DENK-BLOG

Ich denke, also bin ich (René Descartes)

Die Welt um uns herum ist hochkompliziert geworden, für die aber auch wir Verantwortung tragen. Der Bedarf an differenzierten Antworten auf vorhandene Probleme ist riesig und politisch verordnete „Alternativlosigkeit“ demaskiert die Arroganz der Macht. Die Folge dieser Arroganz ist die Spaltung unserer Gesellschaft, ist der Verlust von Demokratie und Freiheit und die Zerstörung des Sozialstaats durch die weiter wachsende Verteilungsungerechtigkeit. Mein Weckruf hinein in das politische und gesellschaftliche „Schlaflabor Deutschland“ greift nach meinem Bürgerrecht, diese Welt mit zu gestalten und zu verändern. Nutzen wir die Restbestände von Freiheit, in Gedanken, Wort und Schrift eine „Gemeinschaft der Denker und umDenker“ zu bilden, die sich auf den Weg gemacht hat.

Mein umDenk-Blog berichtet, kritisiert, fordert, provoziert, analysiert, zürnt, tröstet und ruft dir zu:
„Mensch, wach auf!“

Das Phänomen Greta Thunberg – Die Hintergründe der Kinder-Revolution


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Gastbeitrag von Kurt Rohmert
Foto: Quelle pixabay, freie Bildnutzung

Es begann in Schweden vor etwa einem Jahr im August. Monatelang ging die heute 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die mit ihren Zöpfen wie 12 aussieht, freitags nicht mehr zur Schule. Stattdessen demonstrierte sie vor dem Parlament in Stockholm für mehr Klima- und Umweltschutz mit ihrem Transparent „Skolstrjk for Klimatet“ . Mittlerweile gilt sie als Gallionsfigur der „Klimaschutzbewegung“. Und die Schülerin ist längst nicht mehr allein: Weltweit haben sich tausende junge Menschen zu der Bewegung “Fridays for Future” organisiert. Auch in Deutschland ist die Bewegung mittlerweile angekommen. Zu Beginn des Jahres demonstrierten sogar (nach eigener Aussage) rund 30.000 junge Menschen in mehr als 50 deutschen Städten für eine bessere Klimapolitik.

Der Aufstieg zum medialen Superstar begann im Dezember 2018, als sich Vertreter aus 200 Ländern in Kattowitz zum Klimagipfel trafen. Zu Beginn der Weltklimakonferenz durfte neben den Politikern auch die 15-jährige Schwedin Greta Thunberg zu den Gästen sprechen. Sie nutzte ihren Auftritt, um den Politikern ordentlich in den symbolischen Hintern zu treten, so berichtet die Deutsche Welle. Doch stimmt das? Ich habe mir die Bilder des schwedischen Fernsehens angeschaut. Obwohl kaum Leute im Saal sind, gaukeln uns  unsere Medien eine großartige Rede vor großem Publikum vor. In Wirklichkeit ist es ein gut gemachter PR-Gag in einem fast leeren Saal (siehe Foto). (1) und (2)

Trotz wohlwollender Darstellung in den Medien, besonders im deutschen TV, mehren sich die Stimmen, die die Bewegung kritisch sehen. Diese stellen sich zwangsläufig viele Fragen nach den Machern dieser Kampagne, ihren Zielen und wie es zu diesem Erfolg kommen konnte. Die Schüler glauben weiterhin fest daran, dass sie sich für einen guten Zweck einsetzen. Sie sind überzeugt, dass sie ihr Motto  „Gemeinsam gegen den Klimawandel“ unabhängig von Parteien oder Organisationen umsetzen.

(Foto:screenshot, Aktion Köln, RTL)

Die Südwest Presse swp hat untersucht, ob sich die Schüler und ihre Demos instrumentalisieren lassen und haben dazu den Whats-App Chat der Landesgruppe in Baden Württemberg im Februar 2019 analysiert. Fest steht, dass Gruppen wie Ende Gelände *, die Interventionistische Linke *oder die Rosa-Luxemburg-Stiftung(der Linkspartei) es versuchen, die Teilnehmer an die linksextreme Szene heranzuführen. Im Foto oben klar erkennbar das Logo der antifa. Also doch fremdgesteuert?  

