Die Bundeswehr – so bunt und so quer

Das Image der Bundeswehr ist auf dem Nullpunkt. Jahrelang wurden Gelder für nicht funktionierende Rüstungsgüter ausgegeben, nun haben notwendige Kontrollmechanismen versagt und die Frage stellt sich: Wer verteidigt jetzt eigentlich wen?

Share
Was ist das für eine Truppe?

Wer glaubt daran, dass diese deutsche Bundeswehr in der Lage wäre, dieses Land zu verteidigen? Selbst ihre oberste Dienstherrin macht nicht den Eindruck, mit ihrer Truppe einen anständigen Start machen zu wollen. Ursula von der Leyen ist Oberbefehlshaberin von gut 178.000 Soldaten im Land. Im Jahr 2016 waren die Verteidigungsministerin und ihre Bundeswehr Dauerthema in den Medien. Gleich zu Beginn des letzten Jahres legte sie dem Bundestag ihre Aufrüstungspläne vor. Sie beantragte eine Investition von 130 Milliarden Euro, die nach Aussage von Haushaltsexperten eine Steigerung der Rüstungsausgaben bis 2030 um 50 Milliarden Euro bedeuten würde. Im Haushalt waren 2016 gut 34 Milliarden Euro für das Verteidigungsministerium eingeplant.

Schrotthaufen Bundeswehr?

Verständlich, wenn in einem von der Verteidigungsministerin 2015 in Auftrag gegebenen Bericht 140 „Probleme und Risiken“ am Gerät der Bundeswehr aufgelistet wurden. Die Presse spricht bei all der veralteten und mit Mängeln behafteten Ausrüstung vom „Schrotthaufen Bundeswehr„. In einem Kommentar an die Adresse der Oberbefehlshaberin hieß es dazu: „Es ist an der Zeit, dass die Ministerin ihren Teil dazu beiträgt, dass sie Politik betreibt, statt sie nur zu inszenieren. Vor allem hat von der Leyen für einen ihren Ankündigungen genügenden Etat zu sorgen. Derzeit, das ist die bittere Wahrheit, gelingt es dem Ministerium aber nicht einmal, vom Parlament bewilligte Finanzmittel auch auszugeben.

Modern heißt nicht automatisch besser

Das groß angelegte Truppen-Modernisierungsprogramm der Verteidigungsministerin scheint ebenfalls komplett fehlgeschlagen zu sein. Ihr 2014 geplantes Aktionsprogramm „Gute Führung gestalten“ , das stärker auf die Soldaten und ihre Bedürfnisse eingehen sollte, war für 2015 vorgesehen. Zivile und militärische Führungskräfte sollten für eine neue Führungskultur geschult werden. Alles stand unter dem Thema: Vereinbarkeit von Familie und Dienst, was sie ja auch schon als Arbeitsministerin für alle sonstigen Berufsgruppen hervorragend hingekriegt hatte (?!) Von der Leyen versprach, die Unterkünfte unter anderem mit Flachbildschirm-Fernsehern und Mini-Kühlschränken auszustatten und das Mobiliar zu erneuern. Flexible Arbeitszeiten und das „Führen in Teilzeit“ sollten gefördert werden. Und damit das Verteidigen zusammen mit dem Wohlfühlen zu einer Einheit werde, lud die Ministerin dann Anfang des Jahres ihre Männer und Frauen zu einem Sexseminar ein.

Verfehlungen aller Art

Alles fragt sich, warum Kinder aus wohlsituierten Familien in den IS ziehen, warum die bei uns in der Demokratie schon lange lebenden türkischstämmigen Mitbürger für ihr Land die Diktatur wählen und warum die über Jahre weich- und sanftgespülte Bundeswehr jetzt mit Sexskandalen, Aufnahmeritualen, Mobbing, Körperverletzungen, Nötigung, Freiheitsberaubung, betrunkenen Soldaten, die den Hitlergruß zeigen usw. usw. von sich reden macht. Skandale über Skandale, ob Pfullendorf oder Bad Reichenhall, von mafiösen Strukturen ist gar die Rede.

Kontrolle – Fehlanzeige

Und nicht genug … jetzt sorgte der Oberleutnant Franco A. für den größten Skandal. Als Rechtsradikaler schaffte er seine Karriere in der Bundeswehr, belegte Arabischkurse, gab sich gleichzeitig als Asylant und besaß gleich zwei oder mehr Identitäten. Auch eine Liste mit Anschlagsopfern wurde bei ihm gefunden. Der eigentliche Skandal ist allerdings der Tatbestand, wie einfach es ist, in Deutschland sich als Asylant bzw. Flüchtling auszugeben, mehrere Identitäten zu besitzen und noch Leutnant bei der Bundeswehr sein zu können.

 Freiheit statt Führung

Die Ministerin und oberste Befehlshaberin der Bundeswehr hat nun die Rolle der Oberaufklärerin übernommen. Sie reiste unter großem Medienspektakel nach Illkirch, um sich in der Kaserne des Franco A. ein Bild zu machen. Was immer sie auch dort fand oder findet … diese Verweichlichungspädagogik der Bundeswehr über Jahre hinweg ging einher mit einem Autoritäts- und Führungsverlust der Verantwortlichen und dem sich parallel dazu entwickelnden Schlendrian der Untergebenen.

Autoritätsverlust und Schlendrian

Dieses Problem erweist sich als ein Problem der gesamten Bildungs- und Ausbildungsebene und hat eine schon 50-jährige Entwicklungsgeschichte. Es handelt sich um die Zerstörung und den Verlust der Autorität auf allen Ebenen, sei es Schule, Ausbildungsbetrieb oder Bundeswehr. Man kann es auch wie von der Leyen formulieren: „Es gibt ein Haltungsproblem…“ – (ich ergänze Schüler, Auszubildende, Soldaten) – …“und eine Führungsschwäche.“ (ich ergänze Lehrer, Ausbilder, Offiziere).
In der Schule flüstert man dazu unschön hinter der Hand: „Wie der Herr, so das Gescherr!“

 

Share

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.