halleluja!

– da verunglückt das argentinische U-Boot „ARA San Juan“ mit 44 Besatzungsmitgliedern an Bord und deutsche Firmen geraten in den Verdacht, eine Mitverantwortung zu tragen. Eine Generalüberholung 2011 sollte dem U-Boot eine um 30 Jahre verlängerte Dienstzeit bescheren. Ein Schwelbrand in der Batteriebank hat nun zwei deutsche Firmen in den Fokus gerückt, die 964 Batteriezellen zu Kosten von 5,1 Millionen Euro geliefert hatten. Schmiergeldzahlungen und Qualitätsmängel stehen im Raum. Halleluja!

– da verlängert sich die unendliche Geschichte von bisher 2000 Tagen Bauzeit für den Berliner Flughafen auf einen Termin in unbestimmter Zukunft. Die Kosten für den Bau sind dem „Tagesspiegel“ zufolge mittlerweile auf 6,6 Milliarden Euro gestiegen. Halleluja!

– da verkünden die Deutschen Wirtschaftsnachrichten, dass laut einer Bertelsmann-Studie viele deutsche Städte nicht mehr in der Lage sind, ihre Schulden abzubauen. Sollte irgendwann die Anhebung des Leitzinses durch die EZB beschlossen werden, droht diesen Städten die Zahlungsunfähigkeit. Halleluja!

– da siedelt zu Weihnachten die OECD das deutsche Rentenniveau ganz unten an. Besonders schlecht sieht es da in Deutschland für Frauen aus. Im Schnitt können künftige Rentner nur 51 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens erwarten. Im OECD-Durchschnitt liegt das Rentenniveau bei 63 Prozent. Schlechter als in Deutschland sieht es laut tagesschau vom 5. 12. nur in Mexiko, Polen, Chile, Großbritannien und Japan aus. Auf den schlechtesten Wert aller OECD-Staaten kommt die Bundesrepublik bei der sogenannten Rentenlücke zwischen Männern und Frauen. Sie liegt bei 46 Prozent vor den Niederlanden, Luxemburg, Großbritannien und Österreich. Halleluja!

– da verkündet gerade der jährliche Welt-Reichtums-Report, wie arm die Deutschen tatsächlich sind. Betrachtet wird die Vermögensentwicklung in der Welt, wobei nicht der Durchschnittswert zugrunde gelegt wird, weil er durch Einbeziehung von Reichen und Superreichen zu hoch wäre. Der benutzte Medianwert relativiert diesen Einfluss und verdeutlicht die finanzielle Wirklichkeit der Völker. In allen alten europäischen Ländern mit Ausnahme von Portugal besitzen die Bürger mehr als das Doppelte an Vermögen wie die Bürger hierzulande. Sowohl beim Bargeldbesitz als auch bei den Immobilien kann Deutschland nicht punkten. Halleluja!

– da eröffnet uns der Schuldner-Atlas Deutschland, dass sieben Millionen Bürger über 18 Jahre überschuldet sind, ein Anstieg von 65.000 Menschen, die ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen können. Halleluja!

– da erfahren wir vom Friedensforschungsinstitut Sipri, dass die Waffenverkäufe wieder weltweit zunehmen. In Europa verzeichnet Deutschland das höchste Verkaufsvolumen mit 6,6 prozentiger Steigerung zum Vorjahr. Da hat sich beispielsweise Saudi-Arabien mit deutschen Kampfjets und Drohnen eingedeckt, um im Jemen laut der Vereinten Nationen die „schlimmste humanitäre Krise der Welt“ zu befeuern. Auch mit deutschen Waffen! Halleluja!

– da wird der Friedensnobelpreis an die internationale Bewegung ICAN zur Abschaffung von Atomwaffen verliehen und Deutschland gehört nicht zu den Unterstützern. Wie auch? Schließlich lagert in Büchel eine unbekannte Menge an amerikanischen Atomraketen. Während sich 102 Staaten und 450 Nichtregierungsorganisationen auf ein Verbot von Nuklearwaffen einigten, hält die deutsche Regierung eine atomare Abschreckung für notwendig, um das Gleichgewicht der Mächte zu bewahren. Halleluja

und all meinen wachen Lesern, Freunden und Kritikern

EIN FRIEDVOLLES WEIHNACHTSFEST … und einen wachsamen Geist für das politische Theater 2018

 

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