Um zu erkennen, wer ein Interesse an einer Vermarktung eines Mädchens mit Asperger-Syndrom hat,  muss man notwendigerweise bei ihrer Familie beginnen. Just in dem Moment, als Greta mit ihrem Schulstreik begann, veröffentlichte ihre Mutter ein Buch mit dem Titel „Szenen aus dem Herzen. Unser Leben für das Klima“. Kurzgefasst: Das Buch ist eine Projektion des eigenen Unglücks auf den gesamten Globus. Die perfekte Ausrede für eine Familie, die sich in den Klimawahn flüchtet, weil Ärzte beiden Töchtern nach Hungerstreik, Panikattacken und Depressionen die Diagnose Asperger-Syndrom, Autismus und OCD (Zwangstörungen) ausstellen. Entscheidend ist auch, dass, rein zufällig, der PR-Berater Ingmar Rentzhog, der auch Gretas Mutter kennt, das Mädchen streikend vor ihrer Schule trifft und als Folge einer intensiven Rührung einige Posts unter dem Hashtag #WeDontHaveTime auf facebook veröffentlicht, zufällig am Tag der Buchveröffentlichung. Nach dieser Kampagne verkauft er seine Firma und gründet die Plattform „We don’t have time“, die sich für den Klimawandel einsetzt und kräftig Spendengelder sammelt. Die Aktivistin Greta selbst distanziert sich später von ihrer Rolle als „Beraterin“.

Greta Thunberg setzt ihre Ideale, die Welt retten zu wollen, mit einer kindlich-naiven Erscheinung und einem Behindertenstatus durch und trifft trotz Dialogunfähigkeit den wunden Punkt unserer Gesellschaft. Dazu einige Zitate, wie sie es schafft: Oktober 2018 in Helsinki: „Alles muss sich ändern – jetzt.“ Während ihres Streiks vor der Schule: „Ich sitze hier, weil ihr Erwachsenen auf meine Zukunft scheißt.“ Weltwirtschaftsforum Davos: „Ich will, dass ihr in Panik geratet.“ In Kattowitz: „Dinge werden sich ändern, ob es ihnen gefällt oder nicht.“ (3) Allerdings gibt es starke Zweifel daran, dass sie ihre Reden selbst schreibt.

Bis heute glauben die Schülerbewegungen fest daran, dass sie sich selbst organisieren. Auch alle Medien wollen uns dieses glauben machen. Aber es geht ein Gerücht um, dass die fff-Bewegung (fridays for future) schon 2015 geplant wurde und bis heute fremdgesteuert ist. Wer hatte diese Idee?  

„Eine Bewegung, die nur uns gehört“, beschrieb einmal eine Schülerin die Bewegung. Wie aus dem Nichts entstanden?  Tatsache ist aber: auf dem Global Youth Summit 2015 haben sich Teilnehmer den globalen Schulstreik ausgedacht. Beweis dafür ist eine Erklärung auf der Webseite climatstrike.net(4). Diese Veranstaltung wurde von der eher unbekannten NGO Plant-for-the-Planet-Foundation(5) organisiert, eine Stiftung des Vizepräsidenten des Club of Rome Friethjof Finkheimer. (6)

Es lohnt sich, diesen Verein näher zu betrachten. Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss von Experten, besser noch ein handverlesener Club des internationalen Geldadels, der sich offiziell für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit einsetzt (siehe wikipedia). Aufsehen erregen sie regelmäßig durch Studien wie „Grenzen des Wachstums“ oder „Menschheit am Scheideweg“. Hier propagieren sie ein globales Desaster bis zur Jahrtausendwende. Die „Weltstellte 2018 fest: „…die Gründung des Club of Rome war auch der Auftakt für einen Geschäftszweig, der bis heute boomt: Katastrophen-Business, professionelle Apokalypse-Prophetie, Weltrettungsprogramme im Jetset-Rhythmus“. (8) In Deutschland wird der Club of Rome durch die Präsidenten Mojib Latif und Friethjof Finkbeiner vertreten. M. Latif, Mitglied der Grünen, ist beliebter Gast in deutschen Medien, wenn es um den Klimawandel geht.

