DENK-BLOG

Ich denke, also bin ich (René Descartes)

Die Welt um uns herum ist hochkompliziert geworden, für die aber auch wir Verantwortung tragen. Der Bedarf an differenzierten Antworten auf vorhandene Probleme ist riesig und politisch verordnete „Alternativlosigkeit“ demaskiert die Arroganz der Macht. Die Folge dieser Arroganz ist die Spaltung unserer Gesellschaft, ist der Verlust von Demokratie und Freiheit und die Zerstörung des Sozialstaats durch die weiter wachsende Verteilungsungerechtigkeit. Mein Weckruf hinein in das politische und gesellschaftliche „Schlaflabor Deutschland“ greift nach meinem Bürgerrecht, diese Welt mit zu gestalten und zu verändern. Nutzen wir die Restbestände von Freiheit, in Gedanken, Wort und Schrift eine „Gemeinschaft der Denker und umDenker“ zu bilden, die sich auf den Weg gemacht hat.

Mein umDenk-Blog berichtet, kritisiert, fordert, provoziert, analysiert, zürnt, tröstet und ruft dir zu:
„Mensch, wach auf!“

EU moniert wiederholt Nitrate im Grundwasser


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Gülle in Hülle und Fülle
Nitratbelastung der Böden

Europa hat mal wieder an die deutsche Tür geklopft und zum x-ten Mal auf den zu hohen Nitratgehalt in deutschen Böden aufmerksam gemacht, verursacht hauptsächlich durch zu viel Gülle und Kunstdünger. Damit gelangt Nitrat ins Grundwasser, in die Flüsse und Seen. Der Grenzwert liegt bei 50mg Nitrat pro Liter. Dieser Grenzwert wird aber in vielen Regionen um ein Vielfaches überschritten. Das bedeutet immer mehr Filteraufwand für die Trinkwasserversorger. Die Mehrkosten zahlt natürlich der Verbraucher. Nun setzt die EU der deutschen Regierung eine letzte Frist von zwei Monaten, ehe der Fall dann vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) landen könnte und eine Geldstrafe von 850.000 Euro täglich fällig würde. 

Eine ziemliche Schweinerei, den Menschen in Deutschland ein giftigeres Grundwasser anzubieten als es die Nachbarländer tun. Aber wir wissen ja: Das große Klima-Spektakel gibt es hauptsächlich in Deutschland, wo die große Klima-Kanzlerin Merkel alles im Griff hat. Dank ihrer Exekutive, der Rettungsorganisation der Deutschen Umwelthilfe e.V. durch Hunderte von Messstationen, die das „Massensterben“ durch das Atmen von „giftiger“ Luft beenden sollen, erhält auch der Bauer seine (verdiente?) Abreibung. Warum hat sich eigentlich die Deutsche Umwelthilfe e.V. nicht auch um die Sauberkeit des Wassers gekümmert? Ganz einfach – da hätte ihr der gesamte deutsche Bauernverband schon gezeigt, wo es langgeht. Nein, die Moralkeule zwecks Erzeugung eines schlechten Gewissens mit Strafgeldzahlung schwingt man am erfolgreichsten gegen den Bürger! So lassen sich Kassen füllen und weiterhin zum Klingeln bringen. Fürs saubere Atmen ist nun einmal die Deutsche Umwelthilfe zuständig, fürs saubere Trinken sorgt Europa. Fragt sich, welche Organisation  demnächst die Strafzölle fürs Essen erhebt. 

Über die Schuld von Rindviechern habe ich in einem früheren Beitrag schon ausgiebig berichtet. Heute interessiert mich die deutsche Nitrat-Politik.

Seit mehr als drei Jahren betrachte ich die nicht enden wollenden Probleme in Deutschland. Ein von mir vernachlässigter Zustand ist die Massentierhaltung mit den von Schwein, Kuh und Huhn als Gülle gesammelten Hinterlassenschaften, die als Dung auf unseren Böden landen und unsere Gewässer sowie unser Grundwasser beeinflussen.

