DENK-BLOG

Ich denke, also bin ich (René Descartes)

Die Welt um uns herum ist hochkompliziert geworden, für die aber auch wir Verantwortung tragen. Der Bedarf an differenzierten Antworten auf vorhandene Probleme ist riesig und politisch verordnete „Alternativlosigkeit“ demaskiert die Arroganz der Macht. Die Folge dieser Arroganz ist die Spaltung unserer Gesellschaft, ist der Verlust von Demokratie und Freiheit und die Zerstörung des Sozialstaats durch die weiter wachsende Verteilungsungerechtigkeit. Mein Weckruf hinein in das politische und gesellschaftliche „Schlaflabor Deutschland“ greift nach meinem Bürgerrecht, diese Welt mit zu gestalten und zu verändern. Nutzen wir die Restbestände von Freiheit, in Gedanken, Wort und Schrift eine „Gemeinschaft der Denker und umDenker“ zu bilden, die sich auf den Weg gemacht hat.

Mein umDenk-Blog berichtet, kritisiert, fordert, provoziert, analysiert, zürnt, tröstet und ruft dir zu:
„Mensch, wach auf!“

Ramin Peymani: Hexenjagd


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“Hexenjagd” für den Sommer-Urlaub der Schlafnation

Vor mir liegt ein Peymani. Es ist Sommerpause. Die Elite macht Urlaub. Die Jugend reist auf Kosten der EU mit Interrail-Tickets quer durch Europa. Das Klima erholt sich von den Schreihälsen, Experten und Alleswissern und die Menschen reisen per Auto, per Flugzeug durch die Welt, als wenn es kein Morgen gäbe.
Dem Klima, dem Klimawandel und dem Klimanotstand, der in meiner Stadt Gladbeck und meiner Nachbarstadt Bottrop ausgerufen wurde, kann nach der Sommerpause wieder gehorcht werden.

Und so leiste ich mir ebenfalls eine Pause, nehme mir ein Buch zur Hand, das mir jemand in die Hand drückte und setze mich damit auseinander. Der Autor Ramin Peymani macht mich neugierig und ich suche erst einmal nach seiner Biographie. Erstaunt stelle ich fest, dass dieses Buch “Hexenjagd” einen Gastbeitrag von Vera Lengsfeld enthält mit dem Titel “Back to the USSR – ein Albtraum”. Und da ich ihren Block regelmäßig lese und von ihrer Ehrlichkeit und Beharrlichkeit  fasziniert bin, nehme ich mir zuerst ihren Beitrag vor. Mit diesem begibt sich Lengsfeld in das Jahr 2030 und erzählt eine aus heutiger Sicht durchaus mögliche Zukunft, die beängstigt. Zwar stellt sich ihre Erzählung schlussendlich als Albtraum raus, aus dem sie 2017 zum Zeitpunkt ihrer Niederschrift erwacht – eine üble Empfindung allerdings hinterlässt Lengsfeld dennoch.

Ramin Peymani ist Deutscher mit Migrationshintergrund und Mitglied der FDP. Er bezeichnet sich selber als Sohn eines Persers, der im Frühjahr 1979 zu Fuß vor den mordenden Schergen des iranischen Ayatollah-Regimes fliehen musste. Peymani ist mehr als nur ein kritischer Zeitgenosse. Seine Beiträge sind stets von besonderer Brisanz und offenbaren seine Anti-Mainstream-Haltung zu vielen politischen Themen.
Auf sehr verständliche Weise bearbeitet Peymani in seinem Buch “Hexenjagd” 50 Kapitel. Jedes davon zu einem Thema mit einer deutlichen politischen Aussage, von denen ich hier einige vorstellen werde.