Ich hatte gefragt, wer finanziert das alles? Hier die Erklärung: Auf der Seite von fff gibt es einen Spendenaufruf. Dieser führt wieder zu pftp (plant for the planet). Seltsam, da doch gesagt wurde: „Wir sind keineswegs an Parteien oder andere Organisationen gebunden.” Die Erklärung der Schüler dazu lautet: „Das Konto wird von einer befreundeten Organisation, der Plant-for-the-Planet Foundation betreut.” Das kann man so sehen. Aber es ist wohl doch eher so, dass die Schüler dieser NGO ausgeliefert sind. Okay, man kann verstehen, dass es keine Vereinsgründung gibt. Denn dann wären auch die amtliche Registrierung (Vereinsregister) und die Kontrolle durch das Finanzamt (Steuererklärung) inlusive Buchführung verbindlich. Rechtlich vorgeschrieben ist aber auch: Nur bei einer unmittelbaren Verwendung für eigene Satzungszwecke kann die Foundation als gemeinnütziger Verein Spendenbescheinigungen ausstellen. Damit ist dieses Konstrukt juristisch undurchsichtig, ja sogar unseriös. Abhängigkeiten oder Einflussnahme müssen zwangsläufig vermutet werden. Auch die GLS Bank sammelt übrigens Geld für Fridays for future ein – und das unter dem Label „Companies for future“. Interessant ist, was die Bank über die Verwendung der Mittel schreibt: „Über die Verwendung des Guthabens entscheiden drei Organisatoren von Fridays for Future gemeinsam.“ Eine namentliche Nennung dieser drei erfolgt natürlich nicht.

Diesen Organisationen kam folglich das Phänomen Greta Thunberg sehr gelegen. Aber auch in Deutschland gibt es Unterstützer aus der Politik, die gern über diese Zusammenhänge schweigen. Eine der Hauptorganisatoren heißt Luisa Marie Neubauer, immer an der Seite von Greta zu finden. Die Aktivistin und Vielfliegerin engagiert sich in vielen NGOs und ist, wen wundert’s, Mitglied der Grünen.  Andere Organisatoren gehören zu greenpeace oder dem BUND. Also alles Politprofis. Ganz am Ende stehen dann die ahnungslosen Schüler, die für ihre Ideale auf die Straße gehen und denen man keine böse Absicht unterstellen sollte.

Grundsätzlich ist es zu begrüßen, wenn Menschen sich für etwas einsetzen. Auch wenn sie noch jung sind. Aber sind wir mal ehrlich. Diesen Jugendlichen fehlt das Wissen, die Lebenserfahrung und eine persönliche Reife. Nicht umsonst greift in unserer Gesellschaft die Volljährigkeit. Junge Menschen brauchen Schutz und Grenzen. Greta ist 16 Jahre alt. Bei allem Respekt glaube ich, dass sie kein Experte für derartige politische Betrachtungen ist oder ein derartiges globales Thema überblicken kann.

Fazit: Alle reden darüber, wie die Welt morgen aussehen soll. Aber darüber muss demokratisch entschieden werden. Demokratie hat komplexe Spielregeln. Greta hat ihre eigenen. Ihre geforderte Kompromisslosigkeit hilft nicht.  Der Klima-Hype um Greta Thunberg lenkt genial von den immensen Problemen in unserem Land ab.  Der Schülerin des Zitats „eine Bewegung, die nur uns gehört“ sei daher entgegnet: Euch gehört die Bewegung nicht, sie gehört anderen. Euer Spendengeld gehört anderen und Euer Engagement auch.  Kurz: Ihr gehört anderen.

 

*  laut Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuft, Ziel: radikaler gesellschaftlicher Wandel

*  laut Verfassungsschutz linksextremistische Organisation, Ziel: Organisation autonomer Gruppen

(1) https://youtu.be/DGDMqyfK8UQ  nur die Rede

(2) https://www.svtplay.se/klipp/20387255/15-ariga-greta-thunberg-klimatmotets-unga-superstjarna

 (3) https://utopia.de/greta-thunberg-zitate-128025/

(4) https://www.climatestrike.net/

(5) https://www.plant-for-the-planet.org/de/footermenu/impressum

(6) https://www.clubofrome.org/member/frithjof-finkbeiner/

(7) https://www.zeit.de/wirtschaft/2016-09/club-of-rome-nachhaltigkeitsstrategien-globalisierung-jorgen-randers 