Die Nitrat-Richtlinie von 1991 ist einer der ersten europäischen Rechtsakte mit dem Ziel, die Umweltverschmutzung zu bekämpfen und die Wasserqualität zu verbessern. Alle Mitgliedsstaaten haben inzwischen Messstationen und Aktionsprogramme zur Verringerung der Nitratbelastung aufgestellt. Insbesondere der von der Richtlinie vorgeschriebene Grenzwert von jährlich 170 kg Stickstoff pro Hektar für die auf den Boden ausgebrachte Dungmenge ist in allen Programmen enthalten. Die Verringerung der Nitratbelastung ist ein wesentlicher Bestandteil der Wasserrahmenrichtlinie (2000), die einen umfassenden, grenzübergreifenden Ansatz im Hinblick auf den Wasserschutz verfolgt. Ihr Ziel war es, bis 2015 einen guten Zustand der europäischen Gewässer zu erreichen.

Dass das – als Ziel in den europäischen Nitratrichtlinien 2004 bis 2007 formuliert – in NRW nicht erreicht wurde, habe ich derzeit berichtet. 2010 bewiesen rund 33 % der Messstationen in europäischen Flüssen und Seen einen eutrophen (gestörtes Ökosystem) Gewässerzustand.

In NRW sind 46% aller Grundwasserkörper bis heute mit Nitrat und 16% der Grundwasserkörperflächen durch Ammonium belastet.

2017 hatte die Bundesregierung nach langem Hin und Her die Düngeregeln verschärft. Zu Beginn dieses Jahres hatte Berlin auf Druck der EU-Kommission noch strengere Regeln vorgeschlagen, die im Mai 2020 in Kraft treten sollen.

Viele Bauern fürchten, dass durch die geplante Verschärfung der Düngevorschriften ihre Pflanzen nicht mehr den gewohnten Ertrag bringen oder dass sie nicht mehr so viele Tiere halten können. Bauern sollen ein Fünftel weniger Dünger auf ihren Böden ausbringen und die Zeit der Nicht-Düngung soll verlängert werden. Bauernverbände laufen dagegen Sturm und mancher Bauer sieht sich sogar in seiner Existenz bedroht 

Ackerbau und Viehhaltung, Importfuttermittel und Dünger sind laut Greenpeace für rund 16 % der deutschen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Überdüngung und Massentierhaltung werden dabei als Hauptursachen genannt.  Fluch und Segen zugleich. Zwar ist Fleisch für den Verbraucher in Hülle und Fülle zu Billigstpreisen vorhanden, aber eben auch Tonnen von Gülle, die als Dünger wieder in den Kreislauf eingebracht werden. Darin enthalten auch Bakterien, die zusammen mit der ungebremsten Antibiotikanutzung bei der Tierhaltung in die Nahrungskette gelangen.

140 Milliarden Liter Gülle fallen jährlich an. Die Düngung damit muss nach bestimmten Vorgaben geschehen – nah am Boden, um den Ammoniakgehalt so gering wie möglich zu halten. Der Phosphor verändert sich im Boden zu Phosphat, sickert ins Grundwasser und belastet die Gewässer. Eine Gefahr durch Überdüngung der Böden. Seit einer ersten Verschärfung der Düngerichtlinien müssen Bauern angeben, wieviel Gülle anfällt und wieviel sie davon auf ihren Böden ausbringen. Längst wird Gülle quer durchs Land gefahren, was natürlich keine sinnvolle Lösung ist. 15.000 Liter Gülle liefen bei Unfällen unkontrolliert allein in Niedersachsen ins Land. Selbst die Niederlande und Dänemark transportierten wegen ihrer strengeren Richtlinien Gülle (auch illegal) nach Deutschland.

Die starken Deutschen Bauernverbände und das Landwirtschaftsministerium haben viel zu lange die Probleme ignoriert und die Köpfe in den Sand gesteckt, heißt es. Vielleicht wäre es richtig, die Subventionen danach auszurichten, wie Landwirte arbeiten, was sie anbauen und wie Tiere gehalten werden.

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Ein fragwürdiger Verein – Deutsche Umwelthilfe e.V.


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Mini-Verein mit Maxi-Kapital

Frau Angela Merkel hat in der Dieselaffäre ein (Macht)Wort gesprochen. Natürlich in Hessen – natürlich im Wahlkampf – natürlich zwecks Stimmenfang. Während sie bisher der Autolobby hörig war, hat mal wieder der Wahlkampf Besitz von ihr ergriffen.
Der vom Bund festgelegte Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2) je Kubikmeter Luft dürfe auch bei „geringfügigen“ Grenzwert-überschreitungen keine Fahrverbote nach sich ziehen. Sie sei sogar bereit, diese auch gesetzlich abzuwenden. Wo der Grenzwert um weniger als zehn Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft überschritten werde, seien Fahrverbote „unverhältnismäßig”. So Merkel bei einer Wahlkampfrede in Hessen.