Meinungsfreiheit: “Schleichend hatten sich die Anzeichen verdichtet, dass es der Meinungsfreiheit an den Kragen geht. Und im Jahr der Bundestagswahl hat sich die Gangart der Berufspolitik noch einmal verschärft. Zu groß ist die Angst, der Wähler könnte mündig werden und sich noch weiter von der Parallelgesellschaft des Bundestages abwenden. … Seit ihnen ernsthafte Konkurrenz erwachsen ist, die sich selbst mit medialem Dauerfeuer und ununterbrochener Diffamierung nicht mehr beseitigen lässt, herrscht Panik im Parteienstaat. Das Augenmerk liegt offenkundig auf der Eliminierung all jener Meinungsäußerungen, die aus dem rechten politischen Lager kommen. Es geht vor allem darum, den links-grünen Meinungskanon zu verteidigen.”

Donald Trump: “Es wird noch lange dauern, bis sich die Vereinigte Linke damit abfindet, dass nicht mehr einer der ihren auf dem amerikanischen Thron sitzt. Zur Amtseinführung Donald Trumps konnte die deutsche Journaille ihre Wut nicht laut genug in die Mikrofone schreien und ihre Verbitterung nicht wild genug in die Tastatur hämmern. … Dabei speisen sich die Beschimpfungen der politischen ‘Machtelite’ vor allem aus der Furcht, sie könne aus ihren Elfenbeintürmen vertrieben werden, in denen sie sich auf Kosten der Bürger so prächtig eingerichtet hat. … Der neue US-Präsident und seine über sechzig Millionen Wähler werden inzwischen in einem Atemzug mit AfD und PEGIDA genannt. … Und während man nicht müde wird, zu unterstreichen, dass nicht einmal die Hälfte der Wähler den neuen Präsidenten wollen, hat man noch nie bemängelt, dass bei der letzten Bundestagswahl fast 60% der Wähler die Union und ihre Kanzlerin verschmäht haben. … Nie hatten sie sich daran gestört, dass Trumps Vorgänger unzählige Kriege in der arabischen Welt angefacht und eine ganze Region destabilisiert hat. Vorsorglich hatte man Barack Obama per Nobelpreis gar die Absolution erteilt. Nun aber soll der Teufel persönlich im Weißen Haus sitzen.”

Terror: “Den Terror nennen Behörden, Redaktionen und Politik nur dann beim Namen, wenn sie vermeintlich einen Anschlag verhindert haben. … Wenn er stattgefunden und Opfer gefordert hat, dann darf er so nicht heißen. Hastig fördern Ermittler die benötigten ‘Beweise’ zutage: Hier ein herumliegendes Attest, dort ein Familienangehöriger, der die Ferndiagnose bestätigt. Im Zweifel reicht auch ein Nachbar, der schon immer wusste, dass der Täter nicht ganz dicht ist. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele amoklaufende Verrückte es in Deutschland seit 2016 gibt. … Die Tatsache, dass wir es immer wieder mit polizeibekannten Tätern zu tun haben, die eigentlich nicht mehr hier sein sollten, wirft die Frage auf, ob nicht irgendetwas grundlegend schief läuft in diesem Land. Vor allem aber darf die Frage gestellt werden, warum die psychische Erkrankung immer dann ins Feld geführt wird, wenn die Täter Abdul, Muhammad oder Fatmir heißen. Hat man jemals gehört, dass einem rechten Schläger eine Psychose attestiert wurde?”

Grüne: “Deutschland ist weit davon entfernt, sich von einer Sekte zu befreien, die das Land seit Jahren im Würgegriff hält. … Wir Deutsche sind offensichtlich anfällig für grüne Angstmacherei. Zwar wurden die meisten Horrorszenarien der Erfinder von Waldsterben und Ozonloch widerlegt, doch lassen sich immer noch Millionen von Menschen einreden, Umweltzonen führten zur Reduzierung von Feinstaubkonzentrationen und Elektroantriebe hätten eine vorteilhaftere Ökobilanz als Verbrennungsmotoren. … Um Klima oder Umwelt geht es den Grünen gar nicht. Es geht ihnen einzig um die Durchsetzung ihrer Ideologie, die der Mehrheit aufgezwungen werden soll. Erreicht wird dies durch das Wecken von Schuldgefühlen und das Schüren von Angst. In der Zuwanderungs- und Integrationsdebatte soll hingegen die Moralkeule jeden Widerspruch im Keim ersticken.”