 (8) https://www.welt.de/debatte/article184454552/Pro-Contra-Ist-der-Club-of-Rome-noch-zeitgemaess.html

 

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Neurose und Narkose


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Selbstbefriedigung als Therapie

Beispiele für deutsche Neurosen: Beugehaft für Ministerpräsident Kretschmer, Innenminister Strobl sowie Regierungspräsident Reimer und Streicheleinheiten für Kapitänin Rackete! Die zwei wichtigsten deutschen Politikfelder haben also Namen. Sie heißen für die Flüchtlingspolitik Rackete, für die Klimapolitik Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe e.V.

So sehen Teile des deutschen Polit-Irrsinns aus und machen Deutschland europaweit, vielleicht sogar weltweit zu einer Lachnummer. „Was kann schöner sein als die ständige Beschäftigung einer Nation mit sich selbst?“ reiben sich andere Nationen die Hände und genießen es, dass das oft großkotzige Deutschland in der schwarz-rot-grünen Merkel-Raute allmählich versinkt.

Youtube: Heißkalt informiert

Inzwischen hat sich die Barmer, zweitgrößte deutsche Krankenkasse mit 9,2 Millionen Mitgliedern, in die Schlafstörungen derjenigen Deutschen eingemischt, die aus welchem Grund auch immer aus dem Dornröschenschlaf erwacht sind und nun unter Einschlafstörungen leiden. Stress und Sorge, schlechtes Gewissen, Angst vor Arbeitsverlust, vor  der Zukunft oder vor Altersarmut, vor dem Verlust von Wohlstand und sonstige Symptome werden da als Ursache genannt. Für die Barmer kein großes Problem, den Schlaflosen wieder ins Koma zu versetzen: Sie rät Männern wie Frauen und wahrscheinlich auch allen weiteren 63 sexuellen Identitäten dazu, es mit Selbstbefriedigung als Einschlafhilfe zu versuchen. Also, liebe Wachgewordene, bitte wieder über den Weg der Selbstbefriedigung zurück in den Tiefschlaf! Ob die Barmer für diesen Vorschlag wohl staatliche Fördergelder bezieht?

Einige der Schlafgestörten sind vielleicht schon wieder in den komatösen Zustand gefallen, nachdem sie sich die letzte Talkshow „Dunja Hayali“ mit den Öko-Diktatoren Rackete und Habeck angeschaut hatten. Eine kontroverse Diskussion mit der Kapitänin Carola Rackete fiel durch Hayali ins Wasser und war auch sicher gar nicht geplant. Es reichte ja auch, das T-Shirt mit dem Logo der in Großbritannien gegründeten Bewegung Extinction Rebellion als Werbung vor der Kamera zu präsentieren, die sich – anders als die dialogorientierten Aktivisten von „Fridays for Future“ – einem radikalen Kampf gegen die Klimakrise verschrieben hat.

Der Parteivorsitzende der grünen Vielflieger blieb unglaubwürdig wie immer. Man sei mit Fliegen, Kohle und Landwirtschaft als Gesellschaft vor die Wand gelaufen. Der Fingerzeig auf Andere funktioniere nicht, sonst werde sich nie etwas ändern. „Wir müssen zeigen, wie es geht, sonst macht niemand was. Dann kann man Politik in die Tonne kloppen“, so das typische, übliche und bekannte Einschlaf-Argument.

Das neurotische und narkotische Deutschland braucht keine Politiker mehr. Es hat Massen an NGOs (NichtRegierungsOrganisationen) und die ideologisierten Grünen, die die Öko-Diktatur gegen die Demokratie eintauschen und unter Bezuschussung durch Steuergelder dieses Deutschland bis zur Unkenntlichkeit zugrunde richten. Als krassestes Beispiel sei hier die Deutsche Umwelthilfe e.V.  genannt. Auch auf dem Gebiet der Flüchtlingshilfe gerieten Organisationen zu Land und zu Wasser in die Kritik. Der Vorwurf lautet sicher nicht unbegründet, Seenotorganisationen fördern die illegale Migration und machen sich zu Komplizen von Schleppern.