Ein Hoch auf die Klimakanzlerin, deren Statement der Baden-Württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit folgenden Worten kommentierte: “Da hätte es jetzt der Weisheit der Bundeskanzlerin nicht bedurft, so schlau waren wir schon selber. … Das ist auch kein Ausweis guten Regierens, fünf Tage vor der Hessenwahl zu sagen, jetzt machen wir da doch mal schnell einen Coup.“ Das aus dem Munde ihres guten Freundes, der einmal zugab, dass er seine Kanzlerin täglich in seine Gebete mit einschließt! Nun – auch die Grünen machen Wahlkampf und Kretschmann weiß sehr gut, dass die politische Zukunftsehe CDU/Grüne heißen wird. Die Stimmen, die er als Vertreter seiner Partei der CDU nimmt, bleiben schließlich in der schwarz-grünen Zukunfts-Familie.
Lieber Wähler, schrei also nicht so laut “Seehofer und Merkel weg!”, sondern besinne dich darauf, dass  es noch schlimmer kommen kann und verhindere, was mainstreamgefördert kommen soll! (Cohn-Bendit sieht gute Chancen für Habeck als künftigen Kanzler).

Zurück zur Diesel-Hysterie unserer bei allen Gerichten bekannten  Deutschen Umwelthilfe.
“Die bestehen doch nur aus ein paar Männekes und wenn du da rein willst, wirst du erst vom Verfassungsschutz überprüft”, erklärte mir eine ehemalige Grün-Wählerin diesen Verein mit einer typisch abwinkenden Handbewegung. Wer oder was sind sie also, die paar Männekes?

Jürgen Resch
Foto: Junge Freiheit

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. ist ein “gemeinnütziger” Umwelt- und Verbraucherschutzverein mit tatsächlich nur 287 Mitgliedern, dafür aber einem Kapitalbudget von mehreren Millionen Euro. Die sprudelnden Geldquellen fließen sowohl aus größeren und kleineren Firmen,  die in eine Gesetzeslücke getappt sind, die die DUH juristisch und im Klageverfahren für sich nutzt, als auch aus Sponsorengeldern und natürlich aus deutschen Steuerzahlergeldern. Für aktuelle Vorhaben erhält die Deutsche Umwelthilfe fünf Millionen Euro von der Bundesregierung, wie diese dem Bundestag Anfang März mitteilte.

Im Vergleich zu den bekannten Umweltorganisationen sollten wir einmal eine Rechnung übernehmen, die das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE) schon geleistet hat. Umweltorganisationen wie der BUND haben 565.000 Mitglieder (Wikipedia, Stand 2015), NABU hat 541.000 Mitglieder (Wikipedia, Stand 2015) und der WWF hat gar über 5 Millionen Mitglieder (Wikipedia, Stand 2014). Die Deutsche Umwelthilfe mit ihren “paar Männekes” hat gerade einmal das Mandat von nicht einmal 0,0003% der Bevölkerung, schickt sich aber an, mit dubiosen Klageverfahren ganze Kommunen, Mittelstands-unternehmen und Industriezweige zu strangulieren, ohne dass die Politik dieser dubiosen Minderheit Einhalt gebietet. Im Gegenteil, sie lässt sich von ihr sogar durch die Manege treiben und schaufelt sich damit dieseltechnisch ihr eigenes Grab, wie Merkel gerade wieder im Hessen-Wahlkampf beweist.