Antisemitismus: “Der Antisemitismus ist zurück. Doch er ist nicht etwa bei der einheimischen Bevölkerung neu erwacht, so sehr sich Medien und Politik auch bemühen, dieses Zerrbild zu entwerfen. Nein, der neuerliche Judenhass ist zugewandert. … Nach der Entscheidung des amerikanischen Präsidenten, Jerusalem als Hauptstadt anzuerkennen, hatten sich Tausende hasserfüllte Muslime an mehreren Tagen am Brandenburger Tor versammelt. Sie forderten die Vernichtung Israels und verbrannten Davidsterne. Sieben Jahrzehnte nach dem Sieg über die Nationalsozialisten marschieren damit wieder Antisemiten durch Berlin. Die Politik lässt sie gewähren und ihr Unwesen gar aus der sicheren Deckung der Religionsfreiheit heraus treiben. … So vehemt sich die geschäftsführende Bundeskanzlerin gegen ihren Erzfeind Donald Trump wendete, indem sie der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt eine Absage erteilte, so wenig hielt sie es für nötig, ebenso scharf die Anti-Israel-Hetze zu missbilligen. Dabei gehörte es einmal zur deutschen Staatsräson, unverbrüchlich an der Seite Israels zu stehen. Seit aber der Islam auch in Deutschland eine Wähler- und Wirtschaftsmacht bildet, will man Muslime auf keinen Fall verprellen. … So zu tun, als verfolge Trump völlig neue Ideen, zeugt außerdem von Unkenntnis. Schon die Ex-Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama hatten sich zu Beginn ihrer politischen Laufbahn zur Hauptstadt Israel bekannt. … In der Jerusalem-Frage beweist die einhellige Verurteilung Trumps, wie sehr sich die Welt vom islamistischen Terror hat einschüchtern lassen. Die Angst ist inzwischen so groß, dass alle politischen Entscheidungen nur noch mit dem Ziel getroffen werden, die muslimischen Führer nicht zu reizen. Gerade der Nahost-Konflikt zeigt uns aber seit Jahrzehnten, dass auch das größte Entgegenkommen eine Religion nicht besänftigen kann, deren Absolutheitsanspruch allgegenwärtig ist.”

Ein Buch eines Autors, der sich noch leistet, Klartext zu sprechen und sich des demokratischen Rechts der Meinungsfreiheit bedient, die schon längst beerdigt wurde. Zwei Voraussetzungen erfüllt Peymani, seine Wahrheiten zu verbreiten: Er ist Mitglied einer Partei und hat einen Migrationshintergrund. Diese Vorteile kann Sarrazin nicht für sich verbuchen. Es bleibt mir nach dem Lesen dieses Buches nur, mit Peymani laut zu brüllen:

“Es wird Zeit, dass Deutschland sich endlich ehrlich macht!”

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Europa hat gewählt


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… und Deutschland weint

Für die deutschen Politiker war der Wahltag nicht gerade ein Freudentag – mit Ausnahme der Partei der Grünen. Ihren Vertretern hatten die Kanzlerpartei und die Medien schließlich lange genug den roten Teppich bereitet, ihnen in jeder Talkshow, zu jedem Thema und in den Nachrichten fast täglich eine Spielwiese geboten und so waren Klima-Greta, die Deutsche Umwelthilfe mit ihren Klagen, die Schülerproteste an den Freitagen sowie die jungen Internetblogger unter der Regie des Anti-CDU-Rezo wunderbare Wahlvorlagen für junge Ahnungslose und Gutgläubige, die an die Urne traten.

Wir müssten nochmal mächtig  sein
und so geliebt wie damals,
das Volk war noch kein Klotz am Bein
und alles ward gut.
Ja wenn das Volk heut’ ebenso
würd’ wählen uns wie damals,
dann liebten wir es ganz bestimmt
auch heut‘ so doll wie einst,
dann liebten wir es ganz bestimmt
auch heut‘ so doll wie einst.