Henrik M. Broder, einer der Wenigen mit noch gesundem Menschenverstand, hält die Deutschen für eine Mischung aus Größenwahn und Impotenz. Keine schmeichelhafte Beurteilung, die ich wie folgt abmildern möchte: Beide zu recht genannten Eigenschaften sind auf neurotischem und narkotischem Boden gewachsen. Wir sind zur Neurose oder zur Narkose erzogen worden. Im neurotischen Wachzustand oder narkotischen Schlafmodus gefällt der deutsche Bürger seinen Politikern am besten.

Neurosen sind stets die Folge schlecht verarbeiteter traumatischer Erlebnisse sowohl in Familien als auch in Gesellschaften und Nationen. Das Trauma der Deutschen ist die Naziherrschaft im Dritten Reich mit der Schuldübergabe an alle folgenden Generationen bis in alle Ewigkeit.

Deutsche(r) sein heißt seitdem: Zahlen, verstehen, retten, ertragen, übernehmen, bemitleiden, spenden, schweigen, also immer Gutmensch sein und auf der richtigen Seite stehen.

Neurotische Menschen und neurotische Staaten verlieren die Fähigkeit, ihre wahren Bedürfnisse zu erkennen und zu befriedigen. Deshalb wenden sie alle Energie dazu auf, den Status quo zu bewahren. Die freie Gesellschaft dagegen ist stets auf der Suche nach neuen, besseren Wegen. Die neurotische Republik findet keinen neuen Weg. Sie sucht ihn weiter und weiter.“

Die Einbildung des Größenwahnsinnigen wird immer stärker sein als jede Wahrheit, die er erfahren könnte. (Fjodor Michailowitsch Dostojewski, russischer Schriftsteller, 1821-1881)

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Seenotrettung – am Rande der Legalität


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Gastbeitrag von Kurt Rohmert

Teil 1: Die Situation im Mittelmeer

Europa gilt vielen in Afrika (aber auch im Orient) als goldener Kontinent. Also wagen sie die Flucht – trotz aller Risiken. Mehr als 1.400 Menschen sind dieses Jahr bei der Überfahrt über das Mittelmeer ertrunken. Ist den Fliehenden nicht die Gefahr bewusst? Mit welchen Vorstellungen treten die Menschen die Flucht an? Manche haben das Meer noch nie gesehen, manche denken, das Mittelmeer ist ein Fluss, aber die meisten kennen die Risiken und sind davon überzeugt, sie schaffen es.

Die ganze Situation ist weder einfach zu verstehen noch einfach zu erklären. Dieser Beitrag soll die komplizierte Situation im Mittelmeer durch die Seenotretter beschreiben und das ganze Dilemma bis zu der illegalen Einwanderung in Mitteleuropa erklären.

Wir sehen sie immer wieder in den Medien, die überfüllten Schlauchboote, Menschen im Wasser, Flüchtlinge, die unbedingt nach Europa, oder besser Deutschland, wollen. Nach einer Emnid-Umfrage finden Deutsche mehrheitlich diese Seenotrettung richtig. Aber gleichzeitig verurteilen sie die Schlepper. Hier könnte eine Betrachtung der Situation (auch hinter den Kulissen) im Mittelmeer helfen. Die Route über das Mittelmeer hat sich seit 2015 vor die Küste von Libyen verlagert. Niemand, nicht ein Einziger der Flüchtlinge geht davon aus, es mit unzähligen Menschen, ohne Navigation und nur mit ein paar Litern Benzin auf einem solchen Stück Gummi nach Lampedusa oder Malta zu schaffen (etwa 300 km). Also ist eine Notlage vorprogrammiert, ja sogar gewollt und vorsätzlich herbeigeführt. Aber die Schlepper wissen, dass direkt hinter der 12-Meilen-Zone die privaten Rettungsschiffe schon warten.

Nach internationalem Seerecht ist jeder Schiffsführer verpflichtet, bei Seenot unverzüglich Hilfe zu leisten. Durch das UNCLOS der UN oder SOLAS haben sich viele Staaten darauf verständigt, innerhalb der eigenen Hoheitsgewässer Seenotrettung zu leisten. Das Retten von Menschen ist verständlicherweise richtig und gut, manche sagen auch human. Und spätestens jetzt wird es nicht nachvollziehbar. Bei Abschluss dieser Abkommen ist niemand auf die Idee gekommen, diese „Schiffbrüchigen“ ein paar hundert Seemeilen zu transportieren.