Der 0,0003-prozentige Mandatsträger und Vorsitzende Jürgen Resch, der laut Süddeutscher Zeitung ein Studium der Verwaltungswissenschaften abbrach, um heute als personifizierte Umweltrichtlinienkompetenz Mitglied des sog. HON Circles bei der Lufthansa zu sein, lässt sich ungern in die Karten gucken und hält die Fäden der Macht fest in seiner Hand.  “Diesen höchsten Vielfliegerstatus erhält derjenige, der innerhalb von zwei Jahren 600.000 Meilen fliegt. Dies sind ca. 28,5 Erdumrundungen. Damit gehört Jürgen Resch zu einem kleinen und erlauchten Kreis von knapp 3.000 Lufthansa-Vielfliegern. Wer die begehrte schwarze Karte besitzt, wird vor und nach dem Flug in exklusiven Topkunden-Lounges verwöhnt und auf Wunsch sogar in einem Porsche-Cayenne direkt zum Flugzeug gebracht.” Das ist Umwelt- und Klimaschutz in höchster Vollendung.

Dieses Land glaubt zwar, von denen regiert zu werden, die ab und zu mal aus dem Sicherheitstrakt “Bundestag” heraustreten, um Mikrophone, Kameras und die Neugier der Bürger zu bedienen – dem ist allerdings nicht so. Unzählige NGOs und Lobbyisten haben die Zügel in der Hand und Sie dürfen raten, aus welchem bunten Vielfaltlager die Anweisungen für unsere “Marionetten” kommen, die Horst Seehofer mit den Worten beschreibt: “Diejenigen, die gewählt sind, haben nichts zu sagen und diejenigen, die was zu sagen haben, sind nicht gewählt.” Treffender kann auch das Treiben und Hantieren der Deutschen Umwelthilfe nicht bezeichnet werden.

Eine letzte Frage bleibt offen: Welche Koryphäe hat uns eigentlich den Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2) je Kubikmeter Luft beschert und die Tausende von Toten auf unser Schuldkonto geschrieben, das wir alle zu verantworten haben? Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat die Grenzwerte für Luftschadstoffe festgelegt. Besonders putzig hört sich dabei die Begründung für diese lebensrettende Maßnahme der Grenzwertbestimmung an: In 41 europäischen Ländern kam es nach Schätzungen 2016 zu 467.000 vorzeitigen Todesfällen wegen PM2.5-Exposition (Feinstaub), 71.000 wegen NO2-Exposition (Stickstoffdioxid), 17.000 wegen O3-Exposition (Ozon); davon in Deutschland 73.400 (PM2.5), 10.610 (NO2), 2.500 (O3).

Solange mir niemand erklären kann, wie diese Todesfälle berechnet wurden, wie genau ermittelt wurde, ob es sich um einen durch Feinstaub, durch Stickstoffdioxid oder Ozon verursachten Todesfall handelt, werte ich diese Zahlen als mathematische Geschichten aus “Tausend und eine Nacht”.

Interessant auch zu erfahren, dass Deutschland sein nationales Recht, seine Grenzwerte per Gesetzgeber festzulegen, in die europäische Hand gegeben hat. “WHO-Richtwerte dienen als evidenzbasierte Grundlage, auf deren Basis verbindliche Grenzwerte durch die Gesetzgeber abgeleitet werden können. … Nationale, rechtlich verbindliche Grenzwerte werden vom nationalen Gesetzgeber festgelegt, für Deutschland gelten EU-Grenzwerte. … Grenzwerte sind Ergebnis eines politischen Abwägungsprozesses: gesundheitliche Verbesserungen versus Machbarkeit und Kosten der zu ergreifenden Maßnahmen.” Ein idealer Zustand für die Deutsche Umwelthilfe, die hervorragend die Löcher füllen kann, welche die Politik ihr gelassen hat.

Da können selbst Lungenärzte wie Dieter Köhler, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, das politische Gezeter über Fahrverbote und das Getöse um NO2-Grenzwerte für völlig überzogen halten – was stört es eine deutsche Eiche, wenn sich ein Wildschwein daran reibt? Die Raucher müssten schon alle reihenweise tot umgefallen sein. Schließlich inhaliert jeder von ihnen “über 200.000 Mikrogramm pro Kubikmeter, wenn er eine Zigarette raucht”. Selbst das Anzünden eines Adventskranzes verursache mehr als 200 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft, gibt Köhler zu bedenken.

Wieso verdreht sich eigentlich nicht unser Magen, wenn wir übers Wochenende nach Barcelona jetten oder unsere 70 Kilogramm Körpergewicht von einem 2,5 Tonnen schweren SUV durch die Innenstadt kutschieren lassen?
(Nick Reimer, Journalist und Buchautor)

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