Doch da das Volk begriffen hat,
dass wir es nur gebrauchen
für uns auf jedem Titelblatt
zur Sicherung der Macht.
Es sieht, dass ohne Schaffenskraft
wir jahrelang regieren,
die Quittung für das Bla Bla Bla
erhielten wir jetzt,
die Quittung für das Bla Bla Bla
erhielten wir jetzt.

Vor 50 Jahren, als die CDU/CSU noch Traumwerte bei Wahlen erreichte, sang Willy Schneider das sentimentale Lied „Man müsste nochmal zwanzig sein“, das damals unter dem Genre Pop einsortiert wurde. Dieses Lied und die Sehnsucht der Regierungsparteien nach damaligen Wahlergebnissen bieten mir die Vorlage für meinen obigen Text.

Mit Sicherheit war das Regieren damals leichter, der Informationsfluss behäbiger, das politische Wissen der Bürger geringer und die Themenlage übersichtlicher. Seitdem heißt die Entwicklung: höher, größer, schneller, globaler und … Wachstum, Wachstum, Wachstum.

Heute ist vielen die Übersicht über das große Ganze verlorengegangen, Politiker und Wähler wirken hilflos bis orientierungslos, es verbünden sich Menschen untereinander, die sich gar nicht kennen, rufen Leute zu Demonstrationen auf, verfassen Petitionen und schauen den Regierenden nicht nur auf die Finger, sondern gleich bis hinein ins Portemonnaie und überprüfen politische Wahlprogramme mit den Reden der Politiker und überprüfen auch noch ihre Umsetzung.

Der Blogger Rezo rief vor den Wahlen die Bürger auf, ihre Stimme nicht der CDU zu geben und begründete das vorrangig mit der Tatenlosigkeit dieser Partei in puncto Klimapolitik.

Reaktion: so gut wie keine! Oh doch! Das ausdrucksstarke Schweigen der Kanzlerin und die mutige und ehrliche Reaktion der Frau Kramp-Karrenbauer, die sich öffentlich fragt, welche Regeln zukünftig für die digitale Kommunikation gelten sollen, um Meinungsmacher vor den Wahlen in die Schranken zu weisen. „Und die Frage stellt sich schon mit Blick auf das Thema Meinungsmache, was sind eigentlich Regeln aus dem analogen Bereich und welche Regeln gelten eigentlich für den digitalen Bereich, ja oder nein”, sagte die CDU-Chefin. Es entstand bei vielen der Eindruck, AKK wolle Meinungsäußerungen nur dann regulieren, wenn sie sich gegen die Union richten. Das ist natürlich dumm. Jeder der regierenden Politiker würde gerne alle Meinungsäußerungen regulieren, die sich gegen ihn und seine Politik richten. Ein Lehrgang bei unserem ehemaligen Zensurminister Heiko Maas könnte AKK sicher weiterhelfen.

Nein, allen Ernstes: Ich kann nicht verstehen, warum sich alle auf AKK stürzen, die im Gegensatz zu Merkel ihren Mund öffnet, um laut zu denken. Dabei erzählt sie doch nichts Neues. Heute ließ uns die WELT wissen: „Einem Bericht der Organisation Reporter ohne Grenzen zufolge bestehen im Bundesinnenministerium unter der Leitung von Horst Seehofer(CSU) Pläne, die die die Überwachung von Medienhäusern, Verlagen, Rundfunkanstalten und freien Journalistinnen und Reportern möglich machen könnten.“ Bevor die Volksparteien endgültig ihre Macht einbüßen und ihre Wähler an Grüne, Linke, AfD und sonstige Parteien verlieren, bestrafen sie noch schnell das undankbare Volk mit Zensurgesetzen und  solchen zur Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit.

Michael Spreng, Journalist und 2002 Wahlkampfmanager des Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber äußerte sich in Plasbergs Sendung im Ersten „Hart aber fair“ am 27. Mai 2019: „Die CDU bekommt ein massives AKK-Problem. Sie war bei dieser Wahl kein Bonus, sie war ein Malus. Die Frau wirft die CDU zurück.“ Haben Sie, Herr Spreng, vielleicht übersehen, dass die CDU seit etlichen Jahren ein Angela-Merkel-Problem hat, die längst ein Malus der CDU ist und vergaß, der Partei der Grünen beizutreten, für die sie ab und zu einen Bonus bedeutete. Nicht AKK als CDU-Vorsitzende, sondern Merkel und ihre Regierung erhielten bei der UN-Klimakonferenz in Katowice 2018 am Rande der Konferenz den Negativpreis „Fossil des Tages“, mit dem Deutschland für seine Klimaschutzpolitik öffentlich getadelt wurde.