Was bedeutet Rettung? Seenot ist, wenn mir unverschuldet und unvorhergesehen das Meerwasser bis zum Hals steht. Das betrifft nicht jeden, der im Wasser treibt. Provoziere ich fahrlässig oder gar vorsätzlich meinen Tod durch Ertrinken, ist es keine Seenot. Und Rettung heißt Transport bis zum nächsten, sicheren Ufer oder Hafen. Es heißt nicht die beabsichtigte Fortsetzung der Reise. Der Transport zum nächsten Ufer mit Gewaltenteilung und Sozialsystem ist nicht Seenotrettung. Dies ist nur Rettung vor dem Ertrinken, aber nicht Weiterreise in ein politisch und sozial angenehmes Land.

Noch 2014 wurden die Menschen auf hoher See gerettet. Ein Transport nach Europa war somit rechtlich möglich und Italien und Malta zur Aufnahme verpflichtet. Aber seit 2015 findet das Geschehen direkt an der 12-Meilen-Zone statt. Durch den Transport über mehrere hundert Kilometer verlieren die Flüchtlinge aber ihren Status als Schiffbrüchige und es ist nicht mehr Seenotrettung sondern Transport. Wenn die privaten Retter Humanität vorschieben, dann geschieht das unter seltsamer Deutung der Rechtslage. Durch geplante Herbeiführung einer Seenot, statt einer unverschuldeten, wird Humanität zur Farce und die angebliche Seenotrettung der NGOs zum Bestandteil des Geschäftsmodells der Schlepper. Diese senden meistens die Signale an die NGOs schon bei Beginn der Flucht. Damit ist die vermeintliche Seenotrettung die Fortsetzung des Geschäfts der Schleppermafia.

Wenn statt Italien jetzt Spanien einspringt sieht auch das nach Humanität aus, ist in Wahrheit aber Täuschung. Denn die Spanier wissen, die Menschen wollen sowieso nach Deutschland, ihrem Wunschziel. Wer hier immer noch anderer Meinung ist, wird mit dem Satz „Willst Du die Menschen ersaufen lassen?“ zum Schweigen gebracht und es soll darüber hinwegtäuschen, dass es die Schlepper/Menschenhändler sind, die die eigentlichen Gewinner sind, und damit sehr, sehr viel Geld verdienen und Ertrinkende bewusst in Kauf nehmen. So entstand auch der Vorwurf, Frau Merkels Aussage („Wir wollen die Fluchtursachen und die Schlepper bekämpfen“) ist vor dieser Realität absurd und verkommt zur puren Heuchelei. Auch die Aussage, in Tunesien oder Libyen gäbe es keinen sicheren Hafen, weil die Menschenrechte dort nicht eingehalten werden, ist leider nur Ausrede und entspricht nicht der Handhabung der Vergangenheit.

Mit ihrem Verhalten machen sich die meist spendenfinanzierten “Rettungsor-ganisationen” zum Komplizen der kriminellen Schlepper, weil sie die Leistungen erbringen, für die die Schlepper sich von den Flüchtlingen bezahlen lassen. Auch sorgen sie für eine Sogwirkung, denn jede Rettung garantiert weitere „Kunden“.

Fazit: Niemand der Retter stellt sich die Frage, welche Probleme er eigentlich wo löst oder ob er vielleicht neue verursacht. Die meisten sogenannten Flüchtlinge kommen eben nicht aus Kriegsgebieten und verlagern die Probleme anderer Staaten direkt nach Deutschland (siehe 2.Teil dieses Beitrages). Europa muss sich endlich der Probleme in diesen Ländern annehmen und bei der Bekämpfung von Korruption, Diktatur und Bevölkerungsexplosion helfen anstatt sinnlose EU-Operationen (z.B. Sophia) auszuweiten. Laut Aussagen einer afrikanischen Hilfsorganisation könnte man von dem Fluchtgeld auch eine sichere Existenz in einem dieser Länder aufbauen.

(Ich danke dem Journalisten Carl Christian Jancke und Roger Letsch, die Fakten zu diesem Artikel geliefert haben.)

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