Letztlich aber juckt Merkel weder das eine noch das andere – sie äußerte sich lieber in einem Interview mit dem Sender CNN-International über den Antisemitismus in Deutschland. Er habe nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel in den vergangenen Jahren zugenommen. “Es gibt leider bis heute keine einzige Synagoge, keinen einzigen Kindergarten, der jüdisch geprägt ist, vor dem nicht deutsche Polizisten stehen und aufpassen müssen, dass nichts passiert.” Wichtig in dem Interview war ihr allerdings aber auch die Tatsache, dass ihre Partei stärkste Kraft geworden sei und sie deshalb auch eine Rolle bei der Besetzung der Positionen in der EU spielen werde. Nur zu, Frau Merkel, was sollte auch wichtiger sein als der Personalpoker für die neu zu besetzenden Schlüsselstellungen in der EU! Dafür darf das Klima in Deutschland ruhig noch ein wenig warten. Das gerade neu erfundene Klimakabinett unter dem Vorsitz von Merkel trat zwar kurz zusammen, um in den Nachrichten des Tages erwähnt zu werden, verschob aber notwendige Entscheidungen auf September ganz nach dem Motto:

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen!

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Der Bürger in Käfighaltung


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Gehört das Gehirn zu Deutschland?

Man mag es nicht glauben, aber seit Politik, Medien und all die gehorsamen Bürger durch einen Wecker der Firma AfD aus dem Schlaf gerissen wurden, sind Tabubrüche, Verbalattacken und Beschimpfungen in den gesellschaftlichen und parlamentarischen Umgangsformen zu verzeichnen. Der dressierte Bürger, der am Gängelband geistiger und sprachlicher Verbote zu einem “politischen Nichts” heruntergekühlt wurde, begann plötzlich an Funktionsstörungen zu leiden. Seine “Käfighaltung” wurde ihm dadurch bewusst, dass er das Freiland zwar sah, ihn Gitterstäbe aber daran hinderten, es zu erreichen.
Im Käfig in Mainstreamhaltung zu leben, war er gewohnt, die Gitterstäbe sah er nicht oder wollte sie nicht sehen, erarbeitete sich sogar ein eigenes Stückchen Käfig und umzäunte es als Zeichen seines Besitzes und seiner Individualität. Was interessierte ihn da in seiner Idylle der Gesellschaftskäfig mit den seine Freiheit einschränkenden Gitterstäben aus Sprachverboten, Political Correctness, MeToo- und Gender-Gefahrenzonen, anstehenden Fahrver-boten und Sicherheitsbetonklötzen vor der Haustür … um nur einige zu nennen.

Und doch ereignen sich auf einmal Dinge, die unsere Freilandpolitiker so nicht erwartet haben. Etliche Käfigbewohner sind bis zu den Gitterstäben vorgedrungen. Mit ihren Händen die Stäbe umfassend rütteln sie wie damals Gerhard Schröder an ihnen. So wie Schröder damals rief: “Ich will hier rein!” skandieren jetzt diese Bürger: “Wir wollen hier raus!”
Es formiert sich Widerstand gegen die Käfighalter, die nun um ihre Sicherheit fürchten, weitere Gitterstäbe ersinnen und die dressierten Käfigbewohner mit passenden Kommandos und Trillerpfeifen auf die Ausreißer und Randalierer hetzen.

Soweit die bildliche Darstellung einer gespaltenen Gesellschaft in Käfighaltung. Versuche zur Überwindung und Zusammenführung finden statt. So lud der MDR (Mitteldeutscher Rundfunk) zur Hörer-Diskussionssendung “Dienstags direkt” ein mit dem Thema “Politisch korrekt oder korrekt politisch?”, die im üblichen Talkshow-Modus stattfinden sollte. Am Ende wurde sie ein paar Stunden vor Beginn abgesagt, weil zwei der vier geladenen Gäste nicht mehr diskutieren wollten. Ein Tweed mit der Frage “Darf man heute noch ‘Neger’ sagen?”, der für diese Sendung werben sollte, löste die Absage zweier geladener Gäste aus. Eine illustre Runde von vier Leuten, die man ersonnen hatte, hätten eine sicher interessante Debatte bieten können. Doch die Sensibelchen Kerstin Köditz, sächsische Landtagsabgeordnete der Linken und der Politikwissenschaftler Robert Feustel gaben sich schon ohne Diskussion geschlagen und bewiesen damit, dass der konservative Journalist Peter Hahne und die inzwischen parteilose Frauke Petry mit einem Punktsieg von der Bühne gingen. Diese Episode endet mit dem Satz: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

So und ähnlich laufen auch andere Debatten ab, die mal sinnvoll, zumeist sinnlos geführt werden. Die wichtigste scheint laut Politikergetöse gerade die über die Frage zu sein: Gehört der Islam zu Deutschland? Wer vom deutschen Dilettanten- und Kommödiantenteam hat übrigens schon einmal mit derselben Überzeugung, mit der die Behauptung “Der Islam gehört zu Deutschland” ins Land posaunt wird, den Satz formuliert, der wohl zu hundert Prozent seine Berechtigung hat: “Das Judentum gehört zu Deutschland?

Leider muss man sich der Tatsache hingeben, dass stattdessen der Antisemitismus zu Deutschland gehört. Ein Fakt, der zum Schämen Anlass gibt. Wie hat dieser Staat es mit dieser Geschichte nur erlauben können, dass der Holocaust geleugnet, Hitlerparolen skandiert werden und Neonazis aufmarschieren? Das kann doch nur als Fortsetzung des deutschen Trauerspiels gedeutet werden. Aber nicht genug der Blamage über das eigene Unvermögen. Jetzt holen wir uns auch noch den islamgeprägten Antisemitismus ins Haus und schlagen uns zusätzlich damit herum.
Heute gab der großartige Pianist und Dirigent Daniel Barenboim zusammen mit seinen Berliner Philharmonikern die gemeinsame Auszeichnung “Echo” zurück aus Protest über die Vergabe des Preises an die Rapper Kollegah und Farid Bang, die in ihrem Rap eine fragwürdige Auschwitz-Zeile rhythmisierten. Wie kann sich ein Kunstgremium wie die Jury, die den “Echo” vergibt, einen derartigen Fauxpas leisten? Damit hat sich der Echo den eigenen künstlerisch hochwertigen Boden für immer entzogen.

Und nach fast 1.000 antisemitischen Übergriffen und Straftaten 2017 allein in Berlin immer wieder dieselben Entrüstungsfloskeln aus dem Mund unserer Politiker.
Da ist man in Frankreich konkreter. In einem gemeinsamen Manifest prangern 300 namhafte Vertreter der französischen Gesellschaft einen „neuen Antisemitismus“ in Frankreich an. “Wir fordern, dass der Kampf gegen dieses Scheitern der Demokratie, den Antisemitismus, zur nationalen Angelegenheit erklärt wird, bevor es zu spät ist. Bevor Frankreich nicht mehr Frankreich ist”, heißt es in dem Manifest.
Damit kritisieren sie eine „lautlose ethnische Säuberung“ in einigen Stadtvierteln, die auf eine „islamistische Radikalisierung“ zurückzuführen sei. Den Medien werfen sie vor, über die Entwicklung zu schweigen. Rund 50.000 Juden seien zum Umzug gezwungen, weil sie in einigen Städten nicht mehr sicher seien und ihre Kinder nicht mehr zur Schule gehen könnten.
Was für eine Welt! Was für dumme Menschen! Welch ein Versagen von Politik! Welch geistige Schande! Und immer wieder … welcher Irrsinn in Deutschland!

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